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Bernhard Conzen: Neuer Bauernpräsident im Rheinland
Bernhard Conzen aus Gangelt (Kreis Heinsberg) ist neuer Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Der Verbandsausschuss des RLV wählte heute (Donnerstag, 8. Mai) mit überwältigender Mehrheit den 56-jährigen Ackerbauern zum Nachfolger des Kölner Landwirts Friedhelm Decker, der aus Altersgründen nach 13 Amtsjahren nicht mehr für das Spitzenamt der rheinischen Landwirtschaft kandidierte.
Zu den RLV-Vizepräsidenten wählten die Delegierten der RLV-Kreisverbände und assoziierten Verbände Wilhelm Neu (64), Milchviehhalter aus Hamminkeln und Vorsitzender der Kreisbauernschaft Wesel und Erich Gussen (48), Ackerbauer aus Jülich und Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren.
In einer ersten Reaktion nach seiner Wahl dankte Bernhard Conzen den Delegierten für das ihm geschenkte Vertrauen. Er würdigte den großen Zusammenhalt im Verband und kündigte an, die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortzusetzen. „Wir werden uns weiterhin den Herausforderungen stellen und die Anliegen des landwirtschaftlichen Berufsstandes gegenüber Politik und Gesellschaft sowie des gesamten ländlichen Raumes mit Nachdruck vertreten“, betonte der neue RLV-Präsident. Er hob hervor, dass der RLV für ihn die Heimat und Stimme aller rheinischen Bauern sei, egal ob Haupt- oder Nebenerwerb, ob konventionell oder ökologisch. Conzen zeigte sich zudem davon überzeugt, dass die Landwirtschaft eine der Schlüsselbranchen der Zukunft sei.
In der praktischen Ausgestaltung der ökologischen Vorgaben an die Landwirtschaft im Zusammenhang mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (Greening) sieht Conzen zu Beginn seines Amtsantrittes eine besondere Herausforderung. Die aktive Bewirtschaftung der Greeningflächen kann aus seiner Sicht einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten. Eine Kombination aus Zwischenfruchtanbau, Leguminosen sowie der Anlage von Blühstreifen seien geeignete Maßnahmen, dies zu erreichen. Die reine Stilllegung wäre auch vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung nicht zu verantworten.
Als „eine Herkulesaufgabe“ bezeichnete Bernhard Conzen die Suche nach geeigneten Bewirtschaftungsformen und Haltungssystemen, die den steigenden Anforderungen der Gesellschaft an Umwelt- und Tierschutz in der Landwirtschaft gerecht werden, aber nicht zu einer Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe führen. Hier komme der berufsständischen Öffentlichkeitsarbeit eine große Bedeutung zu.
Mit Blick auf die Düsseldorfer Landespolitik vertrat Conzen die Ansicht, dass die Stärkung der Wirtschaftskraft ländlich geprägter Räume Ziel der Landesregierung sein müsse, weil leistungs- und wettbewerbsfähige land- und forstwirtschaftliche Betriebe zusammen mit den vor- und nachgelagerten Bereichen zur Sicherung von Wertschöpfung und Beschäftigung in der Region erheblich beitragen würden. Deshalb seien bei den land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen ökonomische und ökologische Ziele grundsätzlich gleichrangig zu berücksichtigen. Natur- und Artenschutz sowie der Schutz der Gewässer könnten nur mit der Land- und Forstwirtschaft und nicht gegen sie verwirklicht werden. Daher sollten freiwillige Vereinbarungen auf vertraglicher Basis nach dem gerade in Nordrhein-Westfalen bewährten Kooperationsprinzip auch künftig bei Maßnahmen des Natur-, Umwelt- und Wasserschutzes Vorrang haben. In diesem Sinne wolle sich der RLV gemeinsam mit der Landesregierung auch gegen den hohen Flächenverbrauch einzusetzen.
Der neue Präsident des RLV ist seit 1999 Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg und seit 2008 RLV-Vizepräsident. Darüber hinaus bekleidet er seit 2007 das Amt des Vorsitzenden des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes. Seit dieser Zeit ist er auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rübenbauer-Verbände (ADR). Nach dem Landwirtschaftsstudium in Soest und Göttingen arbeitete er viele Jahre bei einem Landtechnikkonzern in Neuss im Marketing und Vertrieb. 1986 übernahm er den elterlichen Betrieb. Bernhard Conzen ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Der Rheinische Landwirtschafts-Verband vertritt mit einem Organisationsgrad von mehr als 90% die Interessen von rund 20.000 Bäuerinnen und Bauern im Rheinland (Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf) gegenüber Politik und Gesellschaft. (RLV)

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