"Agropole Innovates": 30 Jahre Amaryllis aus Meerbusch

Seit 1994 werden bei T&S Rütten in Meerbusch hochwertige Amaryllen unter 14.000 Quadratmetern Gewächshausfläche angebaut. Anlass für einen Rückblick und einen Besuch von Agrobusiness Niederrhein.

v.l. Stefan Rütten (T&S Rütten), Lena Manten, Marcus Trappe (beide Agrobusiness Niederrhein). Bild: Agrobusiness Niederrhein e.V.

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Amaryllis auch Ritterstern genannt, hat zu Weihnachten ihren besonderen Auftritt. Als Schnittblume in den Farben rot, rosa und weiß ergänzt sie die Weihnachtsdekoration und trägt zur weihnachtlichen Stimmung in der Wohnung bei.“ So wird diese einzigartige Blume auf der Internetseite der Gärtnerei Rütten vorgestellt.

Die Fläche, auf der unzählige Amaryllispflanzen kultiviert werden, ist riesig. Zurzeit sind jedoch nur große grüne Blätter zu sehen. Die Hochsaison startet in der Vorweihnachtszeit. Bis dahin werden die Pflanzen mit einer Art Fußbodenheizung auf Temperatur gehalten, aber auch die notwendige Kühlphase im Sommer, die zur Knospenbildung führt, erfolgt über das Schlauchsystem im Boden. Dabei stehen die Pflanzen in einer 25 cm hohen Schicht mit Substrat.

Erst ab Ende Oktober werden die wunderschönen Blumen mit ihren 80 cm langen Stielen geschnitten. Die Blüte ist dann noch verschlossen, damit der Kunde viel Freude an der blühenden Pracht hat. Die Blühkraft hält sich zwei Wochen im Haus. Geschnitten werden die Stiele per Hand. Die Saisonarbeitskräfte kommen alle seit mehr als 10 Jahren zum Betrieb in Meerbusch. „Dabei sind drei Ehepaare, die immer wieder zur Saison hier arbeiten“, berichtet Stefan Rütten stolz, der zusammen mit seinem Bruder Thomas den Betrieb in zweiter Generation führt.

Ursprünglich wurde die Gärtnerei im Jahr 1965 von den Eltern in Mönchengladbach aufgebaut. 1992 hat Stefan Rütten seine Ausbildung beendet. Genau in dem Jahr fand der Umzug nach Meerbusch statt. Zwei Jahre später entschieden sich die Brüder die Pflanze anzubauen, die ihren Ursprung in Südamerika hat. 1994 starteten sie mit 3.000 Quadratmetern. Die Nachfrage nach Amaryllen stieg und mit mittlerweile 14.000 Quadratmetern sind sie der größte Anbaubetrieb in Deutschland für diese Kultur. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt aufs richtige Pferd gesetzt“, sagt Stefan Rütten.

Zu dieser Erfolgsgeschichte gehören aber auch ein paar schwierige Jahre. Nachdenklich und fast schon traurig blickt er auf das Jahr 2008 zurück. „Es war der 30. Mai 2008“, erinnert er sich genau. „Wir hatten Hagelkörner so groß wie Eier, die auf unsere Gewächshäuser niedergingen. Es regnete dann buchstäblich Glas von oben auf die Pflanzen herab. Die komplette Ernte war vernichtet. Die Amaryllis macht 50% des Umsatzes aus. Dieser Ausfall war ein herber Rückschlag“, so Rütten.

Dann der Schock zur Coronazeit, als zum Lockdown alle Geschäfte schließen mussten. „Glücklicherweise waren das nur wenige Tage, an denen alle gelieferten Blüten entsorgt werden mussten. Der Spuk war schnell vorbei“, erzählt Stefan Rütten. Auf die Frage, was den Betrieb T&S Rütten ausmache, antwortet er: „Qualität. Wir kultivieren hochwertige Amaryllen mit dicken stabilen Stielen mit bis zu vier Blüten. Diese Qualität ist gefragt und diese liefern wir“, sagt er. Dazu nutzt Rütten die Regionalmarke „Natürlich Niederrhein“, bei der der Lizenznehmer garantieren muss, dass die Pflanze am Niederrhein gewachsen ist. „Mit diesem Gütesiegel wollen wir uns hervorheben und auf die entsprechende Qualität hinweisen.“

„Natürlich Niederrhein – Hier wächst was.“ wurde vom Netzwerk Agrobusiness Niederrhein entwickelt und in der Region etabliert. Die Gärtnerei T&S Rütten ist seit Jahren Mitglied im Netzwerk und nutzt das Regionalsiegel aus Überzeugung. „Damit unterstreichen wir nicht nur die Herkunft unserer Produkte, wir stärken unsere Region und unsere Branche. Das ist eine Herzensangelegenheit“, betont Rütten.

Zurzeit stehen auf den Freilandflächen Sommerastern, Sonnenblumen und Bartnelken. 340.000 Astern blühen jetzt in Etappen auf dem Feld. Wir sind mitten in der Saison, die um den 20. September endet. Danach geht es nahtlos an die Vorbereitung der Amaryllis weiter. Stefan Rütten gab einen interessanten Einblick in die Erfolgsgeschichte Amaryllis. Bei dieser Reise in die Welt der besonderen Blumen hatte er einige Anekdoten im Gepäck. Nach diesem Rückblick geht es jetzt mit großen Schritten auf die Vorweihnachtszeit zu – mit Qualität vom Niederrhein. (Agrobusiness Niederrhein)

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