BdB: Arbeitskreis ADR hat getagt

Vom 26.09.2018 bis 29.09.2018 fanden in Dresden Pillnitz die diesjährigen Sitzungen der Arbeitskreise ADR sowie der Bundesgehölzsichtung statt. Neben sechs neuen ADR-Prämierungen wurde auch das Logo der Bundesgehölzsichtung beschlossen.

Die Teilnehmer des Arbeitskreises ADR machen sich in Dresden ein Bild über den Zustand der in Testung stehenden Rosen. Bild: BdB.

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Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung 2018

Am 25. und 26. September trafen sich Vertreter von zehn Sichtungsstandorten im Quartier der LfULG in Dresden Pillnitz, um das dritte Standjahr des zur Bewertung anstehenden Jahrgangs kritisch zu analysieren. Trotz extremer Trockenheit und Hitze konnten letztlich sechs Sorten den ADR-Olymp erklimmen. Der Bund deutscher Baumschulen möchte an dieser Stelle noch einmal den Züchtern und den ausgezeichneten Sorten zu dem exzellenten Ergebnis gratulieren!

Sechs Sorten mit ADR-Prädikat

Die bundesweit angelegte Sichtung gesunder und robuster Rosensorten hat 2018 sechs neue Sorten hervorgebracht. Aus dem Hause Rosen Kordes wurden fünf Sorten prämiert. Tantau Rosen stellt die sechste Sorte im Bunde. Die vollständige Liste aller ADR-Sorten wird in Kürze auf der offiziellen Homepage veröffentlicht.

Reform der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung

Seit einigen Jahren diskutiert der Arbeitskreis intensiv über mögliche und notwendig gewordene Reformschritte zur Weiterentwicklung der ADR. Insbesondere die Größe des mittlerweile fast 200 Sorten umfassenden Sortimentes an ADR-Rosen und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit der Herstellung einer handhabbaren Übersicht stand im Fokus der Tagung. Der Arbeitskreis hat in diesem Zusammenhang beschlossen, das ADR-Prädikat auf 15 Jahre zu befristen. Anschließend wird für den Rosenzüchter bzw. den Inhaber der Sorten eine Option auf eine dreijährige Nachprüfung bestehen. Besteht die etablierte Sorte den Test erneut, so wird sie für erneute 15 Jahre ausgezeichnet. Das System soll rückwirkend angewandt werden, sodass Rosen ab dem Jahrgang 2003 auf dem Prüfstand stehen werden.

Bundesgehölzsichtung 2018 - Identität neu gedacht

Die Teilnehmer des Arbeitskreises konnten zwei intensive Tage in Pillnitz nutzen, um sich ein Bild über den aktuellen Zustand der in Testung stehenden Gehölze zu machen. Hierzu zählten etwa Vertreter der Gattungen Wisteria, Photinia oder Hydrangea. Insbesondere die Detailverliebtheit von Herrn Buner bei der Pflege von Wisteria zollte den Teilnehmern der Tagung besondere Anerkennung ab. Ebenfalls war die zukünftige Ausrichtung des BdB-Ausschusses „Züchtung und Nomenklatur“ Thema der Veranstaltung.

Extremes Klima 2018 hinterlässt seine Spuren

Die diesjährige langanhaltende Trockenheits- und Hitzeperiode wurde von den Teilnehmern ebenso diskutiert, wie auch die Auswirkungen von getesteten Sorten auf die biologische Vielfalt in Deutschland und der Welt. Speziell die in den Sichtungsgärten gemessenen Niederschlagsmengen wurden dokumentiert, um langfristig Rückschlüsse auf die Resistenz getesteter Gehölze auf langanhaltende Trockenheitsperioden ziehen zu können. Mehrere Standorte wiesen 30 und mehr „tropische Nächte“ auf, was einmal mehr die Wichtigkeit der Testung mit Blick auf Robustheit hervorgehoben hat.

Mehrwert durch Auszeichnung

Lange hat der Arbeitskreis über die Einführung eines Logos für die Bundesgehölzsichtung beraten. Im Zuge der Tagung wurde der vorliegende Entwurf besprochen und die Einführung beschlossen. Damit einhergehend werden die BdB-Geschäftsstelle und die Teilnehmer des Arbeitskreises kooperativ Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ergreifen, um die Ergebnisse der Sichtung der Baumschulwirtschaft und der weiteren Fachwelt näherzubringen. Letztlich rückt einmal mehr der Gartenwert des Gehölzes, der sich etwa durch Ästhetik wie auch Insektenfreundlichkeit äußern kann, in den Fokus der Bemühungen.

Neuausrichtung des BdB-Ausschusses „Züchtung und Nomenklatur“?

Auch wurde über die Intensivierung der Einbeziehung der Baumschulpraxis in die Arbeit der Bundesgehölzsichtung diskutiert. In diesem Zusammenhang konnten sich die Teilnehmer gut vorstellen, den zuständigen BdB-Ausschuss „Züchtung und Nomenklatur“ auf neue Beine zu stellen. So könnte neben einer Umbenennung auf eine praxisrelevantere Thematik wie etwa der Sortimentskunde auch eine thematische Umorientierung stattfinden, welche letztlich die Ergebnisse der Sichtungsarbeit in den typischen Produktionsprozess deutscher Baumschulen besser zu integrieren vermag. Hierzu wird unter Leitung des Ausschussvorsitzenden, Herrn Holger Hachmann, der Ausschuss in Goslar 2019 intensiv beraten. (BdB)

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