BÖLN: Bringt Bio-Erzeuger und Handel zusammen

Passend zum diesjährigen Internationalen Jahr für Obst und Gemüse fördert das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) Projekte zum Aufbau und Ausbau von regionalen Bio-Wertschöpfungsketten.

Der Anbau und der regionale Absatz von Bio-Obst und Bio-Gemüse soll vorangebracht werden. Bild: GABOT.

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Bis zu 170.000 Euro können für Projekte beantragt werden, die den Anbau und den regionalen Absatz von Bio-Obst und Bio-Gemüse voranbringen. Teilnehmende Bio-Gemüse- und Bio-Obstbaubetriebe profitieren von besseren Vermarktungsmöglichkeiten.

Ob im fränkischen Knoblauchsland, am Kaiserstuhl in Südbaden oder im Alten Land bei Hamburg – in vielen Regionen Deutschlands hat die Erzeugung von Obst und Gemüse Tradition. Dennoch sind im Lebensmittelhandel Bio-Gemüse und Bio-Obst aus der Region meist Mangelware. Genau das will das BÖLN ändern. Es fördert Projekte, die Bio-Landwirtinnen und Bio-Landwirte sowie den Handel zusammenbringen, eine gute Wertschöpfung in der Region generieren und so den ökologischen Landbau voranbringen. Den Aufbau von regionalen Bio-Wertschöpfungsketten unterstützt das BÖLN seit 2019 auf Grundlage der Förderrichtlinie RIWert. In diesem Jahr sind unter anderem zwei neue Projekte in Baden-Württemberg und in Bayern an den Start gegangen.

Sortenvielfalt - Mehrwert für den Handel

Am Bodensee und in Südbaden geht es darum, mehr traditionelle, samenfeste Sorten aufs Feld und in den Handel zu bekommen. Das gelingt nur, wenn sich ökologische Erzeugerinnen und Erzeuger und in der Anbauregion verankerte Handels- und Verarbeitungsunternehmen miteinander vernetzen und eine Bio-Wertschöpfungskette für mehr Sortenvielfalt aufbauen. Im Rahmen des Projektes wurde dafür eine Koordinationsstelle geschaffen. Hintergrund: Tomaten, Möhren und Co. gibt es in unzähligen Formen und Farben. Doch meist überwiegen im Lebensmitteleinzelhandel einige wenige Standardsorten. Genau dort will ProSpecieRara mit seinem Projekt „Vielfalt schmeckt - Bio-Wertschöpfung mit seltenen Kulturpflanzen“ ansetzen. Ziel ist es, alte Gemüse-, Obst- und Getreidesorten und deren genetische Ressourcen durch Anbau und Vermarktung zu erhalten. Hierfür kooperiert ProSpecieRara mit Rinklin Naturkost und Bodan Großhandel für Naturkost.

Mehr Bio-Gemüse aus dem Knoblauchsland

Auch im fränkischen Knoblauchsland soll der regionale Bio-Gemüseanteil in Anbau und Vermarktung deutlich wachsen. Bisher sind in der traditionellen Gemüsehochburg im Umland von Nürnberg nur zehn von rund 150 Gemüsebaubetrieben bio-zertifiziert. Aufgrund der fehlenden Absatzsicherheit und der schwierigen Vermarktungssituation stagniert die Bio-Umstellung derzeit. Ziel des Projektes „GemüseWert“ ist es daher, mehr Bio-Gemüse aus der Region durch den Aufbau von Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette, insbesondere in der Außer-Haus-Verpflegung, zu vermarkten.

Das Projekt wird durch die Franken-Gemüse Knoblauchsland eG koordiniert. Weitere Projektpartner sind der Erzeugerverband Knoblauchsland Gemüseland, die Technische Hochschule Nürnberg und die Biometropole Nürnberg. Die mit dem Projekt einhergehenden verbesserten Absatzchancen können für weitere Gemüsebaubetriebe in der Region Anreiz sein, auf eine ökologische Erzeugung umzustellen. Nach dem Vorbild dieser beiden Projekte können andere regionale Akteurinnen und Akteure bis Ende 2024 einen Projektantrag einreichen.

Für interessierte Antragstellerinnen und Antragsteller: Akteure in Wertschöpfungsketten, zum Beispiel Unternehmen, Verbände, Stiftungen und Vereine, können Projektanträge bis zum 31.12.2024 beim BÖLN einreichen. (BÖLN)

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