Bodensee: Zuversicht in der Obst- und Agrarbranche

Die Obstbaubranche steht derzeit auf fruchtbarem Boden. "In den letzten beiden Jahren haben wir am Bodensee eine starke Saison mit stabilen Preisen, gehobenem Niveau und gutem Absatzpotential erlebt", beschreibt Eugen Setz, Geschäftsführer der Obstregion Bodensee, die wirtschaftliche Situation seiner Branche mit rund 1.000 Erzeugerbetrieben und einer Obstanbaufläche von 8.000 Hektar.

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Die Obstbaubranche steht derzeit auf fruchtbarem Boden. "In den letzten beiden Jahren haben wir am Bodensee eine starke Saison mit stabilen Preisen, gehobenem Niveau und gutem Absatzpotential erlebt", beschreibt Eugen Setz, Geschäftsführer der Obstregion Bodensee, die wirtschaftliche Situation seiner Branche mit rund 1.000 Erzeugerbetrieben und einer Obstanbaufläche von 8.000 Hektar. Dank 221.000 Tonnen Tafeläpfeln (Ernte 2013) behauptet sich die Region als einflussreicher Marktteilnehmer im In- und Ausland. Eine internationale Strahlkraft haben auch die Fachmessen Fruchtwelt Bodensee und "agrarwelt" in Friedrichshafen entwickelt, die vom 21. bis 23. Februar 2014 mit 341 Ausstellern aus zwölf Nationen die neuesten Entwicklungen der Branche zeigen und zukünftige Herausforderungen diskutieren.

"Die Neuauflage unseres Messedoppels verbucht ein Ausstellerplus von zwei Prozent", erklärt Projektleiterin Petra Rathgeber. "Die Integration der 36. Bodensee-Obstbautage mit Fachvorträgen renommierter Experten führen zu einer weiteren Bereicherung des Messeangebots und der Besuch von Minister Alexander Bonde unterstreicht die Bedeutung unserer Branchenplattform." Neben den Landwirten werden auch die Brenner angesprochen. Schwerpunktthema beim internationalen Brennertag am Messe-Sonntag (10 bis 12 Uhr) sind die Zukunftsperspektiven der Klein- und Obstbrenner nach dem Wegfall des Branntweinmonopols.

Von Äpfeln und Birnen
China ist mit einem Weltmarktanteil von 45% der größte Anbieter von Äpfeln, deren globale Produktion hinter Bananen, Trauben und Orangen an vierter Stelle steht. In Europa hat Polen mit 3,2 Mio. Tonnen die Apfel-Vormachtstellung von Italien (2,15 Mio. t) und Frankreich (1,5 Mio. t) gebrochen. Durch weitere Sortenumstellungen der Osteuropäer rechnet Eugen Setz zukünftig mit einem verschärften Wettbewerb in der Europäischen Union wie auch in Deutschland (800.000 t). Hierzulande sorgten im vergangenen Jahr Wetterkapriolen für Ertragsverschiebungen in den Anbauregionen. Während Norddeutschland ein wirtschaftliches 15 Jahres-Tief erleben musste, kam die Bodenseeregion an die langjährige Durchschnittsproduktion heran, wenn auch mit einer kleineren Fruchtgröße. Hier entspricht die aktuelle Bestandssituation zum 1. Februar mit 113 000 Tonnen einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Beim Nachfrageverhalten profitiert der Apfel von der zunehmenden Bedeutung des Gesundheitsaspekts und der Anerkennung des Werts der heimischen Erzeugung. Die aktuell geforderten Produkteigenschaften lauten derzeit: saftig, knackig-frisch, festes Fruchtfleisch, süß-mild-säuerlich im Geschmack und rotfarben. Demzufolge liegen die Sorten Cameo, Kanzi, Kiku, Red Prince aber auch die Birne Xenia im Trend. Mit einem jährlichen Produktionswert von bis zu 18.000 Tonnen ist die Bodenseeregion der größte Anbieter an Bio-Äpfeln.

Baden-Württembergs Bauern blicken optimistisch in die Zukunft
Auch die im Rahmen der "agrarwelt" vorgestellten Brancheninformationen untermauern, dass dank stabiler Preise am Weltmarkt die Landwirte positiv in die Zukunft blicken. "Besonders im asiatischen Bereich sind die landwirtschaftlichen Produkte ‚Made in Germany‘ stark gefragt", erklärt Manfred Ehrle, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Tettnang. Das Bruttoeinkommen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Baden-Württemberg stieg im Wirtschaftsjahr 2012/2013 gegenüber dem Vorjahr um 1,9% auf 31.975 Euro je Familienarbeitskraft. Jedoch liegt der Bundesdurchschnitt mit 42.800 Euro rund 34% höher als im Land. Erfreulich ist, dass das Interesse an den "grünen Berufen" zunimmt und bei den landwirtschaftlichen Berufsschulen ein klarer Aufwärtstrend zu verspüren ist. "Es ist wieder schick, den Beruf des Landwirts zu erlernen und das Ansehen in der Gesellschaft ist gut", so der Experte.

Das Themenspektrum der "agrarwelt" beinhaltet darüber hinaus die Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften, Aspekte der sozialen Absicherung des bäuerlichen Familienbetriebs wie auch eine Vortragsreihe über Wassergewinnung für den Eigengebrauch und Bewässerungstechnik sowie die Podiumsdiskussion "Blickpunkt Ernährung: Vom Korn zum Brot - aus der Region".

Preise und Öffnungszeiten
Die Fruchtwelt Bodensee ist vom 21. bis 23. Februar 2014 geöffnet; Freitag und Samstag von 9 bis 18 Uhr, Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Die Tageskarte kostet 11 Euro und beinhaltet auch den Eintritt in die Messe "agrarwelt". Weitere Informationen und einen Überblick zum Vortragsprogramm unter: www.fruchtwelt-bodensee.de und www.agrarwelt-bodensee.de.

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