Badische Obst- und Gemüsesaison 2011: Rekordumsatz

Die badischen Erzeugergenossenschaften in Bruchsal, Oberkirch, Vogtsburg und auf der Insel Reichenau sowie deren Vertriebsgesellschaften erzielten bei der Vermarktung von 117.400 Tonnen Obst und Gemüse einen neuerlichen Rekordumsatz von 144,6 Mio. Euro.

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Die badischen Erzeugergenossenschaften in Bruchsal, Oberkirch, Vogtsburg und auf der Insel Reichenau sowie deren Vertriebsgesellschaften erzielten bei der Vermarktung von 117.400 Tonnen Obst und Gemüse einen neuerlichen Rekordumsatz von 144,6 Mio. Euro.

Mit der Steigerung der Umsätze sind die badischen Obst- und Gemüse-Genossenschaften zufrieden. Die EHEC-Folgen sind erst auf den zweiten Blick erkennbar, stellten der Vorsitzende des Marktkontors Obst und Gemüse Baden e. V., Gerhard Roßwog, und Geschäftsführer Bernhard Ritter bei der Pressekonferenz zur Jahresmitgliederversammlung am 21. März in der Akademie des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes in Karlsruhe-Rüppurr fest. Roßwog und Ritter präsentierten die Obst- und Gemüse-Umsatzergebnisse des Geschäftsjahres 2011 der vier badischen Vermarktungsstandorte: 

Spargel- und Erdbeerenernte profitierten von der Frühzeitigkeit
Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein stellten die badischen Obst- und Gemüsebauern in 2011 vor besondere Herausforderungen. Die Folgen waren frühere Erntetermine und lange Bewässerungsphasen. Bei Spargel mit traditionellem Saisonende am Johannitag bedeutete der vor-gezogene Erntebeginn eine Saisonverlängerung. Die Spargelmärkte in Nord- und Südbaden verkauften mit rund 6.200 Tonnen eine Rekordmenge. Die Aussichten für badische Spargelernte in 2012 sind gut. Am 16. März wurde beim OGA-Erzeugerbetrieb in Durmersheim der erste Spargel aus Sonnentunneln gestochen. Die Haupternte bei Erdbeeren setzte in Baden bereits Ende April ein. Dank Vlies-Abdeckungen und Beregnung überstanden die roten Früchte auch die Frostnächte Anfang Mai, so dass eine Rekordmenge von rund 11.400 Tonnen erfasst und vermarktet werden konnte. Die hohe Menge, aber auch das vegetationsbedingt verspätete Angebot an spanischen Erdbeeren auf dem deutschen Markt führten zu günstigeren Abgabepreisen, Dennoch war nicht nur die Menge spitze, auch der Umsatz blieb mit 25,3 Mio. Euro nur knapp unter dem bisherigen Rekordwert. Der Absatz der frühen Zwetschgensorten war zufriedenstellend. Die Spätsorten gerieten durch Aktionsverkäufe von Importware unter Preisdruck. Die umgeschlagene Zwetschgenmenge von 17.000 Tonnen war für die badischen Erzeugermärkte unterdurchschnittlich. 

Zufrieden waren die Märkte mit der Apfelvermarktung. Die im Frühjahr 2011 verkauften Äpfel aus der Vorjahresernte flossen zügig ab und brachten gute Erlöse. Die Kernobsternte 2011 war in Süddeutschland, aber auch in Südtirol und in Osteuropa von guten Mengen geprägt, in Nord- und Ostdeutschland führten Ertragsausfälle zu einer insgesamt unterdurchschnittlichen Ernte. Im Herbst begann der Verkauf der neuen Ernte zögerlich; die Verbraucher deckten ihren Bedarf zunächst durch die große Hausgartenernte. Ein Wermutstropfen für die mittelbadischen Apfelanbauer war ein heftiger Hagelschlag im August, der Teile der Bestände schädigte. Aufgrund der Wetterkapriolen investieren die Erzeuger jedoch zunehmend in Hagelschutznetze. Die aktuelle Frühjahrsvermarktung verläuft erfreulich. Über ein zunehmendes regionales Angebot dürfen sich die Liebhaber von Tafelkirschen freuen. Auch hier investieren die Erzeuger vermehrt in überdachte Anlagen, in welchen großkalibrige Kirschen für den heimi-schen Markt erzeugt werden. 

Baden zunehmend Spezialist für Beerenobst in Deutschland
Neben Erdbeeren gewinnt in Baden der Anbau von Strauchbeeren zunehmend an Bedeutung. Nahezu 4.000 Tonnen an Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren fanden über die genossenschaftlichen Vermarkter ihren Weg zum Verbraucher. 

Zweithöchste Gemüseernte in Deutschland
Auch die Gemüsesaison 2011 begann im Freiland deutlich früher und überschnitt sich mit Importangeboten und der noch nicht abgeschlossenen Ernte von Unterglas-Gemüse. Die Vermarktung von Frühsalaten war weitgehend abgeschlossen, die Salatgurkenernte erreichte Ihren Höhepunkt - da kam am 25. Mai die EHEC-Verzehrswarnung. Innerhalb weniger Tage schrumpfte die Käuferschaft um 70%. Mit rund 500 Tonnen vernichteter Ware waren die Salatgurken in Baden am stärksten von der EHEC-Krise betroffen. Die Gemüse-Anbaugebiete in der Mitte und im Norden Deutschlands hatten weitaus höhere Einbußen bei Gurken, Tomaten und Salaten zu verzeichnen. Dennoch wurde in Deutschland insgesamt die zweitgrößte Gemüsemenge geerntet. Ein Leuchtturmprojekt in der deutschen Gemüse-Produktion ist das Paprika-Projekt der Reichenauer Gärtnersiedlung Bodensee-Hegau. Jetzt, Ende März, ernten die Reichenauer Gärtner erstmalig die im Januar gesetzten 250.000 Paprikapflanzen. Auf einer Fläche von elf Hektar werden jährlich rund 3.000 Tonnen Paprika in einem der modernsten Glashäuser Deutschlands erzeugt und vermarktet. 

Verbraucherschutz hat Vorrang
Aufgrund der Erfahrungen aus der EHEC-Krise fordern die badischen Erzeugermärkte und das Marktkontor Baden im Sinne eines vorrangigen Verbraucherschutzes die Einbeziehung der Obst- und Gemüsebranche in das Krisenmanagement der öffentlichen Stellen, um an einer schnellen Lösung z.B. durch dokumentierte Warenströme-Wege mitzuwirken.

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