Agro Care und CombiVliet: Megafusion steht bevor

Agro Care und CombiVliet haben angekündigt, dass sie fusionieren wollen, vorausgesetzt, die Behörde für Verbraucherschutz und Marktwirtschaft (ACM) genehmigt die Pläne. Es handelt sich um den größten Zusammenschluss von Tomatenerzeugern in den Niederlanden, der unter dem Namen Agro Care weitergeführt wird.

Megafusion im Tomatenanbau: Agro Care und CombiVliet wollen fusionieren. Bild: Agro Care.

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Die Anbaufläche der beiden Partner wird sich auf insgesamt 500 Hektar belaufen. Die beiden Unternehmen werden rückwirkend zum 1. Januar 2023 fusionieren. Nach der Genehmigung wird der Fusionsprozess in den kommenden Monaten eingeleitet.

Schon jetzt gehören die beiden Unternehmen zu den größten und modernsten Tomatenanbaubetrieben der Welt. Seit 2018 werden vorsichtig Optionen für eine intensivere Zusammenarbeit geprüft. Kees van Veen, Geschäftsführer von Agro Care: "Die meisten Unternehmen, die größer werden, tun dies, um mit ihren Kunden und der Nachfrage nach Nachhaltigkeit zu wachsen. Die Aufgabe, nachhaltiger zu werden, wird nicht nur vom Markt inspiriert, sondern wir erlegen sie uns selbst auf, um unser Unternehmen zukunftssicher zu machen. Wenn man größer ist, kann man dies besser ermöglichen und finanzieren, als wenn wir es beide einzeln tun."

Am Vorabend des 25-jährigen Jubiläums im Jahr 2022 kündigte Agro Care bereits an, dass die Anbaufläche auf 1.000 Hektar zusteuern könnte. Hauptsächlich durch Zusammenarbeit. "Wir müssen wirklich nicht alle tausend Hektar selbst bebauen. Und es muss auch nicht nur in den Niederlanden sein", sagte Kees van Veen bei dieser Gelegenheit. Im Jahr 2020 stieg die Investmentgesellschaft NPM Capital bei Agro Care ein. Sie verfügen über das Wissen und die Erfahrung, um Unternehmen wachsen und profitieren zu lassen. "Wir sind froh, dieses Wissen nutzen zu können. Mit dem Zusammenschluss sind die beiden Fusionspartner fast bei der Hälfte der prognostizierten Anbaufläche angelangt."

Wachstumsambitionen

"Das Wachstum des Unternehmens wird größtenteils im Ausland stattfinden", sagt der Geschäftsführer von CombiVliet, Roy van Vliet. Der internationale Anbau von Tomaten für einen größeren Markt ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten in Bezug auf Nachhaltigkeit, Umwelt, Beschäftigung, Entwicklung und wirtschaftliche Interessen. Die Verbraucher wollen zunehmend lokale Produkte, auch aus Gründen der Nachhaltigkeit. Es gibt auch Möglichkeiten, das Unternehmen in den Niederlanden weiterzuentwickeln, obwohl diese hauptsächlich durch Kooperationen, Fusionen und Übernahmen realisiert werden sollen.

Kees van Veen wird Vorstandsvorsitzender, Roy van Vliet Geschäftsführer Niederlande

Vorstandsvorsitzender wird Kees van Veen, Mitbegründer von Agro Care, der für alle Länder und Beteiligungen verantwortlich sein wird. Geschäftsführer Niederlande wird Roy van Vliet, der vor zwei Jahren die Nachfolge seines Vaters Theo bei CombiVliet angetreten hat. Philip van Antwerpen, ebenfalls Gründer von Agro Care, bleibt als Geschäftsführer Tunesien für die beiden wachsenden Standorte in dem nordafrikanischen Land verantwortlich. Durch den Zusammenschluss verschwindet logischerweise der Familienname CombiVliet als Firmenname. Roy: "Agro Care hat bereits einen großen Bekanntheitsgrad in der Welt. Daher haben wir uns nicht für einen völlig neuen Namen entschieden."

Frühere Kooperationen

Eine frühere Partnerschaft führte u.a. zur Gründung von CombiCoop, dem gemeinsamen Einkaufs- und Projektmanagementbüro. Auch der Tomatenverkauf läuft über denselben Vertriebskanal, die Erzeugergenossenschaft Harvest House, und die beiden Unternehmen sind u. a. Partner in einem eigenen Saatgut- und Züchtungsunternehmen, einer Gärtnerei, einem Softwareanbieter, Energieunternehmen, einer Zeitarbeitsfirma, einem Tomatenverarbeitungsunternehmen, einem Verpackungsunternehmen und Vertriebszentren.

Gemeinsamer Hauptsitz

Das Ziel der Bündelung der Kräfte ist auch die Stärkung der Standorte. Die einzelnen Niederlassungen werden zunehmend Wissen und Fähigkeiten austauschen und stärker zusammenarbeiten. Roy van Vliet: "Wir werden uns noch mehr koordinieren und aufeinander achten. Die Personaldienstleistungen werden in einer Abteilung zusammengeführt. Für die Zukunft stellen wir uns eine gemeinsame Hauptgeschäftsstelle vor. Je mehr wir zusammen machen, desto mehr werden wir auch das Bedürfnis verspüren, an einem Ort zu sein. Auch auf dem Gebiet der Beschäftigung sehen die beiden Partner Vorteile. In einem großen und wachsenden Unternehmen gibt es mehr Möglichkeiten und Herausforderungen für ambitionierte Mitarbeiter und man ist attraktiver für Talente."

 

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