DGL: Gewässerschutz vor Nitrat-Verunreinigungen auf dem Prüfstand

Düngung und Gewässerschutz können miteinander in Einklang gebracht werden. Darüber sind sich DLG-Präsident Hubertus Paetow und VKU-Vizepräsident Karsten Specht einig. Die beiden diskutierten am 5. November 2019 beim DLG-Talk darüber, welche Lösungen zielführend und gleichzeitig effektiv sind, was eine nachhaltige Landwirtschaft bereits heute für den Gewässerschutz leistet und wie der Beitrag der Landwirtschaft zur Bereitstellung sauberen Wassers weiter ausgebaut werden kann.

Düngung und Gewässerschutz können miteinander in Einklang gebracht werden. Bild: DLG.

Anzeige

An der Umsetzung der europäischen Wassergesetzgebung in Deutschland scheiden sich die Geister. Die EU-Kommission ist weiterhin davon überzeugt, dass Deutschland die Umsetzung der geltenden EU-Nitratrichtlinie bisher schuldig geblieben ist. Nun drohen Strafzahlungen in Millionenhöhe. Zwischen Bund und Ländern dauern die Diskussionen über zielgerichtete und effiziente Maßnahmen an. Denn Deutschland muss darlegen, wie es die Nitrateinträge in die Gewässer und damit in die Trinkwasserressourcen zukünftig weiter reduzieren wird. Gleichzeitig werden die vorgeschlagenen Maßnahmen von den Landwirten kontrovers diskutiert und führen zu Protesten. Viele Landwirte fürchten in der Umsetzung für ihre Betriebe negative wirtschaftliche Folgen. Über den aktuellen Stand haben sich am 5. November in Berlin der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) Hubertus Paetow und Karsten Specht, Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) im Rahmen des sogenannten DLG-Talks ausgetauscht. Für die beiden steht fest: Düngung und Gewässerschutz können miteinander in Einklang gebracht werden.

DLG-Präsident Paetow: „Es ist unstreitig, dass wir die Nitratauswaschungen ins Grundwasser eindämmen müssen. Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit der Böden darf man die Anforderungen vom Allgäu bis nach Flensburg aber nicht über einen Kamm scheren. Deshalb müssen die Anforderungen spezifisch auf jeden Standort zugeschnitten sein – und die Wirkung durch Messungen kontrolliert werden. So kann jeder Landwirt seine Düngeeffizienz überprüfen. Es besteht zweifelsfrei in einigen Regionen Handlungsbedarf. Aber wir brauchen intelligentere Lösungen als die, die derzeit diskutiert werden, wie etwa eine pauschale Deckelung der Nährstoffobergrenzen.“

VKU-Vizepräsident Specht: „Übermäßig aufgebrachte Düngemittel gefährden die Qualität der Trinkwasserressourcen – und damit die nachhaltige Wasserversorgung unserer Bevölkerung, Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe. Wir müssen das Agrarsystem deswegen auf neue Füße stellen. Um Gewässer bestmöglich zu schützen, sollte sich die Düngung nicht am maximalen Ertrag orientieren, sondern am optimalen Einsatz von Düngemitteln. Böden in nitratbelasteten Gebieten gehören auf eine Schlankheitskur.“ Für den VKU-Vizepräsidenten müssen die zuständigen Behörden der Wasser- und Landwirtschaft zudem in die Lage versetzt werden, aufgrund der vorliegenden Daten nachzusteuern. Specht: „Zentral dafür ist die Einführung eines flächendeckenden, schlagbezogenen und transparenten Effizienzmonitorings auf Basis digitaler Datenübermittlung.“

Paetow und Specht abschließend: „Wenn es gelingt, Stoffströme digital – am besten in Echtzeit – zu dokumentieren, die Behörden direkten Zugriff auf diese Daten haben, sie auswerten und wenn nötig eingreifen können, haben wir die notwendige Transparenz im System und eine echte Lösung auf dem Tisch.“ (DLG)

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.