Ernteschätzung: EU erwartet große Apfelernte

Die für 2018 geschätzte Apfelernte ist die größte der letzten zehn Jahre und hat eine ähnliche Größe wie die Ernten in den Jahren 2014 und 2015. Insbesondere der Anteil der polnische Ernte von 4,48 Mio. fällt wesentlich größer aus.

Die für 2018 geschätzte Apfelernte ist die größte der letzten zehn Jahre und hat eine ähnliche Größe wie die Ernten in den Jahren 2014 und 2015. Bild: GABOT.

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Die 28 Länder der Europäischen Union erwarten in diesem Jahr eine Apfelernte von 12.61 Mio. Tonnen. Das sind 36% mehr als die Ernte des Vorjahres in Höhe von 9.25 Mio. Tonnen und 13% mehr als der Durchschnitt der letzten drei Jahre. Diese Zahlen wurden unlängst auf dem Prognosfruit-Kongress in der polnischen Hauptstadt Warschau veröffentlicht.

Die erwartete polnische Apfelernte ist 56% größer als die von 2017 und 23% größer als der Durchschnitt der letzten drei Jahre. Die Ernteerträge in Italien werden voraussichtlich um 29% auf 2,2 Mio. Tonnen steigen. Frankreich erwartet einen Anstieg um 5% (1,5 Mio. t), während die deutsche Apfelernte voraussichtlich knapp 1 Mio. t (+66%) betragen wird. Spanien erwartet ein geringeres Volumen mit 473.000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Lediglich Spanien, Portugal und Lettland rechnen mit einer kleineren Ernte als im Vorjahr. 

Die Apfelernte in den Niederlanden wird auf 259.000 Tonnen geschätzt, 14% mehr als im Vorjahr, das sind allerdings 12% weniger als im Dreijahresdurchschnitt. Belgien erwartet eine 147% höhere Apfelernte mit 217.000 Tonnen Äpfeln. Auch in Österreich ist die Apfelernte mit einem erwarteten Ertrag von 184.000 Tonnen um 175% höher.

Golden Delicious bleibt mit einer geschätzten Produktion von 2,34 Mio. Tonnen die mit Abstand am häufigsten geerntete Sorte. Die Ernte dieser Sorte wird auf 23% höher als im Vorjahr und 3% höher als im Durchschnitt des Zeitraums 2015-2017 geschätzt. Darüber hinaus wird die Produktion der Gala um 15% auf 1,46 Mio. Tonnen erhöht. Die Produktion von Jonagold, einschließlich Jonagored und Red Jonaprince, wird auf 1,08 Mio Tonnen geschätzt. Das sind 71% mehr als im Vorjahr und 12% mehr als im Durchschnitt 2015-2017. Die im Vergleich zum Vorjahr höhere Produktion ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in Polen wesentlich mehr angebaut wird. Die Boskoop-Ernte (Goudreinet) wird auf 63.000 Tonnen geschätzt. Das sind 86% mehr als im Vorjahr.

Elstar

Die geschätzte Produktion von Elstar beträgt 335.000 Tonnen. Das sind 26% mehr als im Vorjahr und 4% weniger als die durchschnittliche Produktion im Zeitraum 2015-2017. Dies ist vor allem durch eine höhere Elstar-Produktion in den Niederlanden und Deutschland begründet. Die Produktion in Deutschland ist 36% höher als im Vorjahr, verglichen mit 12% in den Niederlanden, wobei dort In diesem Jahr über 30% der europäischen Elstar produziert werden. 

Die NFO betont, dass die Schätzungen niedrig angesetzt sind, jedoch aufgrund der Dürre die Ernten noch etwas geringer ausfallen könnten. Das Volumen der für den Frischverzehr geeigneten Äpfel wird auf etwas weniger als den Durchschnitt geschätzt. Durch die Trockenheit wird ein höherer Prozentsatz der Erzeugnisse in der Verarbeitungsindustrie zum Einsatz kommen. Aufgrund der frühen Ernte ist die Verkaufssaison länger. China, der größte Apfelproduzent der Welt, erwartet eine um 30% niedrigere Produktion als im Vorjahr. Dies dürfte Möglichkeiten für Exporte aus EU-Ländern in Märkte bieten, die ansonsten von China bedient werden.

Die europäische Birnenernte wird mit 2,33 Mio. Tonnen schätzungsweise um 4% höher ausfallen, was einem Anstieg von 4% gegenüber dem Vorjahr und 3% mehr als im Durchschnitt der letzten drei Jahre entspricht. Italien, der größte Birnenproduzent in der EU, erwartet eine Ernte von 741.000 Tonnen, dem Niveau des Vorjahres entspricht.

Die Schätzung der Konferenz ist 953.000 Tonnen 9% höher als die Produktion im Jahr 2017, die von Doyenné du Comice liegt bei 74.000 Tonnen und damit 26% höher als die Produktion des Vorjahres. Die Schätzung für die Sorte Abate Fetel ist mit 333.000 Tonnen nahezu vergleichbar mit der Vorjahresproduktion.

Die Niederlande und Belgien machen etwa 65% der EU-Konferenzproduktion aus. In diesen Ländern herrscht eine schwere Dürre, was bedeutet, dass die Gesamtproduktion der Konferenz geringer ausfallen kann.

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