Fleurops Junge Wilde im Interview: Von großen Herausforderungen und unvergesslichen Momenten bei den Olympischen Spielen in Rio

Im Rahmen der Fleurop-Kooperation als offizieller Blumenpartner der Deutschen Olympiamannschaft 2016 waren Fleurops Junge Wilde zusammen mit einem brasilianischen Floristenteam für die florale Dekoration im Deutschen Haus verantwortlich und haben alle Ehrungssträuße für die deutschen Athleten gebunden. Nach ihrer Rückkehr erzählen Elisabeth Schoenemann und Björn Kroner-Salié im Interview wie es hinter den Kulissen bei den Olympischen Spielen in Rio war.

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Im Rahmen der Fleurop-Kooperation als offizieller Blumenpartner der Deutschen Olympiamannschaft 2016 waren Fleurops Junge Wilde zusammen mit einem brasilianischen Floristenteam für die florale Dekoration im Deutschen Haus verantwortlich und haben alle Ehrungssträuße für die deutschen Athleten gebunden. Nach ihrer Rückkehr erzählen Elisabeth Schoenemann und Björn Kroner-Salié im Interview wie es hinter den Kulissen bei den Olympischen Spielen in Rio war.

Fleurop: Was war für Euch das Besondere an diesem Projekt?

Björn Kroner-Salié: Normalerweise dauern Event-Projekte meistens nur einen Abend oder vielleicht mal zwei Tage, hier ging es um eine Logistik und Flexibilität von 17 Tagen plus Vorbereitung – und das alles in einem anderen Land!

Elisabeth Schoenemann: Einmal bei Olympia dabei zu sein war für mich ein absolutes Highlight! Die positive Lebenskultur in Rio packt einen sofort. Und unsere täglichen, wackeligen Fahrten in dem alten VW-Bus von unserer Unterkunft zum Großmarkt und zum Deutschen Haus bleiben auch unvergesslich. Der Verkehr in Rio ist wirklich sehr chaotisch.

Fleurop: Wie lief die Zusammenarbeit mit den brasilianischen Floristen?

Björn Kroner-Salié: Unsere brasilianischen Kollegen vor Ort worden natürlich mit Bedacht und Schwerpunkten ausgesucht. Camila Whitaker, die Chefin des vierköpfigen brasilianischen Teams, kenne ich schon seit drei Jahren. Alle haben super zusammengearbeitet und es gab so viele tolle Momente mit diesem Team – verrückt, nervend, lachend, einfach alles! Wir haben schließlich während der Zeit gemeinsam in einer Wohnung gelebt.

Elisabeth Schoenemann: Da man in Brasilien mit Englisch nicht weit kommt, mussten wir meist mit Händen und Füßen kommunizieren – das hat aber gut funktioniert. Überrascht hat mich, dass bei den Brasilianern ein viel autoritärerer Ton herrschte, da haben wir erst mal den Team- Spirit von Fleurops Junge Wilde reingebracht.

Fleurop: Was waren für euch die Herausforderungen beim Wareneinkauf?

Björn Kroner-Salié: Die örtlichen Blumenhändler sind nicht so eingetaktet, dass man sich zu 100 Prozent auf sie verlassen kann. Daher war eine Vorbestellung immer damit verbunden, dass man im Hinterkopf haben musste: Die bestellte Ware wird nicht da sein, also muss Plan B her. Außerdem gab es auf dem Großmarkt in Rio meist nur eine Anlieferung am Freitag oder Samstag und die Ware wurde dann über eine Woche abverkauft – das erklärte auch, warum die Blumenpreise täglich sanken und die Qualität schwankte.

Elisabeth Schoenemann: Auf dem Großmarkt war es wirklich ein Vorteil, dass wir eine Muttersprachlerin dabeihatten. Man kriegt dann einfach andere Preise. Auch wenn es mal Probleme mit der Ware oder einer Bestellung gab, konnte man dies auf Brasilianisch viel schneller klären.

Fleurop: Wie seid Ihr beim Arbeiten mit dem Klima in Rio zurechtgekommen?

Björn Kroner-Salié: Das Klima im Stadtteil Barra, wo das Deutsche Haus steht, war sehr windig. Die Zeiten, in denen es mal windstill war, kann man fast an einer Hand abzählen – das kann nicht nur an den Nerven, sondern vor allem auch an den Blumen zerren. Wir mussten erst mal lernen, welche Pflanzen bei diesem warmen und zugleich windigen Klima am besten stand-halten. Bromelien zum Beispiel gehören nicht dazu, die wurden dann schnell fleckig. Oncidien und Cymbidien dagegen eigneten sich perfekt.

Elisabeth Schoenemann: Die Blumen immer wieder neu anschneiden und schön auf Frisch-haltemittel stellen – das war in Rio das allerwichtigste.

Fleurop: Welche spontanen Herausforderungen musstet Ihr meistern? Und wie ist Euch das gelungen?

Björn Kroner-Salié: Der Strom in unserem Kühlcontainer ist gern mal ausgefallen. Das lag mit an dem Generator, der auch so einiges anderes betreiben musste. Aber eigentlich lief es dann auch wieder sofort, wenn man den Verantwortlichen angesprochen hat. Eine Herausforderung war definitiv die Strecke von ca. 300 Metern, die wir jedes Mal zurücklegen mussten, um die Floristik von unserer Arbeits- und Vorbereitungsstätte zum Deutschen Haus zu bringen. Nach zwölf Stunden Arbeit und etlichen Gängen von A nach B kann sich das wohl jeder vorstellen.

Elisabeth Schoenemann: Und es war jeden Nachmittag spannend, herauszufinden, wie viele Sträuße wir neben der floristischen Dekoration am Abend dann tatsächlich bereithalten mussten. Je nachdem, wie viele Medaillen das Deutsche Olympiateam gewonnen hatte, waren es mal nur drei, mal aber auch 18 oder mehr. Da musste man immer ausreichend Ware da haben, sich gut organisieren und im entscheidenden Moment Hand in Hand zusammenarbeiten.

Fleurop: Hattet Ihr auch persönlichen Kontakt zu den Athleten?

Björn Kroner-Salié: Leider nicht wirklich. Ein paar Mal hatten wir das Glück, Fotos mit einigen Sportlern zu bekommen, meistens ging das jedoch nicht – schade eigentlich! Vieles lief streng nach Protokoll ab und die Sieger wurden am Abend meist völlig abgeschirmt vor der Pressewand abgelichtet und dann wieder in ihre abgesicherte Lounge gebracht.

Elisabeth Schoenemann: Wobei: Manchmal kam man ganz lustig an der Bar beim Warten aufs Bier ins Gespräch, z. B. mit Goldmedaillengewinner Fabian Hambüchen. Das lief dann ungefähr so: »Was macht Du hier?« »Blumen.« »Und Du?« »Turnen.«

Fleurop: Wie waren die Reaktionen auf die floristische Dekoration?

Björn Kroner-Salié: Blumen waren überall präsent und wurden immer freudig geschwenkt – ich glaube, sie wurden auch ein wenig erwartet. Die Sportler und Gäste hatten durchweg ein Strahlen im Gesicht, wenn sie uns bei der Arbeit sahen ... sprich von dieser Seite aus ein voller Erfolg! Ich kann mir ehrlich gesagt das Deutsche Haus auch gar nicht ohne Blumendeko vorstellen, das muss in der Vergangenheit sehr steril und eher wie auf einer Messe ausgesehen haben.

Elisabeth Schoenemann: Durch den exotischen Blumenschmuck entstand einfach eine lockere Beach-Atmosphäre, das hat sich auf die Stimmung übertragen. Wir haben von allen Seiten ein super Feedback bekommen – von den Cateringmitarbeitern bis zu den VIPs.

Fleurop: Vielen Dank für das Gespräch.

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