5 Tipps für das Indoor Farming

Frische natürliche Zutaten ohne lange Lieferwege - genau darum geht beim Indoor Farming, wenn man biodynamische Kräuter und knackiges Gemüse selber im Haus anbaut.

Der Einstieg ins Indoor Farming fällt mit der richtigen Ausstattung nicht schwer.

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In den letzten Jahrzehnten hat sich die Haltung gegenüber Nahrungsmitteln bei vielen Verbrauchern stark verändert. Statt auf den Preis wird immer mehr auf die Qualität von Lebensmitteln geachtet. Fertignahrung mit Geschmacksverstärkern ist auf dem Rückzug. Im Trend liegen dagegen Lebensmittel mit Bio-Siegel. Und es gibt immer mehr Menschen, die ihre Kräuter und ihre Gemüse zumindest teilweise selbst anbauen.

Nicht jedem steht hierfür ein eigener Garten zur Verfügung. Es nicht einmal so, dass jede Wohnung mit einem Balkon für das Züchten von Tomaten versehen ist. Menschen ohne eigenen Außenbereich waren daher bislang klar im Nachteil. Dank moderner LED Technik ist das Kultivieren von Kräutern und Gemüse inzwischen aber auch in Innenräumen ohne viel Tageslicht möglich. Die Möglichkeiten gesunder Ernährung aus eigenem Anbau haben sich dadurch deutlich erweitert. Das Maß an Erfolg hängt dabei vor allem von der richtigen Vorgehensweise ab. Hierzu im Folgenden fünf wichtige Tipps.

Tipp 1: Viel Interesse mitbringen

Der wohl wichtigste Tipp in Sachen Indoor Farming ist, die ganze Sache nicht als Ergänzung des Speiseplans, sondern als echtes Hobby anzugehen. Im Regelfall wird beim Indoor Farming ohne Erde gearbeitet. Die groß gezogenen Pflanzen erhalten lediglich Wasser, in dem sich eine dem Pflanzentyp entsprechende Nährstofflösung befindet. Diese Technik wird als hydroponisher Anbau bezeichnet. Ein solche Minimierung beim Material hat zur Folge, dass bei der Pflege ein deutlich höheres Maß an Sorgfalt notwendig ist, als beim konventionellen Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern im Garten. Letztere verzeihen Fehler beim Gärtnern deutlich eher als Pflanzen in Indoor Farmen. Entsprechend wichtig ist eine wirklich regelmäßige Kontrolle des pH Werts sowie des Nährstoffgehalts im Wasser.

Auf der anderen Seite bedeutet hydroponischer Anbau in vielen Bereichen aber auch weniger Aufwand. Dies betrifft vor allem die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Da die Pflanzen nicht im Freien stehen, haben es Krankheitserreger und Schädlinge deutlich schwerer, an diese zu gelangen. Gleiches gilt in der Regel für Pilze. Entsprechend ist ein Einsatz von Herbiziden, Fungiziden und anderen Giftstoffen nicht nötig, was die Pflanzen als Lebensmittel deutlich gesünder macht. Hinzu kommt, dass sich in der Erde Mikroorganismen empfinden, die mit den Wurzeln der Pflanzen um den Sauerstoff konkurrieren. Dies führt zu einem deutlich schnelleren Wachstum von Kräutern und Gemüse beim Indoor Farming. Gleichwohl führen diese und andere Unterschiede dazu, dass sich auch erfahrene Gärtner mit den Besonderheiten des Indoor Farming genau vertraut machen sollten. Ein echtes, dauerhaftes Interesse ist deshalb der wichtigste Grundbaustein für erfolgreiches Indoor Farming.

Tipp 2: Platz ist (fast) immer genug vorhanden

Viele Menschen dürften vor dem Gedanken des Indoor Farming zurückschrecken, weil die eigene Wohnung für diese Zwecke nicht groß genug erscheint. Einer der Grundgedanken des Indoor Farming ist jedoch der vertikale Anbau. Von daher kommt es nicht zwingend darauf an, viel Fläche zur Verfügung zu haben. im Zweifel genügt für einen relativ gut bestückten Kräutergarten ein normal großes Küchenfenster. Bei südlicher Ausrichtung desselben sind dann nicht einmal künstliche Formen der Beleuchtung zwingend erforderlich. Der Kreativität sind beim Anbau in die Höhe wenig Grenzen gesetzt. Das Züchten von Petersilie, Kresse und Basilikum lässt sich in Form eines Regals genauso realisieren wie mit als Pflanztöpfe aufgehängten Plastikflaschen. Wichtig zu wissen ist lediglich, dass auf diese Weise das Lüften der Küche erschwert oder sogar verhindert werden kann. Insofern ist diese Variante nicht zuletzt eine Frage der Qualität der Dunstabzugshaube über dem Herd. Weiterhin dringt, je nach Dichte der Pflanzgefäße auch deutlich weniger Tageslicht ins Innere. Außerdem lässt sich diese Art des Indoor Farming auch aus vielen anderen Gründen nicht in jeder Küche realisieren. Mittels künstlicher Beleuchtung lassen sich aber auch gewöhnliche Schränke relativ schnell und einfach zum Growschrank umfunktionieren. Diese benötigen ebenfalls ein eher geringes Maß an Platz im Verhältnis zum Ertrag. Gleiches gilt für das Growbox Komplettset. Von diesem gibt es Ausführungen in unterschiedlichen Größen, die sich in die räumlichen Verhältnisse von unterschiedlichst geschnittenen Wohnungen gut einfügen lassen.

Tipp 3: Eine Frage des richtigen Lichtes

Sofern das Growbox Komplettset (z.B. bei growland.net zu kaufen) nicht die passende Variante sein sollte, ist beim Indoor Farming vor allen Dingen wichtig, sich intensive Gedanken über die Beleuchtung der Pflanzen zu machen. Im Falle der Nutzung von Fensterflächen auf die über den Tag viel Sonnenschein fällt, ist diese Aufgabe schnell gelöst. Anders sieht es bei der Nutzung von Schränken oder anderen Möbelstücken als Indoor Farm aus, wenn diese sich jenseits großer Fensterflächen befinden. In diesem Fall müssen die Pflanzen das zum Wachstum notwendige Licht auf künstlichem Wege erhalten. Zu diesem Zweck eigenen sich vor allem LED Leuchten. Diese verbrauchen vergleichsweise wenig Strom für ein hohes Maß an Licht. Außerdem entsteht bei ihrem Betrieb deutlich weniger Abwärme als bei anderen Leuchtmitteln. LED Leuchten schonen damit nicht nur den Geldbeutel durch eine geringere Stromrechnung, sondern erweisen sich auch als wesentlich weniger kompliziert, wenn es um die Erreichung der optimalen Temperaturen für die einzelnen Arten von Pflanzen geht.

Für ein gleichmäßiges Wachstum der Pflanzen ist eine gleichmäßige Streuung des Lichtes von entscheidender Bedeutung. Anderenfalls tritt die Reife bei Kräutern wie Gemüse zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein, was die Ernte entsprechend aufwändiger und schwieriger macht. Entsprechend sollte die Bauform der verwendeten Lampen so gewählt sein, dass sie den räumlichen Verhältnissen des gewählten Standorts für das Indoor Farming möglichst gut entgegen kommt. Neben dem Aufbau der Lampen spielen darüber hinaus auch die Photonenflussdichte sowie der Abstrahlwinkel der Lampen wichtige Rollen beim Gedeihen der Pflanzen. Wie stark die Lampen strahlen müssen hängt dabei zum einen von den Vorlieben der angebauten Pflanzen ab und zum anderen von den natürlichen Lichtverhältnissen am Standort für das Indoor Farming. Für südländische Kräuter, die in der Natur sonnige Plätze bevorzugen wird entsprechend mehr Licht benötigt als für Gemüsearten, die am besten im Halbschatten gedeihen.

Tipp 4: Erst einmal klein anfangen

Wie bereits geschildert, gilt es beim Indoor Farming verschiedene Dinge stärker zu beobachten, als dies im Freiland erforderlich ist. Außerdem haben verschiedene Arten von Kräutern und Gemüse unterschiedliche Bedürfnisse. Daher macht es im Zweifel keinen Sinn, beim Indoor Farming von Anfang an möglichst viele unterschiedliche Pflanzen anzubauen. Die Zeit für die Beobachtung Pflege fällt dann für die einzelne Art entsprechend geringer aus. Besser ist es, sich zunächst auf maximal eine Handvoll Lieblingskräuter zu konzentrieren und diese optimal zu kultivieren. Die Zahl der Sorten lässt sich dann im Laufe der Zeit immer weiter steigern. Je weiter der Erfahrungshorizont wird, desto breiter kann der Ausbau nach und nach angelegt werden. Die schon bekannten Arten sind dann meist schnell abgearbeitet und die Pflege der neuen Sorten kann entsprechend intensiver betrieben werden. Wie schnell sich diese Entwicklung vollziehen wird, lässt sich allgemein nicht sagen. Hier ergeben sich, genau wie beim Gärtnern im Freiland, große Unterschiede, weil nicht jeder das gleiche Gespür für Pflanzen in Form des berühmten "grünen Daumens" mitbringt. Aufgrund der auf das Wesentliche reduzierten Umstände des Anbaus beim Indoor Farming kommt es entscheidend auf ein gutes Händchen bei der Pflege an.

Tipp 5: Den Anbau bedarfsgerecht planen

Lebensmittel ohne lange Lieferwege, die ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln angebaut wurden sind ein guter Baustein, wenn es um die Verlangsamung und Verringerung des Klimawandels geht. Allerdings wird für den Anbau im Haus regelmäßig Energie für den Betrieb der LED Lampen benötigt. Insofern ensteht nur dann eine wirkliche Verbesserung der Bilanz, wenn das angebaute Gemüse auch wirklich verwendet wird. Von daher geht es beim Indoor Farming oft nicht zuletzt auch darum, die eigenen Essgewohnheiten zu hinterfragen und im nächsten Schritt zumindest ein Stück weit zu ändern. Wer Gemüse selber anbaut, der sollte auch in der Lage sein, mehr als nur etwas Essbares daraus entstehen zu lassen. Frische Produkte verlangen meist ein deutlich höheres Maß an Fingerspitzengefühl beim Kochen als aufgewärmte Tiefkühlkost. Daher sollte sich die Beschäftigung mit den verschiedenen Arten von Gemüse nicht nur auf den bloßen Anbau, sondern auch auf die Weiterverarbeitung konzentrieren. Neben dem Kochen betrifft dies auch das haltbar machen. Welches Gemüse in welcher Form eingefroren werden kann und bei welchem Arten Weckgläser mehr Sinn machen gehört ist deshalb die zweite Seite der Medaille beim Indoor Farming. Schon bei gekauften Lebensmitteln ist es ärgerlich, wie hoch der Anteil ist, der am Ende im Abfall landet. Bei selbst angebautem Gemüse gilt dies in noch stärkerem Maße.

Fazit

Wenn selbst gekochtes Essen aus reinen Grundprodukten gut gelingt, ist dies durchaus Grund genug für ein wenig Stolz. Dieser fällt ungleich größer aus, wenn es sich um Zutaten handelt, die man selber angebaut hat. Bislang war dieses Gefühl Menschen vorbehalten, die über einen ausreichend großen Außenbereich für ein Gemüsebeet verfügen. Dies hat sich durch die Weiterentwicklung der LED Technik grundlegend geändert. LED Lampen erzeugen mit wenig Strom viel Licht und sind daher in idealer Weise geeignet, Pflanzen den zum Wachstum notwendigen Sonnenschein zu ersetzen. Insofern ist nicht verwunderlich, dass Indoor Farming mehr und mehr Freunde findet. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass bei dieser Form des Anbaus so gut wie keine Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Weniger belastetes Gemüse, dass mit selbst angebauten, frischen Kräutern auf den Teller kommt schmeckt den meisten gleich nochmal so gut. Wie bei den meisten anderen Dingen im Leben, kommt es auch beim Indoor Farming darauf an, Schritt für Schritt eigene Erfahrungen zu sammeln und aus der Praxis hinaus zu lernen. Dies betrifft nicht nur den Anbau an sich, sondern auch die weitere Verarbeitung in Form von Kochen und der Haltbarmachung von Lebensmitteln. Insofern lassen sich mit diesem Hobby viele, faszinierende Welten gleichzeitig erschließen.

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