Nachruf: Martin Jauch gestorben

Dipl.-Ing. (FH) Martin Jauch, langjähriger und hochgeschätzter Mitarbeiter der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), ist völlig unerwartet am 28. August 2014 für immer aus diesem Leben gegangen.

Dipl.-Ing. (FH) Martin Jauch, langjähriger und hochgeschätzter Mitarbeiter der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), ist völlig unerwartet am 28. August 2014 für immer aus diesem Leben gegangen.

Martin Jauch wurde am 21.10.1954 in Tettnang geboren. Aufgewachsen am Bodensee begann er nach einer Gärtnerlehre sein Gartenbaustudium an der Fachhochschule Weihenstephan. Bereits als Student war er im Praxissemester und in den Semesterferien im damaligen Institut für Bodenkunde und Pflanzenernährung als Gärtnergehilfe beschäftigt. Damit war der Grundstein gelegt für seine spätere Tätigkeit am Institut.

Zusammen mit seinem damaligen Chef Prof. Dr. Peter Fischer forschte er mit großem Erfolg von 1985 bis 1991 im Rahmen von Entwicklungsaufträgen des Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen über die Kompostierung organischer Reststoffe als Torfersatz, danach wurde er in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Der aus diesen Arbeiten entstandene "Leitfaden zur Kompostierung im Garten" trug wesentlich dazu bei, das Verhältnis der Freizeitgärtner/innen zur Kompostierung zu revolutionieren. Die daraus entstandene gute Zusammenarbeit des Instituts für Gartenbau mit der Fachvereinigung Bayerischer Komposthersteller dauert bis heute an. Die umfangreichen Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesem Projekt brachte Martin Jauch auch in das spätere Forschungsprojekt "Fachgerechte Düngung im Garten unter Berücksichtigung der Stickstoffgehalte im Boden" ein.

Neben Kompostierung und Düngung ist Dachbegrünung als zweiter Themenbereich bestimmend für Martin Jauch gewesen. Die Entwicklung eines Verfahrens zur Untersuchung der Wurzelfestigkeit von Bahnen und Beschichtungen für Dachbegrünungen ist heute Grundlage für ein internationales Prüfverfahren (Europäische Norm EN 13948). Darüber hinaus lag Martin Jauch die Anlage und Pflege von Dachbegrünungen am Herzen. Forschungsprojekte zu den Themen Düngung, Nährstoffaustrag, Substrateigenschaften und Versinterung dienten einer weitreichenden Zunahme der Nutzung von Dachflächen. Zuletzt bearbeitete er ein Projekt, in dem es um die Kühlwirkung von Dachbegrünungen bei Nutzung von gering verschmutztem Abwasser ging.

Ein weiteres nennenswertes Forschungsgebiet von Martin Jauch war die Entwicklung von Verfahren zur Prüfung der Wurzel- bzw. Rhizomfestigkeit von Gewässerabdichtungen, Kanalrohrdichtungen und Bambussperren. Die jahrzehntelange Beschäftigung mit diesen Themen in seiner ihm eigenen gewissenhaften Arbeitsweise erklärt die vielen hervorragenden Resultate. Dabei war es ihm immer ein besonderes Anliegen, die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis zu implementieren. Martin Jauch hat hierfür zahlreiche Veröffentlichungen verfasst, unzählige Vorträge gehalten und in vielen Fachgremien - v.a. von FLL und GGS - mitgewirkt. Sein fachlicher Rat war hoch geschätzt, gründete er sich doch auf einer neutralen Grundhaltung, Zuverlässigkeit, Kooperationsbereitschaft und einer sehr positiven Ausstrahlung.

Die gut verständliche Weitergabe seines Expertenwissens an Multiplikatoren des Freizeitgartenbaus wie Kreisfachberater, Gartenpfleger, Gartenbauvereine bis hin zu jedem einzelnen wissbegierigen Freizeitgärtner war ihm als gelernten Gärtner ein großes Anliegen. Wer Vorträge von ihm erlebt hat, wird bestätigen können, dass ein besonderes Charisma von ihm ausging. Vor oft großen und vollen Sälen konnte er sich einfühlend auf das jeweilige Publikum einstellen und komplizierte Sachverhalte anschaulich und gedächtnisgerecht vermitteln. Damit hat er große und nachhaltige Wirkung auf das Umweltbewusstsein der Freizeitgärtner/innen erzielt und gleichzeitig das Ansehen Weihenstephans auf diesem Gebiet sehr gefördert.

Durch die Mitwirkung bei zahlreichen Lehrveranstaltungen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Durchführung von überbetrieblichen Lehrgängen der benachbarten Deula Bayern profitierten nicht zuletzt die Studierenden und Auszubildenden von seinen enormen fachlichen und rhetorischen Fähigkeiten.

Für die Angehörigen der HSWT, die Martin Jauch gekannt und mit ihm zusammengearbeitet haben, ist sein Tod ein tiefer menschlicher sowie ein großer fachlicher Verlust. Die Hochschule verliert mit ihm einen höchst engagierten und fachlich exzellenten Mitarbeiter, der mit seiner erfolgreichen und weitreichenden Außenwirkung sehr viel zum Renommee der HSWT, vor allem in den Bereichen Pflanzenernährung und Dachbegrünung beigetragen hat.

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