KTG Agrar: Ausverkauf der Landwirtschaft auf Kosten der Bürger

"Es ist ein Skandal, dass der jetzt insolvente, börsennotierte KTG-Agrarkonzern über Jahre hinweg in Millionenhöhe von Agrarzahlungen und Flächenverkäufen profitiert hat."

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Zur Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage bezüglich staatlicher Unterstützung für den insolventen KTG Agrar Konzern erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der BÜndnis90/die Grünen:

"Es ist ein Skandal, dass der jetzt insolvente, börsennotierte KTG-Agrarkonzern über Jahre hinweg in Millionenhöhe von Agrarzahlungen und Flächenverkäufen profitiert hat. Das ist ein Ausverkauf der Landwirtschaft und eine massive Verschwendung von Geldern auf Kosten der Bürger. Darin zeigt sich, wohin die fahrlässige und falsche Agrarpolitik der Bundesregierung geführt hat.

Die Förderung von Riesen-Agrarkonzernen muss jetzt endlich beendet werden. Die Ausrichtung auf Weltmarkt und Export ist keine Perspektive für eine nachhaltige Landwirtschaft. Wann lernt die Bundesregierung aus ihren Fehlern? Wir brauchen eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft in einem vielfältigen, lebendigen ländlichen Raum, keine ausgeräumte Agrarwüste in einer menschenleeren Einöde. Die freiwerdenden Flächen müssen jetzt sinnvoll für eine bäuerliche Landwirtschaft genutzt werden. Wir brauchen ein Kompetenznetzwerk, das die Herausforderungen angeht, Junglandwirte bei der Neugründung von Betrieben und der Schaffung neuer regionale Wertschöpfungsmöglichkeiten zu unterstützen.

Die kleine Anfrage zeigt: Die Bundesregierung hat durch die Bodenverwertungs- und -verwaltungs Gmbh seit 2005 insgesamt 1.100 ha an 20 Unternehmen der KTG verkauft. Weitere 3.200 ha wurden an 30 Unternehmen der KTG Agrar verpachtet. Die gesamt Agrarzahlungen an die KTG Unternehmen in Deutschland beliefen sich in den Jahren 2014/2015 auf rund 6 Mio. Euro. KGT Agrar profitierte von einer Agrarpolitik, die auf Expansion und Export ausgerichtet war – zu Lasten von Umwelt und kleinen und mittleren Betrieben. Dieser Schaden ist - anders als der rein finanzielle Schade der Insolvenz – gar nicht bezifferbar."

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