AHS-Studie: Keine krebserregende Wirkung von Glyphosat

In der letzten Woche wurde die Agricultural Health Study (AHS) im renommierten Fachmagazin Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht.

AHS-Studie veröffentlicht: Eine krebserregende Wirkung von Glyphosat ist nicht erkennbar. Bild: GABOT.

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Eine neue Studie bestätigt, was das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die Europäische Chemikalienbehörde (ECHA) sowie insgesamt 27 Agenturen weltweit bereits seit über 40 Jahren in ihren Sicherheitsbewertungen befunden haben: Eine krebserregende Wirkung von Glyphosat ist nicht erkennbar.

Die Studie ist aus zwei Gesichtspunkten von besonderer Bedeutung:

· Es handelt sich um die größte und umfassendste Studie, die jemals zur Untersuchung der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf den Menschen durchgeführt wurde. Insgesamt wurden knapp 55.000 Landwirte und deren Mitarbeiter in den USA miteinbezogen.

· Der Vorsitzende des mit der Bewertung von Glyphosat zuständigen IARC-Komitees, Aaron Blair, hatte bereits vor der IARC-Einstufung von Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ im Jahr 2016 Kenntnis von dieser Studie und deren Ergebnis. Es ist daher anzunehmen, dass er sie wissentlich außer Acht ließ und sie daher keine Rolle im Bewertungsverfahren der IARC gespielt hat.

Wie Aaron Blair kürzlich selbst einräumte, hätte die Berücksichtigung der Agricultural Health Study durch die IARC zu einer anderen Bewertung von Glyphosat geführt. Die IARC ist bis heute die einzige Behörde weltweit, die Glyphosat als krebserregend eingestuft hat. Mit der Finalisierung und Veröffentlichung der Agricultural Health Study wird die Vertrauenswürdigkeit der IARC, die nun auch vom US-Kongress unter die Lupe genommen wird, erneut in Frage gestellt.

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Kommentare (2)


Gabriele Hitzeroth 13. Nov. | 18:05

Die Studie wertet Daten aus, die im ersten in den Jahren 1993-1997 erhoben wurden, im 2. Teil Daten, die in den Jahren 1999-2005 erhoben wurden. Für Glyphosat wurden offenbar die unterschiedlichen Round-Up Formulierungen unterschiedlicher Hersteller nicht getrennt differenziert betrachtet, zumal die Herbizid-Glyphosat-Formulierungen von 2005-2017/8 verändert wurden. Damit sind die erhobenen Daten und deren Ergebnisse in Bezug auf gegenwärtige Fragestellungen irrelevant.

 
Tim Siebentaler 21. Nov. | 09:28

Bevor man so einen Artikel verfasst, sollte man meiner Meinung nach die Studie(doi: 10.1093) zunächst einmal selbst gelesen haben (und nicht nur die Zusammenfassung!). Ich habe das bereits in der letzten Woche getan.

Würde man das tun, dann fiele auf, das dort steht: keine statische Signifikanz für NHL wenn bestimmte Arten ausgenommen werden("The association for NHL was not meaningfully changed when multiple myeloma was excluded"). Dann fiele auch auf, dass die Studie ein erhöhtes Leukämie-Risiko attestiert. Auch Leukämie gehört zu den Krebserkrankungen.

Womöglich könnte dann auch auffallen, dass viele der ursprünglichen Teilnehmer in der Auswertung gar nicht mehr berücksichtigt wurden. Die Ausschlusskriterien stehen auch dort drin. Auch was für Teilnehmer man ausgewählt hat - viele davon schon aufgrund anderer Lebensumstände mit erhöhtem Krebsrisiko. Damit gehen andere, die ohne diese Risikofaktoren an Krebs erkranken in der Masse unter.

Ich habe diese Studie wie gesagt gelesen und halte überhaupt nichts davon. Es ist lediglich ein pro-glyphosat-Studie, die sich mathematische Tricks bedient um ein positives Bild zu erzeugen. Betrachtet man die Zahl der Krebserkrankungen insgesamt, so sieht es gar nicht mehr so hübsch aus. Man hat einfach an den richtigen Stellen Subtypen aufgeschlüsselt, wo es günstiger aussah. Naja und darüber, wer die Geldgeber der aufgeführten Geldgeber sind, sprechen wir wohl besser erst gar nicht.

 

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