Obstskandal am Bodensee?

Anzeige

Einsatz in Deutschland nicht zugelassener Pflanzenschutzmittel / Betroffene Erzeuger vom Badischen Herkunfts- und Qualitätszeichen ausgeschlossenIn einem aktuellem Artikel meldete die Stuttgarter Zeitung: „Bußgeldverfahren gegen 120 Landwirte, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, Beschlagnahme von Obst: mit illegalen Spritzmitteln haben sich die Obstbauern vom Bodensee ins Zwielicht gebracht.“ Und weiter in der heutigen Ausgabe: „Das Vertrauen in die heimische Agrarprodukte ist gründlich erschüttert, tief verunsichert stehen die Kunden vor den Obstregalen.“

 

Was war geschehen? Zum einem der unerlaubte Einsatz von importierten nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, wie z.B. Mepiquat – einem Wachstumsregulator, der gleichzeitig die Blütenbildung fördert - und zum anderen der Verkauf von nicht zugelassenen Spritzmitteln durch drei Märkte der WLZ Raiffeisen AG. Gegen die betroffenen Obstbauern laufen derzeit ca. 100-120 Bußgeldverfahren, gegen die WLZ-Märkte ermittelt die Staatsanwaltschaft Ravensburg. Die Stuttgarter-Zeitung informierte zudem, dass der Skandal bereits im Frühjahr durch anonyme Anzeigen „ins Rollen“ geraten wäre.

 

Erste Reaktionen vom Ministerium für den ländlichen Raum Baden-Württemberg: „Keine gesundheitlichen Bedenken – Bodensee-Obst steht unter verstärkter Kontrolle“. Nach ausführlichen Untersuchungen weist das Ministerium weiter darauf hin, „dass in keiner Probe Rückstandsmengen festgestellt wurden, die gesundheitliche Gefahren für den Verbraucher zur Folge hätten! Deshalb würde keine Lebensmittelwarnung herausgegeben.“

Die Marketinggesellschaft Baden-Württemberg (MBW) reagierte umgehend auf die Verstöße und schloss die betroffenen Erzeuger von der Führung des Herkunfts- und Qualitätszeichens für Baden-Württemberg mit sofortiger Wirkung aus. Für Birnen aus diesjähriger Ernte wurde vorsorglich die Nutzung des Qualitätszeichens ganz untersagt.

 

Wie heißt es in dem Artikel der Stuttgarter Zeitung so schön: „ für Branchenkenner ist das nur die Spitze des Eisberges“. Der Pflanzenschutzmittelmissbrauch soll schon seit Jahren eher die Regel als eine Ausnahme sein. Weiter heißt es in der Stuttgarter Zeitung: „Eine stattliche Zahl von schwarzen Schafen, denen die erlaubten Pflanzenschutzmittel nicht genügten, hat nun sämtliche Kollegen – auch die ehrlichen – in Bedrängnis gebracht.“

Eine Gesundheitsgefährdung scheint ja – zum Glück – nicht zu bestehen. Aber das Image und vor allen Dingen das Vertrauen in Obst vom Bodensee ist geschwunden. (Sascha Zöller, GABOT)

 

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.