FiBL: Lernen, was Bohne und Erbse können

32 Berufsschüler des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum untersuchen Vorzüge von Ackerbohnen und Erbsen.

Die Praxis bleibt hängen. Berufsschüler begutachten die Ackerbohnenpflanzen, zählen die Hülsen pro Pflanze und prognostizieren die zu erwartende Ernte. Foto: FiBL, Kerstin Spory

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Welche Vorzüge haben Ackerbohnen und Erbsen, im Öko- sowie im konventionellen Landbau? Das wissen 32 Berufsschüler des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinhessen, Nahe, Hunsrück nach einer interessanten und kurzweiligen Exkursion auf den Demobetrieb Rescheider Hof im Rhein-Hunsrück-Kreis. Der Praxistag fand in Kooperation mit dem Demonstrationsnetzwerk Erbse / Bohne statt, für das die FiBL Projekte GmbH den Bereich Wissenstransfer betreut.

Biolandwirtin Manuela Seibel-Lahnert und ihr Mann Michael Lahnert empfangen schon seit drei Jahren Berufsschüler der Landwirtschaft. "Es macht so viel Spaß, weil wir so oft einen Aha-Effekt bei den jungen Landwirten sehen", erzählen sie. Das gilt sowohl für die wenig bekannten Leguminosen als auch für den Ökolandbau insgesamt. Die Lahnerts bauen auf je 15 ha Ackerbohnen (Sorte Fuego, Alexia) und Wintererbsen (Sorte E.F.B. 33, Pandorra) im Gemenge mit Triticale an. Ihre Erfahrung: Erbsen und Ackerbohnen lockern die Fruchtfolgen auf, bringen Stickstoff in den Boden und helfen, Unkraut und Schädlinge zu managen. Sie können ihre Ernte sehr gut an die Naturland Marktgesellschaft verkaufen. Seit 1993 ist der Rescheider Hof Mitglied bei Naturland.

Wer selbst agiert, lernt nachhaltiger

Nachdem das Ehepaar den Schülern die wichtigsten Eckpunkte zu Kulturen und Wirtschaftsweise vermittelt hat, müssen die Nachwuchslandwirte selbst an die Arbeit. "Die Praxis bleibt hängen", ist DemoNetErBo-Berater Jochen Buß überzeugt und geht deshalb in den Dialog mit den Schülern. Sie bestimmen in Gruppen zu je vier Personen die Ackerbohnenpflanzen pro Quadratmeter, zählen die Hülsen pro Pflanze und prognostizieren die zu erwartende Ernte pro Hektar. Dass die Bohnen Stickstoff in den Boden bringen, wissen alle. Wie, dass schauen sie sich vor Ort an, indem sie eine Pflanze ausgraben, die Wurzel untersuchen und die stickstoffsammelnden Knöllchenbakterien daran entdecken. An weiteren Stationen planen sie beispielsweise die Fruchtfolge für den Betrieb: An welcher Stelle stehen die Leguminosen in der Fruchtfolge am besten? Welche Folgekultur kann den Stickstoff am besten verwerten? Die Bodenart bestimmen die Auszubildenden mit der Fingerprobe.

"Über Leguminosen wusste ich zwar schon Einiges, aber es ist anders, wenn man sie auf dem Acker sieht", kommentiert Berufsschüler Lukas Adam. "Ich war noch nie auf einem Biobetrieb, ich hatte mir das, ehrlich gesagt, ganz anders vorgestellt, nicht so modern", ergänzt Mitschüler Luca Wolters. Theoretisch wussten die Schüler schon, dass Leguminosen die Fruchtfolge auflockern können. "Von den Lahnerts selbst zu hören, welchen großen Vorfruchtwert die Leguminosen haben und wie hilfreich sie für das Management von Unkraut sind, ist lehrreicher als ein ganzes Schulbuch. Man kann viele Anregungen mit nach Hause nehmen", resümieren die Nachwuchslandwirte die Exkursion. "Mission erreicht", freut sich Jochen Buß. "In der Exkursion lassen sich Theorie und Praxis ideal verbinden." Auch in weiteren Bundesländern finden in diesem Sommer Exkursionen mit Berufs- oder Fachschülern auf Netzwerkbetrieben des DemoNetErBo statt. Termine finden Interessierte auf www.demoneterbo.agrarpraxisforschung.de. 

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