Geothermie: Weitere EEG-Förderung gefordert

Der Bundesverband Geothermie fordert einige Anpassungen des EEG, um den weiteren Ausbau der Tiefen Geothermie zur Stromerzeugung zu sichern.

Seit 1991 setzt sich der Bundesverband Geothermie e.V. mit seinen Mitgliedern aus Industrie, Wissenschaft, Planung und der Energieversorgungsbranche in der gesamten Bandbreite geothermischer Technologien ein. Bild: Bundesverband Geothermie.

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Aktuell wird die Novellierung des EEG diskutiert. Der Bundesverband Geothermie fordert einige Anpassungen des Gesetzes, um den weiteren Ausbau der Tiefen Geothermie zur Stromerzeugung zu sichern und so die grundlastfähige Erneuerbare Energie Erdwärme auch künftig zu fördern.

„Das naturverträgliche Ausbaupotenzial der Geothermie in Deutschland wird aktuell bei weitem nicht gehoben“, sagt Dr. Erwin Knapek, Präsident des BVG. „Die Tiefe Geothermie bietet eine hervorragende Möglichkeit, Strom- und Wärmeproduktion sowie die im Rahmen der Klimaerwärmung immer wichtiger werdende Kälteproduktion zu koppeln und so nicht nur die Energie-, sondern auch die Wärmewende voranzutreiben. Eine 5% Degression ab 2021 entzöge der Tiefen Geothermie die verlässliche Entwicklungsgrundlage. Deswegen ist eine weitere Förderung durch das EEG auch so wichtig.“ Die Branche erarbeitete folgende Vorschläge für den Ausbau der Erneuerbaren Energie:

Die wichtigste Maßnahme ist eine Anpassung des Degressionsmechanismus und die Beibehaltung des aktuellen Strompreises von 25,2 ct/kWh. Im aktuellen EEG ist eine kalendergesteuerte Degression von 5% ab 2021 vorgesehen. Dies macht Geothermie-Projekte wegen der gegebenen langen Realisierungszeiten für Unternehmen wirtschaftlich unkalkulierbar und somit deutlich weniger attraktiv. Daher schlägt der BVG stattdessen eine Degression gekoppelt an das Ausbauziel von 100 Megawatt Strom vor, wie sie auch bei anderen Erneuerbaren Energien zum Tragen kommt.

Durch gezielte Fördermechanismen wie beispielsweise einen Flexibilitätszuschlag wie bei Biogas können gleichzeitig EEG-Zuwendungen eingespart werden. Eine Förderung von Projekten, die gleichzeitig Strom und Wärme oder Kälte produzieren würde zusätzlich zur Wärmewende beigetragen. Ein Programm zur Kreditrisikoabsicherung, ähnlich des KfW-Programmes „Fündigkeitsrisiko Tiefe Geothermie“, verkürzt die Projektentwicklungszeiten und senkt die Stromgestehungskosten. Auch der Abbau bürokratischer Hürden, beispielsweise bei Genehmigungsverfahren, sowie zusätzliche Anreize im Bereich Forschung und Technik können maßgeblich zur Verbesserung der Situation der Tiefen Geothermie in Deutschland beitragen.

„Die Geothermie ist bisher die am wenigsten genutzte Erneuerbare Energie, obwohl ihr Potential immens ist“, fasst Dr. Knapek zusammen. „Mit nur wenigen Maßnahmen und Anpassungen des EEGs kann der weitere Ausbau der Tiefen Geothermie gesichert und die Energie- und Wärmewende deutlich vorangetrieben werden.“ (Bundesverband Geothermie)

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