BVL: Auf Grüner Woche den Lebensmittelfälschern auf der Spur

Der Stand in der Messehalle 23a zeigt Beispiele für Lebensmittelbetrug und was die Behörden dagegen tun. Wer Lebensmittel fälscht, streckt oder mit ihnen betrügt, will vor allem eines - illegal Geld verdienen.

Eingangsschild Dienstsitz Mauerstraße des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin. Bild: BVL, Gloger.

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Mit welchen Methoden und bei welchen Lebensmitteln die Betrüger Händler und Verbraucher täuschen, zeigt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf der Internationalen Grünen Woche vom 17. bis 26. Januar 2020 in Berlin. In einer Fälscherwerkstatt wird live „natives Olivenöl extra“ aus Salatöl und Spinatpulver produziert. Besucherinnen und Besucher können kosten, ob sie die Fälschung unter echten Olivenölproben herausschmecken.

Die Fälle von Lebensmittelbetrug, die das BVL in der Halle 23a des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zeigt, sind alle so schon vorgekommen und wurden von den Behörden aufgedeckt. In Italien etwa flog nach vierjährigen Ermittlungen eine Bande auf, die im ganz großen Stil billiges Öl aus Sojabohnen und Sonnenblumenkernen als kaltgepresstes Olivenöl ausgab. Bei der von Europol und Interpol organisierten OPSON-Operation im Jahr 2017 wurden mehrere Fälle von Haselnusspaste entdeckt, in denen andere Nüsse untergemischt waren. Die Haselnusspreise waren nach Ernteausfällen 2014 gestiegen, so dass es für Fälscher lukrativ wurde, preiswertere Nusssorten unterzumischen. Die Firmen, die die Pasten weiterverarbeiteten, konnten die Täuschung optisch und geschmacklich nicht erkennen.

Ebenso schwer ist es, bei gehackten oder gerebelten Kräutern Beimischungen zu erkennen – davon können sich die Besucherinnen und Besucher am BVL-Stand mithilfe eines Mikroskops selbst ein Bild machen.

Internationale Zusammenarbeit

2013 geriet das Thema Lebensmittelbetrug durch den Pferdefleischskandal in den Fokus der Öffentlichkeit. Seitdem wurde in Deutschland ein Netzwerk aufgebaut, in dem alle relevanten Akteure zusammenarbeiten. Dazu gehören insbesondere das BMEL, das BVL, die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden der Bundesländer, das Nationale Referenzzentrum für authentische Lebensmittel am Max Rubner-Institut (NRZ-Authent) sowie die Staatsanwaltschaften, die Zollverwaltung und die Polizeibehörden Europol und Interpol. Das BVL ist die nationale Kontaktstelle für Deutschland im europäischen Netzwerk der Lebensmittelbetrugskontaktstellen (Food Fraud Network). Die Experten des BVL werten die dort übermittelten Informationen zu Betrugsfällen systematisch aus und stehen im fachlichen Austausch mit den ermittelnden Behörden im In- und Ausland. So können Entwicklungen im Bereich des Lebensmittelbetrugs frühzeitig erkannt und präventiv Maßnahmen ergriffen werden, um den oft global handelnden Betrügern das Handwerk zu legen.

Durch die neue EU-Kontrollverordnung (VO (EU) 2017/625), die seit Dezember vergangenen Jahres gilt, wird der Kampf gegen Lebensmittelbetrug weiter gestärkt. Sie gibt vor, dass die Behörden in der EU bei den amtlichen Kontrollen nicht nur die Sicherheit der Lebensmittel prüfen, sondern die Kontrollen auch verstärkt auf das Risiko von betrügerischen Praktiken ausrichten. So identifizierte Betrugsfälle werden dann an die Strafverfolgung übergeben und entsprechend geahndet.

Das grenzüberschreitende und interdisziplinäre Zusammenspiel der verschiedenen Behörden stellt das BVL für alle Besucherinnen und Besucher der Grünen Woche verständlich in einem Zeichentrickfilm dar. Außerdem hat das BVL die wichtigsten Informationen zum Thema Lebensmittelbetrug in einem Flyer „Den Lebensmittelfälschern auf der Spur“ zusammengestellt. (BVL)

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