20 Jahre Naturland Marktgenossenschaft: Bio-Gemüse für alle

Ein Vorreiter im Bio-Markt hat Geburtstag: Die Marktgenossenschaft der Naturland-Bauern eG feierte am 7. September in Lippetal-Lippborg ihr 20-jähriges Bestehen. Neben dem bundesweiten Absatz im Lebensmitteleinzelhandel bauen die westfälischen Öko-Landwirte die Vermarktung von Naturland zertifiziertem Bio-Gemüse in der Region weiter aus.

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Ein Vorreiter im Bio-Markt hat Geburtstag: Die Marktgenossenschaft der Naturland-Bauern eG feierte am 7. September in Lippetal-Lippborg ihr 20-jähriges Bestehen. Neben dem bundesweiten Absatz im Lebensmitteleinzelhandel bauen die westfälischen Öko-Landwirte die Vermarktung von Naturland zertifiziertem Bio-Gemüse in der Region weiter aus.

Der Markt für Bio-Gemüse wächst weiter
Der Trend zu Bio ist ungebrochen. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln um 7% auf 7,55 Mrd. Euro. Insbesondere Kartoffeln und Gemüse zählten mit einem Umsatzplus von 17 und 7% zu den Gewinnern im Bio-Segment. Nach Milch- und Molkereiprodukten stellt Bio-Gemüse mit einem Anteil von 11% derzeit das zweitwichtigste Segment im Bio-Markt dar.

Der Erfolg der Genossen: Zahlen, Daten, Fakten
Maßgeblich beteiligt an der positiven Absatzentwicklung von Bio-Kartoffeln und Bio-Gemüse ist die Marktgenossenschaft der Naturland-Bauern in Lippetal-Lippborg. Die 41 Mitglieder der Genossenschaft produzierten vor 20 Jahren vorwiegend Bio-Getreide. Für die Belieferung des klassischen Lebensmitteleinzelhandels erweiterten die Landwirte im Jahr 1994 ihre Angebotspalette um Kartoffeln und Möhren und zählen seitdem zu den Vorreitern für den Absatz von Bio-Gemüse im Lebensmitteleinzelhandel. Das Sortiment umfasst Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln sowie verschiedene andere Grob- und Feingemüsesorten. Im Geschäftsjahr 2012/2013 wurden rund 50.000 Tonnen Ware vermarktet und ein Umsatz von 31 Mio. Euro erzielt. „Über den Lebensmitteleinzelhandel konnte eine viel breitere Verbraucherschicht mit Bio-Produkten erreicht werden“, erzählt Franz Westhues, Geschäftsführer der Marktgenossenschaft. „Mit der Erschließung dieser Absatzwege haben wir für größere Absatzmengen die Türen geöffnet und damit die Ausweitung des ökologischen Landbaus unterstützt.“

Seit 20 Jahren Bio mit Herz, Hand und Verstand
Den heimischen Öko-Landbau voran zu bringen ist den Marktgenossen von Anfang an ein zentrales Anliegen. „Wir sind Naturland Partner aus voller Überzeugung und handeln ausschließlich Bio-Ware. Dass ein Gemüsespezialist in unserer Größenordnung 100% Bio macht, ist im Markt einzigartig“, so Westhues. Der durch große konventionelle Anbieter mit Öko-Sparte zunehmend aufgebaute Druck im Markt ist den Genossen daher ein Dorn im Auge. „Die Naturland Marktgenossenschaft kon-zentriert sich auf die Vermarktung von Verbandsware, und die ist im Anbau nun mal anspruchsvoller“, erklärt Friedrich Bredtmann, Naturland Bauer und Mitbegründer der Marktgenossenschaft. „Wenn Handel und Verbraucher heimische Bio-Lebensmittel von Betrieben wollen, die ausschließlich bio machen, dann muss das auch über den Preis honoriert werden. Sonst ist Öko-Landbau für die Betriebe nicht mehr machbar und Rückumstellung wird ein Thema.“

In Zukunft: Mehr heimisches Naturland Gemüse
Regionalität ist bei Lebensmitteln gefragt wie selten zuvor. Nach einer aktuellen Um-frage des Marktforschungsinstitutes Konkret bevorzugen 75% der Verbraucher regionale Lebensmittel. Rund 70% der Kunden erklären sich zudem bereit, dafür einen höheren Preis zu zahlen. Mit dem Ausbau eines heimischen Sortiments von Naturland zertifizierten Gemüsen und der Regionalisierung der Beschaffungs- und Vermarktungsstrukturen stellt sich die Marktgenossenschaft auch dieser neuen Herausforderung. „In regionalen Bio-Produkten für den Lebensmitteleinzelhandel liegt unsere Zukunft“, prognostiziert Friedrich Dreckmann, Aufsichtsratsmitglied der Marktgenossenschaft. Mit dem 24-jährigen Öko-Landwirt steht bereits die nächste Generation in den Start-löchern. Als Möhren-Lieferant war der elterliche Hof im westfälischen Welver-Dinker von der ersten Stunde an dabei. Nun hat Jungbauer Dreckmann den Anbau um Feingemüse wie Pastinaken und Wurzelpetersilie erweitert. „Die Nachfrage steigt und ist immer noch viel größer als das Angebot. Der Lebensmitteleinzelhandel benötigt Spitzenware und ein hohes Maß an Professionalität“, weiß der ausgebildete Gärtner mit Schwerpunkt Gemüsebau. Mit kontinuierlicher Lieferung, steigenden Qualitäten und Mut zu neuen Kulturen will Friedrich Dreckmann das regionale Potenzial zukünftig weiter ausschöpfen.

„Regionalität ist ein ureigenes Thema des Öko-Landbaus, das unsere Branche in den Jahren des schnellen Marktwachstums ein bisschen aus den Augen verloren hat“, resümiert Franz Westhues. „Wir möchten da jetzt wieder stärker hin und machen mit einem sehr engagierten Handelspartner die Erfahrung, dass es auch geht.“ Die Marktgenossenschaft ist seit 2013 in einem vom Land Nordrhein Westfalen unterstützten Bio-Regionalprojekt in Ostwestfalen Lippe erfolgreich als regionaler Bündler für Bio-Gemüse tätig.

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