Einreise von Saisonarbeitskräften: Statements

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, und Bundesinnenminister Horst Seehofer und haben gestern ein Konzept vorgestellt, das Ausnahmen von den geltenden Einreisebeschränkungen für Saisonarbeitskräfte vorsieht und so die Einreise von 40.000 Erntehelfern ermöglicht.

Zur Spargelernte werden viele Saisonarbeiter benötigt. Bild: GABOT.

In der Branche wurde die neue Lösung mit Wohlwollen aufgenommen und kommentiert:

Statements

Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG):
„Mit großer Erleichterung nehmen wir die Einigung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesinnenminister Horst Seehofer zur Kenntnis, wonach im April und Mai jeweils bis zu 40.000 Saisonarbeiter unter strengen Auflagen nach Deutschland einreisen dürfen. Die Notwendigkeiten in der Branche sind erkannt worden. Die zügige Umsetzung ist eine große Herausforderung der Betriebe, die wir umgehend angehen werden. Der Gartenbau in Deutschland leistet große Anstrengungen, um die Grundversorgung der Bevölkerung in der aktuellen Situation, aber auch darüber hinaus zu sichern.“

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes:
„Wir begrüßen sehr, dass sich die Bundesregierung geeinigt hat, zusätzlichen Saisonarbeitskräften aus Osteuropa die Einreise zu ermöglichen. In dem Konzept ist die Initiative des Deutschen Bauernverbandes und des Gesamtverbandes der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände berücksichtigt. Jetzt geht es an die Umsetzung: Unsere Betriebe werden die Leitlinien und Vorgaben des Robert Koch-Instituts strikt einhalten, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Diese Regelung hilft uns arbeitsfähig zu bleiben.“

Peter Hauk, Landwirtschaftsminister in Baden-Württemberg:
„Seit Tagen wurde im Bund der Ball in Sachen Erntehelfer hin und hergeschoben. Für unsere Landwirte, die kurz vor der Ernte und der Aussaat stehen, eine unerträgliche Situation. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, das musste jetzt auch der Bundesinnenminister einsehen. Die Nachricht, dass nun die dringend benötigten Erntehelfer aus Osteuropa einreisen dürfen, ist eine sehr gute Botschaft für die Bauern, aber auch für die Verbraucher. Wir bieten uns gerne Modellland an, wenn jetzt Partner gebraucht werden, die zeigen, dass die Arbeit von Erntehelfern unter Einhaltung der gebotenen Corona-Sicherheitsmaßnahmen möglich ist. Wir vertrauen unseren Bauern, dass sie den Einsatz der Erntehelfer mit größter Sorgfalt umsetzten“.

Walter Heidl, bayerischer Bauernpräsident:
"Wir Bäuerinnen und Bauern wollen die Bevölkerung trotz der Corona-Krise mit frischen und regionalen Lebensmitteln versorgen. Damit das bei Obst und Gemüse gelingen kann, sind erfahrene ausländische Saisonarbeiter notwendig. Das hat der Bauernverband in den letzten Tagen deutlich gemacht. Jetzt konnte in Abstimmung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium, dem Bundesinnenministerium und dem Robert Koch-Institut kurzfristig eine Lösung gefunden werden, die zu einer Entspannung im Obst- und Gemüsebau beiträgt. Die Betriebe werden die Leitlinien und Vorgaben des Robert Koch-Instituts strikt einhalten. Der Bayerische Bauernverband informiert seine Mitglieder über die wichtigen Details und unterstützt bei der Abwicklung. Denn für die Landwirtschaft und die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse ist in dieser schwierigen Situation wichtig, dass die dringend benötigten Arbeitskräfte auf die Höfe geholt werden können und gleichzeitig der Infektionsschutz gewährleistet ist." 

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