BIOCOMES: Der biologische Pflanzenschutz ist im Kommen

Der biologische Pflanzenschutz bietet wirksame Alternativen. Im ökologischen Anbau sind schon lange biologische Pflanzenschutzmittel erfolgreich im Einsatz. Leider sind bisher allerdings zu wenige Produkte für die Anwender verfügbar.

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Anbauer von Obst und Gemüse kämpfen mit Pestizidrückständen in ihren Ernteprodukten. Seit die Handelsketten ihre Grenzwerte noch unter die behördlich genehmigten Werte gesenkt haben, klagen die Anbauer über die ihrer Meinung nach überzogenen Vorgaben. Zudem erlauben die Ketten nur noch maximal 2-3 Wirkstoffe, auch wenn die amtliche Zulassung wesentlich mehr Produkte erlaubt. Werden Pestizidrückstände über den vorgegebenen Mengen festgestellt, schicken die Supermarktketten die Ware zurück. So stehen den Produzenten immer weniger Produkte zur Verfügung.

Der biologische Pflanzenschutz bietet für dieses Problem wirksame Alternativen. Im ökologischen Anbau sind schon lange biologische Pflanzenschutzmittel erfolgreich im Einsatz. Leider sind bisher allerdings zu wenige Produkte für die Anwender verfügbar. Diese Situation soll sich jetzt ändern.

Die Europäische Kommission unterstützt das EU Verbundprojekt BIOCOMES mit 9 Mio. Euro für die Entwicklung von 11 neuen Produkten gegen pflanzenschädigende Insekten und Pilzkrankheiten. An dem Projekt sind 27 Teilnehmer beteiligt, von denen 12 kleine und mittlere Unternehmen sind und eines ein größeres Unternehmen der chemischen Industrie. Biologische Lösungen werden gesucht zum Beispiel gegen Schmetterlingslarven im Forst, Kohl, Tomaten und Kartoffeln oder gegen den Echten Mehltau im Getreide, die Verticillium-Welke in Raps und Kohl und andere Pflanzenpathogene.

Bis zum 6.11.2015 treffen sich die Projektpartner zu ihrer 2. jährlichen Sitzung bei der Firma e-nema GmbH in Schwentinental in der Nähe von Kiel. Die e-nema betreibt Bioreaktoranlagen im Maßstab von 2 bis 65.000 Liter zur Produktion von Bakterien, Hefen und Pilzen und insektenpathogenen Nematoden für den biologischen Pflanzenschutz. Da gibt es einiges zu sehen, nicht nur technische Anlagen für Produktion, Ernte, Aufbereitung, Lagerung und Verpackung, sondern auch nützliche Würmer und anderes Krabbelzeugs unter dem Mikroskop. Die e-nema beschäftigt 40 Mitarbeiter, von denen 12 in der Forschung und Entwicklung arbeiten.

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