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M-V: Kontrollen bei Pflanzenschutzmitteln werden intensiviert
Kürzlich fand in Rostock die traditionelle Jahrestagung „Pflanzenschutz“ des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V statt. Knapp 200 Landwirte und Interessierte füllten den großen Hörsaal der Agrarfakultät.
Die wichtigste Fachtagung für den Pflanzenschutz in Mecklenburg-Vorpommern bot einen breiten Überblick über aktuelle fachliche und rechtliche Schwerpunkte. So wuchs der Winterraps erstmals seit Jahren ohne Saatgutbehandlung mit Neonicotinoiden (Schutzbeizung gegen Insekten wie den Rapserdfloh) auf, was einen noch nie dagewesenen Befall mit tierischen Schadinsekten im Herbst 2014 zur Folge hatte. Offensichtlich traf aber der Wegfall dieser Behandlungsmöglichkeit zeitlich mit einem natürlichen Anstieg der Population des Rapserdflohs (Psylliodes chrysocephala) zusammen. Gemeinsam mit dem extrem milden Winter führte dies zu einer massiven Larvenentwicklung und schweren Fraßschäden in den jungen Rapspflanzen. Auch der Mäusebefall in den Feldkulturen und Obstanlagen stieg stark an. Insgesamt zeigt es sich, dass die Klimaveränderungen in Form von nun mehreren milden Wintern in Folge ganz konkrete Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben. Ohne diese Einflüsse wären wahrscheinlich höhere Erntemengen an Raps möglich gewesen.
Keinesfalls dürfen solche Entwicklungen dazu führen, dass Pflanzenschutzmittel fehlerhaft angewendet oder die konkreten Anwendungsbestimmungen nur teilweise eingehalten werden. „Die Landwirtschaft ringt um Akzeptanz in der Gesellschaft. Diese Bemühungen müssen sich auch in einem hohen Verantwortungsbewusstsein und besonderer Sorgfalt bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln widerspiegeln!“ forderte Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter des Pflanzenschutzdienstes am LALLF. „Dazu gehört, dass die Anwendungsbedingungen während der Behandlung, insbesondere die Windverhältnisse berücksichtigt werden. Abdrift kann zum Beispiel vermieden werden, wenn die Behandlung in die windstillen Nachtstunden verlegt werden.“, führte er aus.
„Die in diesem Jahr große Zahl an Anlaßkontrollen, also Kontrollen in Folge von konkreten Verdachtsmomenten oder Anzeigen, führte zu einem größeren Anteil an Verstößen. Im Jahr 2014 gab es bei 115 Kontrollen auf diesem Gebiet 42 Verstöße (37%). In diesem Jahr erfolgten 163 Kontrollen (Stand 30.11.), geahndet wurden 82 Verstöße (50%)“, fasst Vietinghoff zusammen. Auffällig war dabei die Zunahme von Verstößen bei der Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände.
„Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss in jeder Hinsicht rechtlich einwandfrei erfolgen – genau so, wie es die überwiegende Mehrzahl der Landwirte jedes Jahr praktiziert! Das werden wir weiter effektiv kontrollieren“, unterstreicht der Pflanzenschutzexperte.
Weitere Vorträge wiesen die Anwesenden auf wichtige Detailerkenntnisse in der Facharbeit hin. So kann eine gezielte Sortenwahl im Anbau und die genaue Ermittlung des Krankheitsdruckes von Kulturpflanzen einen Beitrag zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteleinsätzen leisten. Die Kolleginnen und Kollegen des LALLF bringen hierzu wichtige Resultate aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Die Ergebnisse werden aktuell und regelmäßig veröffentlicht: www.lallf.de.

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