BayWa: Gut gerüstet gegen den Klimawandel

Einen steigenden Stellenwert im BayWa Versuchswesen nimmt jetzt auch der Ökolandbau ein.

In einem sieben Hektar großen Versuchsgarten – eine Fläche so groß wie zehn Fußballfelder – haben die BayWa Pflanzenbauberater dauerhaft Sorten-, Dünge- und Pflanzenschutzversuche angelegt. Neu hinzugekommen sind Ökoflächen. Bild: BayWa AG.

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Ob Klimawandel, Düngeverordnung, Bio-Anbau oder Artenschutz – die bayerischen Landwirte beschäftigen derzeit viele Fragen. Die BayWa hat diese auf ihrer Versuchsstation in Gründl bei Nandlstadt aufgegriffen und die Ergebnisse des aktuellen Anbaujahres heute vor Publikum präsentiert. In einem sieben Hektar großen Versuchsgarten – eine Fläche so groß wie zehn Fußballfelder – haben die BayWa Pflanzenbauberater dauerhaft verschiedene Sorten-, Dünge- und Pflanzenschutzversuche angelegt. Neu hinzugekommen sind Öko-Flächen, auf denen Kulturen und Betriebsmittel speziell für den ökologischen Landbau erprobt und bewertet werden.

„Landwirtschaft wird nicht nur vom Wetter beeinflusst, auch Politik und Gesellschaft stellen die Landwirte vor wachsende Herausforderungen“, sagt Josef Martin Bauer, Leiter der BayWa Pflanzenbauberatung. „Hier sehen wir uns als BayWa in der Verantwortung, unseren Kunden frühzeitig allumfassende Lösungen zu bieten, die in der Praxis unter natürlichen Bedingungen erprobt sind und auf die regionalen Besonderheiten eingehen.“

Gezeigt werden neben Sorten-, Pflanzenschutz- und Düngeversuchen in allen wichtigen Kulturarten auch eine Sortenprüfung bei der Sojabohne sowie ein Versuchsblock zur Prüfung verschiedener Rhizobien-Impfpräparate für die Sojabohne.

Einen steigenden Stellenwert im BayWa Versuchswesen nimmt zudem der Ökolandbau ein. Getestet werden hier neben Sorten auch biologische Impfpräparate und Biostimulanzien, die die Stressempfindlichkeit der Pflanzen reduzieren sollen. Des Weiteren sind 15 verschiedene Blühflächenmischungen für Landwirtschaft, Wildäcker, kommunale Flächen und Privatgärten zu sehen.

Im konventionellen Pflanzenbau sind mehrjährig angelegte Stickstoffsteigerungsversuche zu besichtigen, die aufzeigen, wie sich eine mögliche Reduzierung der N-Düngung in „roten Gebieten“ ertraglich auswirkt.

„Pflanzenschutz ist in diesem Jahr ein wichtiges Thema“ betont Josef Martin Bauer. Denn trotz anfänglicher Trockenheit im April hätten die zum Teil sehr intensiven Regenfälle in den letzten Wochen Schadpilze und Fusarien in den Beständen erhöht. Zudem laufe im Mai 2020 die EU-Zulassung des wichtigen Fungizidwirkstoffs Chlorthalonil aus, was vor allem für den Gerstenanbau ertragsrelevante Auswirkungen haben werde. Bauer: „Als fachlich und beratend ausgerichtetes Handelsunternehmen beschäftigen wir uns schon heute in unseren Versuchen mit möglichen Alternativen, um unseren Kunden ab 2021 auch wieder gute Lösungen anbieten zu können.“

Wie Landwirte im digitalen Ackerbau Düngeverordnung, Umweltschutz und eine optimale Pflanzenernährung unter einen Hut bekommen, demonstriert die BayWa mit der teilflächenspezifischen Düngung: Durch den Einsatz von Sensoren, Satelliten und künstlicher Intelligenz erfolgt die Düngung nicht mehr wie früher pauschal, sondern zielgerichtet dort im Feld, wo die Pflanzen Bedarf anzeigen. „Die Möglichkeiten der neuen Technologien kombiniert mit der guten fachlichen Praxis sind auch das richtige Rüstzeug, um dem Klimawandel zu begegnen“, sagt Josef Martin Bauer. Obwohl die Hallertau zu einer Gunstregion gehört, beeinflussen auch hier lang anhaltende Trockenperioden und Starkregenereignisse die Landwirtschaft. Durch angepasste Fruchtfolgen und den Anbau von Zwischenfrüchten könne der Landwirt gegensteuern, so Bauer. Einerseits kann der Boden bei Starkregen das Wasser besser aufnehmen und andererseits im Winter mehr Feuchte speichern, die in regenarmen Frühjahrsmonaten vor Trockenstress schützt. (BayWa)

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