BOG: Jahresgespräch mit dem Julius Kühn-Institut

Am 24. November 2016 trafen sich in Berlin-Dahlem Vertreter des Bundesausschusses Obst und Gemüse mit Vertretern des Julius Kühn-Institutes zu einem informellen Austausch zu aktuellen Themen im Bereich Obst und Gemüse.

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Am 24. November 2016 trafen sich in Berlin-Dahlem Vertreter des Bundesausschusses Obst und Gemüse mit Vertretern des Julius Kühn-Institutes zu einem informellen Austausch zu aktuellen Themen im Bereich Obst und Gemüse. Der Vorsitzende des Bundesausschusses Obst und Gemüse, Jens Stechmann und sein stellvertretender Vorsitzender, Christian Ufen, konnten in Begleitung der Geschäftsführer des BVEO, der Fachgruppe Obstbau, der Fachgruppe Gemüsebau und des BOG mit Mitarbeitern des Julius Kühn-Institutes unter der Leitung von Frau Professor Dr. Magda-Viola Hanke ein breites Themenspektrum diskutieren.

So ging es untere anderem um das Verbundvorhaben Lückenindikationen, das gemeinsam vom Deutschen Bauernverband und vom Zentralverband Gartenbau im Bereich der Recherchen und der Kommunikation, ergänzt um den Forschungsteil beim Julius Kühn-Institut, durchgeführt wird. Hier steht die Verlängerung des derzeitigen Projektes, das noch bis Mitte 2017 läuft, für weitere drei Jahre an. Seitens des Bundesausschusses Obst und Gemüse wurde hierzu mitgeteilt, dass derzeit die Abstimmungsarbeiten für den Teilbereich Recherche und Kommunikation sowohl mit der BLE als auch mit dem BMEL laufen würden.

Wichtiges weiteres Schwerpunktthema der Erörterungen zwischen BOG und JKI war die Strategie zum Bekämpfung der Kirschessigfliege. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass 2016 ein Kirschessigfliegenjahr mit deutlichen Schäden war. Für 2017 werden wieder zumindest die gleichen Bekämpfungsmöglichkeiten wie in 2016 über Notfallzulassungen erforderlich sein.

Insgesamt gelte es, die internationale Zusammenarbeit im Hinblick auf eine wirkungsvolle Bekämpfungsstrategie weiter zu forcieren und zu stärken und über alternative Bekämpfungsmöglichkeiten auch zur Eindämmung der Population insgesamt hinzuarbeiten. Seitens des BOG wurde die Befürchtung geäußert, dass sich derzeit die Population der Kirschessigfliege wohl von Jahr zu Jahr langsam hochschaukelt. Diesen Trend gelte es umzukehren. Die Einbußen und Ertragsausfälle für die Erzeuger durch den invasiven Schädling der nach Europa aus Asien über die USA eingeschleppt worden ist, gelte es zu reduzieren.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Erschließung neuer Exportmärkte. Hier gilt es auch weiterhin am Ball zu bleiben, damit aufgrund des Russlandembargos neue Absatzalternativen für Obst und Gemüse erschlossen werden. Hier ist nach wie vor der Fokus auf neun Zielländer zu legen, so nach Brasilien, China, Indien, Kanada, Südafrika, Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam. Es gelte aber auch, bei den derzeit laufenden Arbeiten nicht zu vernachlässigen, dass die Strategie für die Erschließung neuer Exportmärkte insbesondere seitens des BMEL, der Pflanzenschutzdienste der Bundesländer, aber auch des Julius KühnInstitutes auf Langfristigkeit und Kontinuität angelegt sein müssen. Hier gelte es insbesondere, die erforderlichen Monitorings auch in Zukunft konsequent und ohne Unterbrechung weiterzuführen. Inspektionsreisen, so fern von den Zielländern gewünscht, sollten seitens des BMEL jederzeit ermöglicht werden. Der Bundesausschuss Obst und Gemüse und die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen sagen bei der technischen Durchführung ihre Unterstützung hierzu zu.

In einem weiteren Themenpunkt ging es um die kultur- und sektorspezifischen Leitlinien im Rahmen des europäischen Pflanzenschutzrechtes. Danach sind bis zum Jahre 2018 sogenannte freiwillige Leitlinien entweder sektor- oder kulturspezifisch für wichtige Bereiche in der Landwirtschaft zu erarbeiten. Seitens des Bundesausschusses Obst und Gemüse wurde eine erste sektorspezifische Leitlinie für den Bereich Obst und Gemüse erarbeitet. Durch den Wissenschaftlichen Beirat konnte diese Leitlinie zwischenzeitlich begutachtet werden und entsprechend dem Votum des Wissenschaftlichen Beirates wird der BOG nun in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Leitlinie anpassen und überarbeiten. Dabei darf aber der Grundsatz nicht verlassen werden, dass für die Erzeuger bei Obst und Gemüse die Leitfäden Erzeugung QS Obst, Gemüse und Kartoffeln und QS-GAP Obst, Gemüse und Kartoffeln in dem Gesamtpaket berücksichtigt werden, zumal über diese Leitfäden dann auch die Kontrolle der Leitlinien für den integrierten Pflanzenschutz bei Obst und Gemüse angeboten werden kann.

In weiteren Themen tauschten sich der Bundesausschuss Obst und Gemüse mit den Mitarbeitern des Julius Kühn-Institutes über die Spargelforschung, die Entwicklungen bei der Genbank Obst, ebenso wie über Krankheitsprognosen im Obstbau und Innovationen bei der Anwendungstechnik bis hin zur Verbesserung des Monitorings der Vektoren von Phytoplasmen aus. (Quelle: BOG)

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