BdB: "Grüne Städte für ein nach­hal­tiges Europa"

Auftakt zur Semi­nar­reihe "Grüne Städte für ein nach­hal­tiges Europa" auf der GaLaBau 2018 in Nürn­berg.

Seminar "Stadt­grün" auf der GaLaBau 2018. BdB-Präsident Helmut Selders, die Referenten Prof. Dr. Dirk Dujesiefken (Institut für Baumpflege), Prof. Dr. Swantje Duthweiler (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) und Horst J. Schumacher (Chefredakteur "Kommunalwirtschaft), sowie BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl. Bild: BdB.

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„Fachwissen vermitteln - Netzwerke erweitern“ - Unter diesem Motto lud der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. am 13. September 2018 zum ersten „Stadtgrün“-Seminar ein.

Die Veranstaltung bildete den Auftakt für eine ganze Seminarreihe, die im Rahmen der neuen EU-Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ geplant ist und kommunale Entscheider, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten sowie Garten- und Landschaftsbauer in den nächsten Jahren für eine grüne Stadtentwicklung begeistern möchte.

85 Teilnehmer folgten der Einladung zum Seminar auf GaLaBau 2018 ins Nürnberger Messezentrum, für das der BdB drei namhafte Referenten gewinnen konnte:

Prof. Dr. Dirk Dujesiefken vom Institut für Baumpflege ging in seinem Vortrag über die Perspektiven für ein zukunftsfähiges Stadtgrün auf die Probleme ein, die durch Urbanisierung, Klimawandel und mangelnde Biodiversität entstehen: „Die Verteidigung der Grünflächen muss höchste Priorität haben“, forderte Dujesiefken. „Wir müssen uns von einem 'einheitlichen' Bild der Bäume lösen und stattdessen verschiedene Gattungen, Arten und Sorten pflanzen, um die genetische Vielfalt zu gewährleisten.“

Auch Prof. Dr. Swantje Duthweiler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf rief in ihrem Vortrag zu urbanen Pflanzkonzepten dazu auf, die Versiegelung von Flächen zu vermeiden und die Entsiegelung voranzutreiben: „Es ist generell wichtig, für mehr Stadtgrün einzutreten, aber es ist ebenfalls von größter Bedeutung, dieses Stadtgrün hochwertig und sachgerecht anzulegen, damit es lange einen Nutzen hat.“ In dicht besiedelten Gebieten eigneten sich mehrere kleine Grünflächen insbesondere dort, wo größere Parks weiter weg seien: „Bäume sind aufgrund ihrer Schattenwirkung und Filterleistung hocheffizient für das Stadtklima.“

Horst J. Schumacher, Chefredakteur der Zeitschrift „Kommunalwirtschaft“ forderte, dass Grün endlich als vollwertiger und integraler Bestandteil der Stadt- und Raumplanung wahrgenommen werden müsse. Viel zu häufig werde Stadtgrün nur als schmückendes Beiwerk betrachtet und dabei dessen Leistungen außer Acht gelassen - bis zum nächsten Hochwasser. Dabei könnten beispielsweise Grünflächen die Kanalisation bei Starkregen temporär entlasten. Er rief außerdem alle Verbände im Bereich „Grün“ dazu auf, sich stärker verbinden und zusammenzuarbeiten: „Es ist nicht 5 vor 12, sondern 5 nach 12.“

„Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ ist eine Kampagne des europäischen Baumschulverbandes ENA (European Nurserystock Association), die in Deutschland vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. durchgeführt wird. Das Projekt wird von der CHAFEA der Europäischen Kommission gefördert. (Quelle: BdB)

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