BayWa Württemberg: Mit Jahr 2016 zufrieden

Die BayWa Württemberg hat 2016 die Umsätze im Obstbereich leicht gesteigert, bei Agrar, Technik, Energie und Baustoffe gingen die Umsätze zurück.

BayWa Fahnen. Bild: BayWa.

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Wesentliche Gründe sind schwierige Agrarmärkte, eine witterungsbedingt geringe Erntemenge in der Region und die teils sehr niedrigen Preise bei Getreide und Rohöl. Der Umsatz lag im Jahr 2016 bei 570 Mio. Euro (Vorjahr: 603 Mio. Euro). Obwohl das volatile Agrarumfeld das Konzernergebnis 2016 drückte, will die BayWa in Württemberg weiter deutlich investieren.

Im Jahr 2016 investierte die BayWa in Württemberg gut 8 Mio. Euro. Rund 70% der Aufträge gingen an Unternehmen, Handwerker und Dienstleister in der Region. Für das laufende Jahr stehen in Württemberg Investitionen von gut 6 Mio. Euro an. Bis 2018 belaufen sich die Investitionen also auf insgesamt mehr als 14 Mio. Euro. „Die BayWa ist ein starker, verlässlicher und innovativer Akteur der regionalen Wirtschaft. Dazu gehört auch, kraftvoll zu investieren“, unterstrich Hermann Stöckeler, Leiter des Business Service Centers (BSC) Württemberg, bei der Präsentation der Geschäftszahlen am Dienstag in Stuttgart. Die BayWa ist in Württemberg mit den Bereichen Agrar, Obst, Technik, Energie und Baustoffe an 72 Standorten mit rund 1.100 Mitarbeitern vertreten. Darunter sind 96 Azubis. Die Ausbildungsquote der BayWa in der Region liegt damit bei rund 9 Prozent, über dem Bundesdurchschnitt. Hermann Stöckeler: „Als engagierter Ausbilder übernehmen wir Verantwortung für die Zukunft der Region. Ausbildung genießt bei der BayWa einen sehr hohen Stellenwert.“

Agrar: Teils Rekordernten beim Hopfen

Im Agrarbereich ging der Umsatz in Württemberg zurück auf 228 Mio. Euro (Vorjahr: 235 Mio. Euro). „Die Rahmenbedingungen im Agrarhandel waren weltweit sehr schwierig. Eine erneute Rekordernte brachte hohe Handelsvolumen, aber auch insgesamt niedrige Preise und Margendruck. Das hat auch die BayWa zu spüren bekommen“, betonte Gerd Mezger, Spartengeschäftsführer Agrar. Witterungsbedingt gingen die Ernte- und Erfassungsmengen in Württemberg zurück. Die Landwirte nutzten, so Gerd Mezger, verstärkt die Gelegenheit zu Vertragsabschlüssen vor der Ernte. Die BayWa geht davon aus, dass bei den Preisen für Agrarerzeugnisse eine leichte Erholung gegenüber dem Vorjahr eintritt.

Bei der Spezialität Hopfen lag die Erntemenge 2016 über dem Durchschnitt, bei einzelnen Sorten gab es Rekorderträge. „Die Preise sind auf sehr hohem Niveau stabil - und Hopfenpflanzer können ihre Ernte teilweise bis 2025 vertraglich absichern“, merkte Gerd Mezger an. Seit dem Sommer 2016 ist in Tettnang die neue Hopfenpelletierung der BayWa in Betrieb. In den deutschlandweit einmaligen Spezialbetrieb wurden in den letzten Jahren insgesamt 4 Mio. Euro investiert.

Im vergangenen Jahr hatte die BayWa den Agrarhandel Kohler übernommen und damit das Standortnetz weiter ausgebaut. Im laufenden Jahr werden in Nellingen die Kapazitäten zur Getreideerfassung noch einmal erweitert, zudem wird an verschiedenen Betrieben modernisiert. Insgesamt investiert der Agrarbereich 2016/2017 in Württemberg rund 5,2 Mio. Euro.

Obst: Kressbronn erster klimaneutraler Standort

Trotz witterungsbedingter Einschränkungen und europaweit erneut hoher Erntemengen bei Kernobst konnte der Obsthandel den Umsatz leicht auf 57 Mio. Euro steigern (Vorjahr: 56 Mio. Euro). „Eine Trendwende am Markt wie in der Vorsaison blieb aus, dennoch lagen die Preise für die Vermarktung der Ernte 2015 leicht über Vorjahr“, erläuterte Carolin Metzger, Referentin für Obst. Mit verschiedenen Neuerungen hat die BayWa ihr Obstgeschäft erneut gestärkt. Seit April 2017 ist der Obstgroßmarkt Kressbronn der erste klimaneutrale Standort des Unternehmens in Deutschland (siehe auch separate Pressemitteilung). Bereits im Juni 2016 führte Kressbronn erfolgreich ein Energiemanagementsystem nach der international geltenden Norm DIN EN ISO 50001 ein. Seit einigen Tagen ist die neue Photovoltaikanlage in Betrieb und versorgt den Obstgroßmarkt mit Sonnenstrom. Zudem wurde am Standort erheblich in die Sortiertechnik investiert. An einer zehnspurigen Sortiermaschine werden die Äpfel nun nicht nur nach äußeren Qualitäten, sondern auch nach inneren Kriterien sortiert. Darüber hinaus stärkt die BayWa ihre Eigenmarke Bio-Obst vom Bodensee mit der Überarbeitung des Gestaltungskonzeptes und legt damit die Basis für eine weiterhin positive Entwicklung.

Die Gesamtinvestitionen an den Obststandorten in Württemberg belaufen sich 2016/2017 auf 3,3 Mio. Euro.

Smart Farming: Gezielte Aussaat steigert Erträge

Im Bereich Smart Farming setzt die BayWa inzwischen eine Reihe von Lösungen zusammen mit der Tochter FarmFacts GmbH um - gerade auch für kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe. Präzisionslandwirtschaft hilft, Erträge zu steigern, etwa über die teilflächenspezifische Aussaat von Mais oder Gerste. „Mittels Fernerkundung über Satellit lassen sich heute Ertragszonen sehr genau definieren. Mit Hilfe ihres Sortenwissens können unsere Pflanzenbauexperten Karten für eine automatische Anpassung der Saatmengen erstellen“, erläuterte Gerd Mezger. Die Umwelt profitiere obendrein durch den effizienteren Einsatz von Betriebsmitteln.

Erich Geßler, Spartengeschäftsführer Technik, ging näher auf Telemetrie ein, also die Fernübertragung von Messdaten. „Mittels Telemetrie kann der Landwirt die Arbeitsabläufe aller Maschinen gleichzeitig beobachten, auswerten und lückenlos dokumentieren.“ So ließen sich Abläufe optimieren und Stillstandzeiten vermeiden. Geßler: „Das Telemetrie-System der BayWa können Betriebe als Flotten- und Wartungsmanager einsetzen.“

Technik: Geschäft zieht an

Aufgrund niedriger Preise für Agrarerzeugnisse ging der Umsatz im Technikbereich in Württemberg zurück auf 105 Mio. Euro (Vorjahr: 115 Mio. Euro). Die Landwirte waren sowohl bei Neu- und Gebrauchtmaschinen wie auch bei Stalltechnik zurückhaltender mit Investitionen als in den Vorjahren. „Beim Service lag das Geschäft zunächst unter Vorjahr, zog aber zum Jahresende deutlich an“, unterstrich Erich Geßler. Für 2017 setzt der Technikbereich auf Umsatzsteigerung - das Handelsgeschäft ist inzwischen belebter, auch die Auslastung der Werkstätten ist höher als im vergangenen Frühjahr.

Die Technik investiert 2016/2017 in Württemberg insgesamt 2,2 Mio. Euro. Im Herbst wurde der neue Standort in Heimerdingen eingeweiht, die zentrale Werkstatt für Großerntetechnik. Zudem hat man in Heimerdingen Serviceleistungen für Kommunalmaschinen besonders im Fokus. In Altensteig wird im Juni die neue Werkstätte eröffnet. Die Standorte Esslingen, Laufen, Blaubeuren und Tübingen gingen in der bestehenden Struktur auf.

Energie: Tankstände mit dem Oilfox im Blick

Die Sparte Energie machte 2016 in Württemberg einen Umsatz von 106 Mio. Euro (Vorjahr: 119 Mio. Euro). Wesentlicher Grund: Die Preise bei Heizöl und Kraftstoffen lagen noch einmal unter Vorjahr. „Beim Dieselabsatz konnten wir weiter zulegen. Hier kam uns wie auch im Schmierstoffbereich die gute Konjunktur zugute“, so Heinrich Kuhn, Regionalleiter Energie. Für Heizöl und Holzpellets spiele inzwischen das Internet als Verkaufskanal eine wichtige Rolle.

Die BayWa ist inzwischen auch ins Großhandelsgeschäft für Holzpellets eingestiegen, in Illerbachen im Landkreis Biberach gibt es zudem ein neues Zentrallager für den Bereich. In Ellwangen übernahm die BayWa 2016 eine Tankstelle, direkt an der A7 gelegen.

Wie viel Heizöl oder Diesel ist noch im Tank? Heinrich Kuhn stellte dazu das innovative System BayWa Oilfox vor, mit dem sich Füllstände messen und über eine kostenlose App ausgeben lassen. Kuhn: „Die App zeigt auch Verbrauchsdaten und –prognosen und aktuelle Preisinformationen. Der Kauf von Heizöl lässt sich direkt über den BayWa Onlineshop auslösen.“

Die Aktivitäten zu erneuerbaren Energien sind bei der BayWa r.e. renewable energy GmbH gebündelt. Die BayWa r.e. ist national und international im Projektgeschäft tätig in den Bereichen Windkraft, Solarenergie und Biomasse. Mit den Stadtwerken Stuttgart bietet BayWa r.e. seit eineinhalb Jahren erfolgreich ein Pachtmodell für Solaranlagen für Eigenheimbesitzer an. In Tübingen realisierte BayWa r.e. ein Plus-Energie-Solarhaus. Mit dem Energiekonzept kann nachweislich ein Autarkiegrad von rund 70% erreicht werden. Die Kompetenzen im Bereich Hausenergie fließen zudem in das Konzept von BayWa Baustoffe für komplette Energie-Effizienzhaus-Siedlungen ein.

Baustoffe: 3D-Wohnhauskonfigurator kommt

Der Baustoffbereich erreichte einen Umsatz von 74 Mio. Euro (Vorjahr: 78 Mio. Euro). „Die Rahmenbedingungen für Neubauten und Modernisierung sind mit den niedrigen Zinsen günstig. Allerdings waren Rohbaustoffe preislich sehr unter Druck“, sagte Dieter Burger, Regionalleiter Baustoffe. Die Bedeutung des Ausbausegments mit Türen, Fenstern und Co. habe noch einmal zugenommen. Stichwort Ausbau: Der Baustoffbereich investiert 2016/2017 in Württemberg rund 3,7 Mio. Euro. In Herrenberg ging im April 2016 ein neuer Haustechnik-Standort in Betrieb. In Biberach steht die Erweiterung des Bauzentrums an. Start soll im Herbst 2017 sein.

Wie Burger schilderte, wird schlüsselfertiges Bauen für Privatleute immer attraktiver. Außerdem: Planen und Bauen beginnt für viele heute im Internet. Die BayWa greift diese Entwicklungen mit neuen digitalen Plattformen auf, die jeweils mit der Beratung im Betrieb ineinander greifen. So geht Mitte 2017 der 3D-Wohnhauskonfigurator Mr+Mrs Homes online, entwickelt mit der PURE Applikationen GmbH & Co. KG. Damit können sich Privatkunden ihr Traumhaus individuell zusammenstellen. Die 3D-Anzeige spiegelt stets die getroffene Auswahl samt Festpreisanzeige wider. Am Ende steht der schlüsselfertige Bau. Innenräume und Außenräume individuell bemustern - das macht der weiterentwickelte BayWa Raumdesigner. Hier können Aufnahmen eigener Räume eingebunden werden. Neue Lösungen gibt es auch für gewerbliche Kunden: Das BayWa Bau Cockpit kombiniert eine ganzheitliche Steuerzentrale mit dem Online Shop. Unternehmen können zum Beispiel ihr komplettes Baustellenmanagement inklusive Belegverwaltung darüber abwickeln.

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