Bienensterben: 2018 droht Bestäubungsnotstand

BEEsharing und Bioverband Demeter bieten Seminar zur professionellen Bestäubung an. Deutschen Obstbauern droht 2018 der Bestäubungsnotstand.

2018 könnte es zum Bestäubungsnotstand kommen. Bild: GABOT.

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Die Vorbereitungen auf die Obstsaison 2018 laufen auf Hochtouren. Gerade nach dem schlechten Vorjahr schauen viele Landwirte angespannt in die Zukunft. Dabei sorgt nicht nur die Angst vor erneuten Wetterkapriolen für Unruhe, sondern auch die Folgen des Bienensterbens. So werden mittlerweile nur noch maximal die Hälfte der Pflanzen wildbestäubt. Das Online-Netzwerk www.beesharing.eu, auf dem Imker bereits rund 5800 Bienenvölker zur Bestäubung anbieten, erläutert daher bundesweit auf Seminaren, wie Obstbauern durch gezielte Bestäubung den Ertrag steigern können.

"Obstbauern, die bereits im vergangenen Jahr auf professionelle Bestäubung gesetzt haben, konnten trotz der widrigen Wetterverhältnisse im Vergleich zu umliegenden Betrieben bis zu 50% mehr Ertrag erzielen", sagt Wolfgang Reuter, Co-Gründer von BEEsharing und selbst zertifizierter Bestäubungsimker. „Die Unterstützung für die Landwirte begrenzt sich dabei nicht allein auf die Möglichkeit, Bestäubung online zu buchen. Das BEEsharing-Team stellt auch individuelle Stellpläne auf, um eine optimale Bestäubungsleistung der Anbauflächen zu erzielen.“

Auch Peter Rolker vom Obstparadies Altkamp auf der Insel Rügen setzt auf kontrollierte Bestäubung mit Honig- und Mauerbienen von BEEsharing. „Ohne gute Befruchtung gibt es keine ausreichenden und qualitativ hochwertigen Früchte. Das Konzept von BEEsharing ist absolut logisch und überzeugend, in Planung und Durchführung", so Rolker, der auf 45 Hektar Kirschen, Äpfel, Birnen, Quitten und Johannisbeeren anbaut.

Obstbauern, die das BEEsharing-Konzept kennenlernen möchten, bietet das Online-Netzwerk am 7. Februar 2018 auf dem Demeter-Obsthof Augustin in Jork im Alten Land das kostenlose SeminarMehr Ertrag mit Bestäubung - in Theorie und Praxis" an. Die vierstündige Veranstaltung besteht aus Vorträgen (u.a. von Corinna Hölzel, Stiftung Mensch & Umwelt) sowie zwei Praxis-Workshops. Das Themenspektrum reicht von den Unterschieden der einzelnen Bestäuber und deren Verteilung auf die Anbauflächen über die Landwirtschaft 4.0 bis hin zur Verbesserung der Lebensgrundlage für Wildbienen und andere Nützlinge. Anmeldungen können unter Angabe von Name und Telefonnummer unter folgender Mail-Adresse erfolgen: nilsgerber(at)beesharing.de

Da die nächsten Seminare - unter anderem in der Region Bodensee - schon in Planung sind, können Interessenten sich ebenfalls direkt an BEEsharing-Gründer Nils Gerber wenden, um sofort informiert zu werden, sobald die endgültigen Termine feststehen. Außerdem ist das BEEsharing-Team nach den „Norddeutschen Obstbautagen" (14. und 15. Februar in Jork, www.norddeutsche-obstbautage.de; Stand Z6.06) auch auf der „Fruchtwelt Bodensee" (23. - 25. Februar in Friedrichshafen, www.fruchtwelt-bodensee.de) mit einem eigenen Stand (B3-380) vertreten. (Quelle: BEEsharing)

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Kommentare (1)


Claudia Schernus 05. Mai. | 10:37

Da in unseren konventionellen Obstanlagen eine hohe Bio-Diversität herrscht, Insekten und Wildbienen zahlreich vorkommen, könnte in solchen Jahren, wie diesen, auf Haustierbienen verzichtet werden. Die Befruchtung ist viel zu hoch, so dass ein Teil der Äpfel nicht am Baum bleiben kann. Wem nützen solche vollkommen unsinnigen Beiträge?

 

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