Beschäftigung von Menschen mit Behinderung

Beispiele für die gelungene Integration behinderter Menschen auf landwirtschaftlichen Betrieben werden in dem Leitfaden "Zusammen schaffen wir was! - Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in der Landwirtschaft" des Forschungsinstituts für biologischen Landbau vorgestellt.

Der Stolz ist der jungen Frau anzusehen, wenn sie die vollen Gemüsekisten in den Hofladen trägt. Die Zucchini, Kürbisse und Salate hat die geistig behinderte Frau eben selbst geerntet und bei den vollen Kisten muss sie ganz schön zupacken. Um sich zu vergewissern, dass sie keine Zucchini erntet, die noch zu klein sind, trägt sie bei der Ernte in der Tasche ein Größenbeispiel. Mittlerweile hat sie auch viel Routine, aber wenn sie doch einmal unsicher wird, vergleicht sie rasch vor Ort - so kann sie die Ernte selbständig bewältigen, ohne andere Mitarbeiter fragen zu müssen. Als Gabi U. vor drei Jahren in dem Gartenbaubetrieb mit Hofladen anfing zu arbeiten, hat die Angst etwas falsch zu machen sie bei vielen Arbeiten noch blockiert. Doch mit Hilfe des Betriebsleiters und ihrer Kollegen ist es gelungen, die junge Frau in den Betriebsablauf zu integrieren. Inzwischen arbeitet sie überwiegend eigenständig und für manche Klippe haben sie und ihre Kollegen sich kleine passende Tricks ausdenken können. Für den Hofladen beispielsweise stellt eine Mitarbeiterin an jedem Beet oder Folienhaus Kisten in der gewünschten Größe und Anzahl auf. Gabi U. arbeitet diese "Aufträge" dann gewissenhaft ab. "Am liebsten aber mach ich den Hofladen schön", beschreibt sie ihre Lieblingsarbeit. Dabei achtet sie auf ansprechende Präsentation und legt gerne auch mal noch einige Blüten neben den Salat. Bevor sie auf den Außenarbeitsplatz in der Gärtnerei wechselte, hatte sie in der nahegelegenen Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet. "Aber Gärtnerin oder Floristin, das will ich werden", das war ihr schon seit der Schule klar. Nach einem Praktikum haben sie, die Werkstatt und der Betrieb sich auf ein "ausgelagertes Beschäftigungsverhältnis" geeinigt. Dabei gewährleistet die Werkstatt weiter die Versicherung und bei Bedarf auch Beratung. Ihre Arbeit verrichtet Gabi U. aber seither ausschließlich in der Gärtnerei. "Und von uns aus kann das gerne noch lange so weitergehen", betont der Betriebsleiter. Von dieser Art der Beschäftigung profitieren beide Seiten.

Weitere Beispiele für die gelungene Integration behinderter Menschen auf landwirtschaftlichen Betrieben werden in dem Leitfaden "Zusammen schaffen wir was! - Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in der Landwirtschaft" des Forschungsinstituts für biologischen Landbau vorgestellt.

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