Moderne Technik: Maschineneinsatz in der Baumschule

Drillmaschine, Rillenzieher, Einschlagfräse, Lifter und Ballenschneider oder Ballenstecher - für den Laien hört sich das nicht gerade nach Baumschule an. Dennoch, alles das sind Maschinen, die dem Baumschuler die Arbeit erleichtern und deren Einsatz für die Erzeugung einer guten Qualität von Baumschulpflanzen wichtig ist.

Drillmaschine, Rillenzieher, Einschlagfräse, Lifter und Ballenschneider oder Ballenstecher - für den Laien hört sich das nicht gerade nach Baumschule an. Dennoch, alles das sind Maschinen, die dem Baumschuler die Arbeit erleichtern und deren Einsatz für die Erzeugung einer guten Qualität von Baumschulpflanzen wichtig ist.

Gehölze, also Bäume und Sträucher, die in der Baumschule bis zum Erreichen der Verkaufsgröße wachsen, erfordern einen intensiven Pflegeaufwand. Sie müssen nicht nur gewässert, gedüngt und vor Schädlingen geschützt, sondern auch geschnitten und teilweise mehrfach verpflanzt werden. Das Verpflanzen, oder wie der Baumschuler sagt „Verschulen", ist erforderlich, damit das Wurzelwerk kompakt bleibt. Würden die Bäume und Sträucher, je nach Gehölzart und Größe, nicht alle drei oder spätestens vier Jahre verschult, wären die Wurzeln so verzweigt und ausgedehnt, dass ein Umpflanzen an einen anderen Ort nicht mehr möglich wäre. Bedenkt man, dass in einer Baumschule leicht mehrere Hundert, bei großen Unternehmen bis zu mehreren Tausend, Bäume und Sträucher wachsen und dass manche Bäume erst nach zehn, zwölf oder sogar noch mehr Jahren ihre Verkaufsgröße erreicht haben, wird schnell deutlich, wie viel Arbeit die Aufzucht der Gehölze bedeutet.

Früher war alles schwerer
Früher waren das Verschulen wie auch das Roden, also das Ausgraben eines Baumes zum Verkauf, mit sehr viel Handarbeit verbunden. Zunächst musste der Baum mit Spaten ausgegraben werden, dann wurde er mit Stricken und Bändern umgelegt, das Wurzelwerk wurde manuell gekürzt und anschließend musste der Baum mittels Muskelkraft auf einen LKW verladen werden. Am neuen Standort wiederholte sich dann alles in umgekehrter Reihenfolge: Großes Loch mit Spaten und Schaufeln buddeln, Baum abladen und in das Pflanzloch hieven, Erde um den Baum schaufeln und andrücken. Dafür wurde in der Vergangenheit eine Vielzahl von Arbeitskräften benötigt. Heute, wo ein Baumschulunternehmen mit weniger Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wirtschaften muss, ist die körperliche Belastung des Baumschulers gesunken. Dank der vorhandenen technischen Möglichkeiten und gezielter Investitionen verfügt er heute unter anderem über einen hydraulisch betriebenen Ballenstecher. Das ist eine Maschine, mit der die Wurzelballen von Bäumen und Sträuchern in einem Arbeitsgang aus dem Boden geschnitten und herausgehoben werden. Ballenstecher gibt es sowohl als Selbstfahrer wie auch als Anbaugerät für einen Traktor. Als Ballen werden übrigens die Wurzeln mit dem sie umgebenden Erdreich bezeichnet. Das Gegenteil dazu, wenn also die Wurzeln nicht mehr von Erde umgeben sind, bezeichnet der Baumschuler als „wurzelnackt". Damit der Ballen während des Transportes nicht auseinanderfällt und die Erde behält, muss der Baumschuler den Ballen „ballieren", das heißt ein Tuch oder Netz herumwickeln. Ein guter Ballen ist bei größeren Gehölzqualitäten eine wichtige Voraussetzung für das Anwachsen an einem neuen Standort - ob beim Umpflanzen in der Baumschule oder im Garten des Kunden.
Das Gegenteil dazu, wenn also die Wurzeln nicht mehr von Erde umgeben sind, bezeichnet der Baumschuler als „wurzelnackt". Zur rationellen Ernte von Sträuchern, die wurzelnackt vermarktet werden, bedient man sich vielfach eines Pflanzenlifters, um die Gehölze mit Maschinenkraft aus der Erde zu heben.

Umfangreicher Maschinenpark
Der Baumschulbranche steht eine Vielzahl von speziell entwickelten Maschinen für nahezu alle anfallenden Arbeiten zur Verfügung. Von der Bodenvorbereitung über das Säen, Pflanzen, Düngen, dem Pflanzenschutz und der Bodenpflege bis hin zum Schneiden Roden, Verladen und dem Transport großer Gehölze werden die ursprünglich körperlich anstrengenden Arbeiten durch Maschinen erleichtert. Das erleichtert nicht nur die Arbeitsbedingungen für Baumschuler, es steigert auch deren Effizienz. Konnten früher mit reiner Handarbeit nur wenige große Bäume von einem Team von drei bis fünf Personen pro Tag verschult werden, so können heute dank umfangreicher Investitionen in den Maschinenpark in der gleichen Zeit sehr viel mehr Bäume umgesetzt werden. Das Bedienen dieser Maschinen ist auch Teil der beruflichen Ausbildung zum Baumschuler. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr wird der Umgang mit dem Ballenschneider und den anderen technischen Geräten eines Baumschulunternehmens vermittelt und geübt. Ohne eine kontinuierliche Weiterentwicklung in den Kulturabläufen und bei der technischen Ausstattung eines Unternehmens, die zunehmend höhere Ansprüche an das Wissen und die Qualifikation des Baumschulers stellt, ist eine marktgerechte Anzucht und Kultur von qualitativ hochwertigen Gehölzen in Zukunft kaum mehr denkbar. (Quelle: BdB)

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