Gärtner und Landschaftsarchitekten: Diese Wege führen zum Traumjob

Wer gerne draußen in der Natur arbeitet und sich um die Aufzucht von Pflanzen kümmert, kann in Deutschland nach einer dreijährigen Ausbildung als Gärtner arbeiten.

Garten- und Landschaftsbau und Landschaftsarchitekten gestalten Gärten, Parks und Grünanlagen. Bild: GABOT.

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Schneller geht es in einer Umschulung, wenn Erwachsene in ihrem aktuellen Beruf nicht zufrieden sind und gerne als Gärtner oder Landschaftsbauer arbeiten möchten. Wer es lieber etwas theoretischer mag und sich um die Planung von Park und Landschaften in Städten und Gemeinden kümmern möchte, kann seine Ziele nach einem sieben bis acht Semester dauernden Studium verwirklichen. Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen diese beiden Berufe detailliert vor, zeigen die persönlichen Voraussetzungen und den möglichen Verdienst als Gärtner beziehungsweise Landschaftsarchitekt auf und verraten Ihnen, wie Sie ganz leicht im Internet einen gut qualifizierten Fachmann aus diesen Bereichen in Wohnortnähe finden und buchen können.

Traumjob Gärtner: Ohne Abi zum Erfolg im Berufsleben

Für eine Ausbildung als Gärtner werden keine Spitzenleistungen in der Schule benötigt, schon ein Hauptschulabschluss ist ausreichend, um nach der Schule eine Ausbildung zum Gärtner aufzunehmen. Primäre Voraussetzungen für einen erfolgreichen Gärtner sind die Freude daran, mit Menschen zusammenzuarbeiten, denn ein Gärtner hat nicht nur ständigen persönlichen Kontakt zu seinen Kunden, sondern wird in der eigenen Gärtnerei nach einigen Jahren der Berufserfahrung auch Angestellte haben, mit denen er gut auskommen muss. Ansonsten sollte ein angehender Gärtner gerne im Freien arbeiten wollen, wobei es für die meisten Gärtner in den Wintermonaten nur wenig zu tun gibt. Wer auf die Dienstausfälle bei Minusgraden, wenn der Boden gefroren ist, nicht verzichten möchte, sucht sich nach der Ausbildung am besten eine Anstellung in einem Gewächshaus. Dort sind die Bedingungen für die Pflanzenaufzucht meist derartig vom Menschen regulierbar, dass ein Gärtner das ganze Jahr über arbeiten und Geld verdienen kann.

Wie lange arbeitet ein Gärtner üblicherweise?

Ansonsten geht es vielen Gärtnern in Deutschland aber so, dass Sie von etwa November bis Ende Februar auf staatliche Hilfen angewiesen sind, oder sich über Winter mit einem Nebenjob über Wasser halten müssen. Draußen in der Natur gibt es für einen Gärtner dann nämlich nur wenig zu tun. Es kann als selbstständiger Gärtner in dieser Zeit aber versucht werden, die Gärten für das kommende Ertragsjahr zu planen. Hierfür ist es nötig, mehrere langjährige Kunden zu betreuen, die nicht jedes Jahr exakt dieselben Pflanzen im eigenen Garten kultivieren möchten. Ferner kann ein Gärtner bei einer Behörde angestellt sein und sich um die Pflege öffentlicher Anlagen und Parks zu kümmern. Auch hier können im Winter Planungsarbeiten anfallen, die teilweise in Kooperation mit den Gärtnern erarbeitet werden. Viele Gärtner arbeiten auch auf dem Friedhof und kümmern sich um die Gestaltung und Pflege von Gräbern. In diesem Fall sollte ein Gärtner besonders sensibel mit älteren Menschen umgehen können, auf die er während seiner Arbeitszeit immer wieder treffen wird. Besonders trauernde Menschen können die Psyche eines Gärtners sehr belasten, wenn er sich auf zu viele Gespräche mit Friedhofsbesuchern einlässt. Im Winter werden in der Friedhofsgärtnerei Blumengestecke verkauft oder Pflanzen für das Frühjahr vorbereitet. Auch wenn die Arbeit im Winter in einer Friedhofsgärtnerei weniger wird, gibt es doch immer wieder etwas zu tun, sodass diese Gärtner sich häufig nicht als Saisonarbeiter um ihr Auskommen sorgen müssen.

Landschaftsarchitekt werden an einer Hochschule

Landschaftsarchitekten kümmern sich um die Planung von Parks und Gärten, sie konzipieren Flussläufe, bauen Brücken und berechnen einen ökologisch sinnvollen Baumbestand. In großen Städten wird das „Vertical Gardening“ immer beliebter, um dem anhaltenden Massensterben der heimischen Insekten vorzubeugen und in Ballungszentren auf eine natürliche Art dafür zu sorgen, die Emissionen in der Luft zu reduzieren. Bei dieser Art der Bepflanzung wachsen die Pflanzen nicht wie gewohnt am Boden, sondern werden an Hauswänden oder auf den Dächern gepflanzt. Für die Planung derartiger „Vertical Gardens“ in der Öffentlichkeit wird ein Landschaftsarchitekt benötigt, um die Pflanzen selbst kümmert sich später jedoch ein ausgebildeter Gärtner. Da Pflanzenwände auch bei Privatpersonen auf dem eigenen Grundstück immer beliebter werden, ergibt sich hier ein spannendes neues Tätigkeitsfeld für Landschaftsgestalter und Gärtner gleichermaßen.

Studiengang Landschaftsarchitektur: Das sind die Voraussetzungen

Um an einer Universität studieren zu können, wird in jedem Fall die allgemeine Hochschulreife benötigt. Mit einem Fachabitur erhalten Schulabgänger dafür keine Berechtigung, jedoch gibt es einige Standorte in Deutschland, die ein Fachabitur für Gartenbau in Klasse 11 und 12 anbieten. Mit dieser Qualifikation ist es möglich, an einer Fachhochschule in etwa sechs Semestern Landschaftsbau zu studieren. Bei dieser Art des Studiums ist ein einjähriges Berufspraktikum vorgesehen, also zwei Semester. Landschaftsbauer von der FH werden vorrangig zur Konzeption von Gärten, Gartenanlagen oder Sportplätzen eingesetzt. Den Zugang zum Studium an einer FH können unter gewissen Bedingungen auch Menschen mit entsprechender schulischer Qualifikation erhalten, die bereits eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner abgeschlossen haben. Es ist aber keine Pflicht, bereits vor Studienbeginn über ausgeprägte praktische Erfahrungen zu verfügen. Wer sich nach dem Abitur für den Studiengang Landschaftsarchitektur entscheidet, ist nach der abgeschlossenen Hochschulausbildung Bachelor of Science. Es gibt keinen NC, sodass dieser Studiengang auch dann belegt werden kann, wenn die schulischen Leistungen nicht im Bereich von 1 bis 2 ausgefallen sind. Grundvoraussetzung ist allein das Bestehen des Abiturs und ein persönliches Interesse an den Inhalten der Studienrichtung.

Was lernt ein Landschaftsarchitekt an der Universität?

Während des Studiums erfährt der angehende Landschaftsarchitekt Wissenswertes zum Natur- und Artenschutz. Es wird eine Kombination aus Gestaltung, Bautechnik, Ökologie und Botanik vermittelt, sodass der Beruf Landschaftsbauer durchaus beschrieben werden kann als:

  • ästhetisch
  • naturwissenschaftlich
  • künstlerisch
  • technisch

Der Landschaftsarchitekt lernt, was wichtig ist bei der Planung von Freiflächen in Städten und welche Unterschiede es zur Gestaltung ländlicher Bereiche gibt. Gute Fähigkeiten im Management werden erlernt, das persönliche Planungsgeschick erarbeitet sich der Student in den praktischen Phasen, die obligatorisch zum Studiengang gehören. Es ist möglich, die Praktikumszeit im Ausland zu verbringen, um neue Eindrücke zu gewinnen und einen Einblick darin, wie andere Kulturen die Themen des Studienfachs umsetzen. Nicht zuletzt ist es die Aufgabe eines Landschaftsarchitekten, sich um Belange des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege zu kümmern, wozu auch eine historisch korrekte Restauration von Garten- und Parkanlagen gehört.

Was verdienen Landschaftsbauer in Deutschland?

Als fertig ausgebildeter Gärtner liegt das Einstiegsgehalt bei rund 2.200 Euro brutto im Monat. Es können je nach Region und eigenen Fähigkeiten bis zu 2.800 Euro monatlich verdient werden. Am meisten Gehalt bekommt ein Gärtner, der eine eigene Firma gründet und sich mit einer Gärtnerei selbstständig macht. Der Landschaftsbauer mit FH-Abschluss zählt als Ingenieur und kann einen Verdienst von bis zu 5.000 Euro im Monat erwirtschaften, wobei im ökologischen Gartenbau weniger Gehalt gezahlt wird als zum Beispiel für einen Ingenieur in der Landtechnikindustrie. Der studierte Landschaftsarchitekt erhält rund 3.500 Euro Gehalt im Monat, was jedoch je nach Bundesland variieren kann. In diesem Bereich sind Spitzenverdienste von bis zu 7.000 Euro möglich, die jedoch nicht von jedem Landschaftsbauern auch tatsächlich erreicht werden können. Der Landschaftsbauer tut gut daran, die Augen nach allen Seiten offen zu halten und sich regelmäßig um Ausschreibungen zu bemühen. Besonders lukrativ ist die Planung großer Projekte wie der BUGA (Bundesgartenschau) oder der IGA (internationale Gartenausstellung). Gerade im Bereich der Landschaftsplanung wird der 3D-Druck immer interessanter, in den Niederlanden stammen bereits diverse Brücken in öffentlichen Parkanlagen aus der additiven Fertigung. In Amsterdam gibt es seit einigen Jahren sogar eine begehbare Brücke aus Stahl aus dem 3D-Drucker, wobei diese Art der Planung zum Einsatzgebiet eines Städtebauers gehört, der also Architektur studiert hat.

Einen Landschaftsbauer oder Gärtner für ein eigenes Projekt finden

Über einen Blick ins Branchenbuch ist es möglich, die örtlichen Gärtnereien zu finden. Bei niedergelassenen Landschaftsarchitekten tut man sich dabei jedoch schon etwas schwerer, da es hierfür keine gesonderte Kategorie im Branchenbuch gibt und man nach dem jeweiligen Firmennamen suchen muss. Über die Gelben Seiten, eines der beliebtesten Branchenbücher Deutschlands mit den meisten Firmeneinträgen, ist es jetzt aber möglich, einen kostenfreien Vermittlungsservice für Garten- und Landschaftsbau einfach online zu nutzen. Es kann dabei Kosten sparen, wenn man sich nach einem kleinen Gärtner aus der nahen Region umsieht. In Großstädten sind die Mieten und Gehälter meist so hoch, dass für dieselbe Dienstleistung ein wesentlich höherer Preis gezahlt werden muss. Geht es um die Planung eines weitläufigen Gartens oder einer ähnlich dimensionierten Anlage, ist es nicht immer erforderlich, dass ein Landschaftsarchitekt direkt vor Ort ist. Müssen Bodenproben genommen werden oder andere Untersuchungen durchgeführt werden, kann jedoch eine Anreise nötig werden. Dies lässt sich jedoch zum bindenden Angebot telefonisch klären, sodass es im Endeffekt für einen Kunden günstiger sein kann, einen Landschaftsbauer zu beauftragen, der an einem ganz anderen Wirtschaftsstandort arbeitet.

Wann Sie einen Gärtner benötigen

Sollen Blüh- oder Nutzpflanzen im großen Stil produziert werden, kann ein geschulter Gärtner dabei helfen, die Erträge zu maximieren. Zwar ist es dem Hobbygärtner auch selbst möglich, sich Wissen über die richtige Bodenzusammensetzung, eine optimale Beleuchtung der Pflanzen oder natürliche Schädlingsbekämpfung anzueignen, jedoch können sich die Ausgaben für einen professionellen Gärtner schnell rechnen, wenn es um den Verkauf geht. Wer aber nur selbst im eigenen Garten ein paar Erdbeeren anpflanzen oder Küchenkräuter kultivieren möchte, braucht nicht die Unterstützung eines Gärtners. Anders kann es aussehen, wenn hochwertige Pilze professionell gezüchtet werden sollen, vor allem Shitake oder Trüffel sind sehr schwierig in der Aufzucht und bringen daher beim Verkauf hohe Gewinne ein. Die meisten Gärtnereien sind Familienbetriebe, einen freien Gärtner für Gelegenheitstätigkeiten zu finden gestaltet sich manchmal als zeitaufwendig und schwierig. Um dem angestellten Gärtner ein angemessenes Gehalt zahlen zu können, kann man sich gut an den regionalen Preisen orientieren und zum Beispiel zunächst mehrere Angebote von Gärtnereien am Wohnort einholen.

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