Abbrecherquote sinkt: "Vorbereitet in die Ausbildung" erleichtert erste Tage im Betrieb

"Unsere Auszubildenden sind nicht immer ausbildungsreif, die Abbrecherzahlen nicht hinnehmbar", heißt es aus vielen GaLaBau-Betrieben. Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW hat die Thematik jetzt gemeinsam mit den DEULA-Schulen Rheinland und Westfalen-Lippe aufgegriffen.

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„Unsere Auszubildenden sind nicht immer ausbildungsreif, die Abbrecherzahlen nicht hinnehmbar“, heißt es aus vielen GaLaBau-Betrieben. Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW hat die Thematik gemeinsam mit den DEULA-Schulen Rheinland und Westfalen-Lippe aufgegriffen. Entstanden ist das Angebot einer dreitägigen Initiativ-Schulung mit dem Titel „Vorbereitet in die Ausbildung“. Sie hat das Ziel, angehende Azubis auf die erste Zeit in der betrieblichen Praxis vorzubereiten.

Arbeiten im Freien bei fast jedem Wetter ist etwas anderes, als im geheizten Raum zu sitzen. Ferne gilt es, sich als Auszubildender in eine leistungsbereite Mannschaft einzufügen – kurzum: eine betriebliche Ausbildung fordert die jungen Menschen völlig anders als zuvor die Schule. Da kann so mancher Berufsanfänger schon mal nachdenklich werden. Umso wichtiger ist es, dem Nachwuchs vorab soviel Sicherheit zu geben, dass er schnell den Spaß an der Arbeit bekommt.

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels im Garten- und Landschaftsbau kommt es inzwischen darauf an, jeden Azubi davon zu überzeugen, dass er den besten Beruf der Welt erlernt. Damit die Abbrecherquote von 28% sinkt (Quelle: Landwirtschaftskammer NRW, Ausbildungszeit 2012 bis 2015), sollte die Begeisterung für den Beruf des Landschaftsgärtners bereits vor dem Ausbildungsbeginn nachhaltig gestärkt werden. Dafür gibt es seit drei Jahren die dreitägigen Seminare „Vorbereitet in die Ausbildung“ in den DEULA-Bildungszentren im westfälischen Warendorf und niederrheinischen Kempen. Das auf Initiative des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen entstandene Angebot für Schulabgänger und ihre künftigen Ausbildungsbetriebe zeigt Wirkung. Im Jahr 2013 haben 66 junge Menschen an dem Seminar teilgenommen. Davon brachen lediglich 17% der Azubi auf eigenen Wunsch oder auf Veranlassung des Betriebes ab. Die Abbrecherquote der Seminarteilnehmer lag damit sehr deutlich unter der allgemeine Quote von 28%.

Im Folgejahr 2014 nahmen 63 Personen an den Seminaren teil. Davon haben bislang nur 6,3% aufgehört. Die Abbrecherquote hat sich somit weiter reduziert nach 17% des Vorjahres und lag damit erneut deutlich unter der landesweiten allgemeinen Abbrecherquote von 21,5%.

Derzeit äußerst positiv wirken auch die Zahlen für 2015: Von 58 Teilnehmern der Seminare, haben bislang nur 3 abgebrochen, alle innerhalb der Probezeit. 1 hat die Ausbildung nicht angetreten, wiederum 5 haben ihre Ausbildungszeit auf zwei Jahre vertraglich niedergelegt. Hier bleibt allerdings noch abzuwarten, wie sich die Abbrecherquote bis zu den Abschlussprüfungen entwickelt, „Die Zahlen der Landwirtschaftskammer zu den Ausbildungsverhältnissen in AuGaLa-Betrieben belegen eindeutig, dass die Vorbereitungsseminare für angehende Auszubildende wesentlich dazu beitragen können, die Abbrecherquote signifikant zu senken“, so Miriam Schwenker, Referentin für Nachwuchswerbung im Verband GaLaBau NRW, zu den Zahlen der LWK NRW.

Die Seminare unterstützen die Ausbildungsbetriebe auch auf andere Weise. Denn ihren angehenden Azubi eine Teilnahme zu ermöglichen, bringt letztlich eine ganze Reihe von Vorteilen: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erlangen in den DEULA-Bildungszentren erste Kenntnisse hinsichtlich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie in der Handhabung einfacher Werkzeuge und Motorgeräte. Auch um ihre Sozialkompetenz geht es: Wie sollte man sich gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und nicht zuletzt den Kunden verhalten.

Unterstützt wird das Konzept vom Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (AuGaLa), das darin einen wichtigen Beitrag sieht, dass weniger junge Menschen ihr Ausbildungsverhältnis abbrechen. „In unserer Branche wird jeder Azubi als künftige Fachkraft benötigt“, so Dr. Karl Schürmann, Hauptgeschäftsführer des GaLaBau-Verbandes NRW. Vor diesem Hintergrund erstattet das Ausbildungsförderwerk bundesweit jedem AuGaLa-umlagepflichtigen Unternehmen 100 Euro und damit etwa die Hälfte der Seminarkosten pro Teilnehmer. (pcw)

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