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Europa: Was bedeutet ein "Brexit" für den Zierpflanzensektor?
Stark gesunkene Ölpreise, rückläufiges Wirtschaftswachstum und die Möglichkeit des Ausscheidens Englands aus Europa (der so genannte „Brexit“). Makroökonomische Entwicklungen können unmittelbare Auswirkungen auf den Zierpflanzensektor haben. Aber welche Auswirkungen?
Der internationale Währungsfonds IWF inventarisiert zweimal jährlich die Sachlage der Weltwirtschaft und veröffentlicht dies in seinem Bericht Global Financial Stability Report. In der Ausgabe von April 2016 bezeichnet der IWF unter anderem die folgenden Entwicklungen als zu berücksichtigende Faktoren:
- Rückläufiges Wirtschaftswachstum (3,2% statt 3,4%)
- Sinkende Rohstoffpreise
- Bremsung des Wachstums auf dem chinesischen Markt
- Unruhe über eventuellen Brexit
Was merkt der Zierpflanzensektor von diesen Entwicklungen?
Struktureller Rückgang der Ölpreise
Traditionell führt ein niedrigerer Ölpreis zu einer Zunahme des Wirtschaftswachstums. Transportkosten sind niedriger und davon profitiert der Exportsektor und auch der Zierpflanzensektor Doch der strukturelle Rückgang des Ölpreises im vergangenen Jahr wirkt sich als Bremse auf die Wirtschaft aus. Große Energiekonzerne wie Shell und BP werden mit enormen Desinvestitionen konfrontiert. Dadurch steigt die Arbeitslosenquote und die Liquidität nimmt ab. Das führt wiederum zu mehr Unsicherheit und Instabilität auf den Finanzmärkten. Voraussichtlich wird diese Instabilität andauern, solange der Ölpreis unter 60 Dollar pro Barrel liegt (zurzeit etwa bei 43 Dollar).
Brexit
Wenn Großbritannien aus der Europäischen Union aussteigt, hat dies potenziell weitreichende Folgen für die Wirtschaft und den Zierpflanzensektor. Ein Brexit führt nicht nur zu Unsicherheit in Bezug auf die Handelspolitik, sondern wahrscheinlich auch zu zusätzlichen Zollkosten, einer Verzögerung der Durchlaufzeit und einer Wertminderung des englischen Pfundes. Und wenn das Pfund weniger wert ist, bedeutet dies, dass Blumen und Pflanzen aus den Niederlanden teurer werden, was zu geringerem Absatz in Großbritannien führt.
Unsicherheit über China
China ist für den Zierpflanzensektor ein sehr interessanter Wachstumsmarkt. Wenn sich die Pro-Kopf-Ausgaben in China in der gleichen Richtung entwickeln wie auf Wachstumsmärkten wie Mexiko, Brasilien oder Argentinien, dann erreicht der chinesische Konsumentenmarkt für Blumen und Pflanzen einen Wert von etwa 16,5 Mrd. Euro. Dieser Zähler steht jetzt noch auf 5,5 Mrd. Euro. Doch infolge von Überkapazitäten, niedrigeren Gewinnspannen und zunehmenden Schulden steht der Unternehmenssektor in China unter Druck. Das gebremste Wachstum Chinas kann auch die Weltwirtschaft abbremsen und somit negative Folgen für den weltweiten Zierpflanzensektor haben.

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