EHEC: Keine Entschädigung für Feldsalat und Rucola

Als absolut unverständlich bezeichnete Dr. von Heyl die Tatsache, dass für Feldsalat und Rucola bis heute keine Entschädigung gezahlt wurde, obwohl diese Produkte ebenso von der Absatzkrise betroffen waren, wie alle Gemüse- und Salatarten.

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Anlässlich des Pfälzer Gemüsebautages 2011, der am heutigen Tage in Mutterstadt stattfand, blickte der Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. , Dr. Ludwig von Heyl, auf ein schwieriges Jahr für den heimischen Gemüsebau zurück. Neben diversen Wetterkapriolen seien die Betriebe völlig unverschuldet in eine katastrophale Absatzkrise geraten.

Als absolut unverständlich bezeichnete Dr. von Heyl die Tatsache, dass für Feldsalat und Rucola bis heute keine Entschädigung gezahlt wurde, obwohl diese Produkte ebenso von der Absatzkrise betroffen waren, wie alle Gemüse- und Salatarten. Die rheinland-pfälzische Landesregierung habe die Forderung des Verbandes in diesem Punkt unterstützt und einen entsprechenden Antrag im Rahmen der letzten Agrarministerkonferenz, die vom 26. bis 28. Oktober in Suhl stattfand, eingebracht. Dies müsse nun endlich umgesetzt werden, so Dr. von Heyl.

Darüber hinaus müssten derartige Warnungen künftig differenzierter ausgesprochen werden. Natürlich müsse in einer Situation wie der EHEC-Krise gewarnt werden, wenn es um Menschenleben gehe, so Dr. von Heyl. Es könne jedoch nicht sein, dass „allgemeine“ Warnungen vor Produkten „ins Blaue hinein“ mit der Folge ausgesprochen werden, dass zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe in eine massive Absatz- und Liquiditätskrise geraten, so der BWV-Vizepräsident. Inzwischen habe auch der Rechnungshof den zuständigen Behörden bescheinigt, bei Krisen zu versagen und auf lückenhafte und unkoordinierte Absprachen hingewiesen. Der BWV sehe sich damit in seiner Auffassung bestätigt, erklärte Dr. von Heyl.

Kritisiert hat Dr. von Heyl die rheinland-pfälzische Landesregierung in Bezug auf den vorgelegten Haushaltsentwurf des Landes. Für einige wichtige Positionen im landwirtschaftlichen Bereich sei mit schmerzhaften Einschnitten zu rechnen. So sei beispielsweise vorgesehen, die Mittel für die Flurbereinigung deutlich zu kürzen, obwohl damit wichtige strukturverbessernde Maßnahmen im Sinne der Landwirtschaft umgesetzt werden. Über allem schwebe darüber hinaus eine „globale Minderausgabe“ in Höhe von 8,38 Millionen Euro im landwirtschaftlichen Bereich. Bisher habe die Landesregierung noch nicht mitgeteilt, wo diese Mittel eingespart werden sollen.

Der BWV-Vizepräsident bekräftigte, der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. werde sich in die Beratungen zum Haushalt einbringen und die notwendigen Mittel einfordern. Im Sinne des Gemüsebaus werde man natürlich auch für einen weiteren, sinnvollen Ausbau der Beregnung kämpfen, da die Betriebe hierauf dringend angewiesen seien. Nur mit einer guten, funktionsfähigen und bezahlbaren Beregnung sei die Erfolgsgeschichte des Pfälzer Gemüsebaus fortführbar, so Dr. von Heyl abschließend. (bwv)

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