Bayern: Sortimente und Ideen für die Saison 2017

Der Grüne Aschermittwoch in Franken gibt jedes Jahr wieder Impulse für die kommende Beet- und Balkonpflanzensaison. Auch der 19. Grüne Aschermittwoch war wieder gut besucht und Einzelhandelsgärtner und Einzelhandelsgärtnerinnen aus Franken und den Nachbarregionen waren nach Marktheidenfeld gekommen.

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Der Grüne Aschermittwoch in Franken gibt jedes Jahr wieder Impulse für die kommende Beet- und Balkonpflanzensaison. Auch der 19. Grüne Aschermittwoch war wieder gut besucht und Einzelhandelsgärtner und Einzelhandelsgärtnerinnen aus Franken und den Nachbarregionen waren nach Marktheidenfeld gekommen.

Knut Steffen, Marketingberater aus Kitzingen, stimmte die Besucher mit Marketingtipps auf die kommende Saison ein. Musterpräsentationen, Exklusivartikel sowie eine zielorientierte personalisierte Werbung (Direct-Mailing) und die Nutzung digitaler Medien (Facebook, Instagram) tragen wesentlich zum Geschäftserfolg bei. Wichtig ist es zudem, Kunden mit aktiven Aktionen zu begeistern, wie „Mitmach-Kurse“ (Bepflanzungsaktion), Betriebsführungen und dabei auch auf eine Erlebnisorientierung zu setzen etwa mit Bienenaktion, Blütenschmecken oder Grillfest. Vor der Saison sollten noch einmal alle Preise überprüft und aber auf eine Niedrigpreisstrategie verzichtet werden. „Rabatte sind nur sinnvoll wenn dadurch Kunden gebunden werden (etwa über eine Treuekarte) oder der Mengenverkauf gefördert wird“, betonte Knut Steffen.

Für Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (Veitshöchheim) ist „Grow your own“ ein Megatrend, den der Fachhandel unbedingt bedienen muss. Die Referentin gab Empfehlungen zu aktuellen Sortimenten, Pflege und Besonderheiten für den Gemüsepflanzenverkauf in Einzelhandelsgärtnereien. Auf der Hitliste oben stehen Kräuter (langlebige Stauden, einjährige und sehr kurzlebige Kräuter zur Einmalernte. Dann folgen Tomaten, die Andenbeere, Paprika, Süßkartoffel, Aubergine, Mangold, Bohnen, Zucchini und Kürbis und an letzter Stelle Grün- und Palmkohl.

Geranien haben ihren Spitzenplatz an Sommerheide abgegeben. Aber Pelargonien sind nach wie vor die wichtigste Kultur in Einzelhandelsgärtnereien, die jedoch überwiegend von Kunden jenseits der 65 gekauft werden. Um Pelargonien ein neues Image zu verpassen und für jüngere Kunden (vor allem der 50-Plus-Generation) wieder attraktiv zu machen, wurde die Kampagne „Pelargonium for Europe“ gegründet. Dr. Susanne Lux betreut die Kampagne und stellte das Konzept auf dem Grünen Aschermittwoch vor. Finanziert von den Jungpflanzenbetrieben über einen „Geranien-Cent“ startete die Initiative im März mit verschiedenen Marketingaktionen von der Pressearbeit, der Print- und Onlinewerbung bis zu Bloggerthemen zum Thema Geranien. Zudem steht eine große Bilddatenbank zur Verfügung. Die Kampagne Pelargonium for Europe stieß auf großes Interesse (www.pelargonium-for-europe.com).

Sebastian Heinje stellte das Vermarktungskonzept Landgefühl® auf dem Grünen Aschermittwoch vor. Mit diesem Konzept soll die Sehnsucht nach Landleben und authentischen Produkten zufrieden gestellt werden. Bisher gibt es 123 Pflanzen (von Obstsorten über Ziergehölze, Rosen und Stauden bis zu Kletterpflanzen), die mit besonderen Etikett versehen sind, das eine Geschichte erzählt und über einen QR-Code zu einer Homepage führt. Der Vertrieb der Landgefühl®-Pflanzen läuft über Green Contor (Oldenburg). Das Unternehmen stellt darüber hinaus einen Stand von 25 Quadratmetern zur Präsentation der Pflanzen zur Verfügung (einschließlich der Werbemittel für den Point-of-Sale).

Andreas Kientzler (Gensingen) präsentierte auf dem Grünen Aschermittwoch verschiedene Neuheiten, wie etwa die Rose „Wonder5“, die Bidens „Funny Honey“ oder das Petunien Duo „Sternenschnuppe“ mit Sorten „Violet Star“ und „Pink Star“.

Georg Lehrhuber (Geisenhausen) führt die Firma Mediflora und importiert seit Jahrzehnten Citrus und mediterrane Pflanzen. Er sprach sich dafür aus, dass sich der Fachhandel wieder mehr im Citrus-Geschäft engagiert. Mediflora bietet ein Eigenmarken-Konzept bei Limetten („Lime-Time“), „OrangeTime“ und „Lemon Time“ mit eigenen Bildetiketten sowie Banner, Flyer, Beachflags und Aufsteller für den Point-of-Sale. Citruspflanzen mit Marken-Etikett laufen im Fachhandel wesentlich besser als „No-Name-Produkte“, hat Georg Lehrhuber beobachtet. Er sieht Citrus als Produkt wieder im Kommen, auch im Fachhandel.

Green Solutions (Oldenburg) kam 2011 mit einer Bilddatenbank für den Schilder- und Etikettendruck auf den Markt. Heute bietet das Unternehmen ein breites Portfolio von der Softwareentwicklung bis zum Marketing an. Stephanie Hartmann (Bayreuth) von Green Solutions stellte das Webseitenkonzept von Green Solutions vor.

Für viele Betriebe dürfte die Erstellung von betriebsindividuellen Webseiten mit grünen Modulen wie Pflanzeninfothek, Gartenkalender/Jahresplan, Pflanzenmediathek (Videos), Berichte zu Gartenthemen, Pflanzendoktor und wahlweise Webshop- und Newsletter-Funktion interessant sein. Die Webseiten sind einfach aufgebaut und können selbst geändert werden. Ganz neu ist eine Web-Shop-Lösung für den privaten Endkunden. „Der Markt verändert sich und bereits jetzt werden 12% aller Gartenprodukte online gekauft und 40% der Käufe im stationären Handel werden online vorbereitet“, sagte Stephanie Hartmann. Die Web-Shop-Lösung von Green Solutions kann problemlos in bestehende Webseiten integriert werden, ist online zu verwalten und hat eine Schnittstelle zu Warenwirtschaftssystemen. Zudem können die grünen Module (Pflanzeninfothek, Gartenkalender, Gartenthemen, Pflanzendoktor) integriert werden. Ein Webshop ist auch als verlängerte Ladentheke zu sehen, über die sich Kunden informieren, bestellen und dann im Betrieb selbst abholen.

Christian Irrgang (21) wuchs im elterlichen Betrieb in Schwandorf auf und schilderte auf dem Grünen Aschermittwoch seinen Einstieg in den Betrieb. „Ich haben frischen Wind durch den Einstieg in den elterlichen Betrieb gebracht“ beschrieb Christian Irrgang die ersten Monate im Betrieb. Er ist für fast alles zuständig von der Produktion über den Außendienst, die Büroarbeit (Kulturplanung, Vertreter) bis zum Verkauf oder Ladenumbau. Probleme mit den Eltern gibt es keine, jedoch intensive, aber immer sachliche Diskussionen, selten Streitigkeiten. Auch mit Mitarbeitern hatte Christian Irrgang bisher keine Probleme. „Aber es ist schwer eingefahrene Mitarbeiter umzupolen und von neuen Dingen zu überzeugen“, berichtete Christian Irrgang. „Ich muss mich vor den Mitarbeitern beweisen“, fügte er hinzu. Christian Irrgang schätzt den Garten- und Landschaftsbau auch in Zukunft stark ein und rechnet damit, dass sich der eigene Betrieb auf diesem Feld stärker engagiert.

Für das eigene Unternehmen wird für Christian Irrgang ein Onlineshop für die Zukunft interessant. Zudem sieht er eine Entwicklung in Richtung Gartencenter mit Vollsortiment („Rundum-Sorglos-Paket“). Aber nach wie vor wird für ihn in Zukunft der regionale Anbau (Eigenproduktion) im Vordergrund stehen, außerdem wird seiner Meinung nach der biologische Anbau in Zukunft an Bedeutung gewinnen. „Starke ländliche Gärtnereien werden weiterhin bestehen bleiben!“ ist sich Christian Irrgang sicher. Für den elterlichen Betrieb kann sich Christian Irrgang auch eine ganz neue Ausrichtung vorstellen, etwa an einem neuen Standort, da ab 2020 zwei Naab-Brücken saniert werden und die Verkehrsführung geändert wird, was zu Umsatzeinbrüchen führen könnte. Der Schwandorfer Gärtner wünscht sich außerdem ein besseres Ansehen der Gärtner in der Gesellschaft. „Nicht, dass man auf einer Party blöd angeglotzt wird, wenn man sagt, man ist Gärtner“, sagte Christian Irrgang. Ganz oben auf seiner Wunschliste stehen neue Azubis und Fachkräfte. Außerdem gelte es, den Wert der Pflanze zu steigern wie es beispielsweise in der Schweiz der Fall sei, wo die Pflanzenpreise viel höher sind, während sich in seiner Region die Preise seit 1980 nur geringfügig erhöht haben. Persönlich möchte sich Christian Irrgang noch betriebswirtschaftlich fortbilden und eventuell noch den Meister im Garten- und Landschaftsbau machen.

Der 19. Grüne Aschermittwoch zeigte einmal mehr Trends und Ideen und ist als Veranstaltung zur Vorbereitung auf die kommende Beet- und Balkonpflanzensaison ein wichtiger Termin für den Fachhandel in Bayern und angrenzenden Regionen.

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