Klaistow: Deutsche Heidelbeersaison 2015 gestartet

Am vergangenen Donnerstag wurde auf dem Spargel- und Erlebnishof Klaistow der offizielle Startschuss für die bundesdeutsche Heidelbeersaison gegeben. Die Heidelbeere ist 2015 auch "Frucht des Jahres", gewählt von der Initiative International Fruit Day, der alljährlich am 1. Juli begangen werden soll.

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Am vergangenen Donnerstag wurde auf dem Spargel- und Erlebnishof Klaistow der offizielle Startschuss für die bundesdeutsche Heidelbeersaison gegeben. Die Heidelbeere ist 2015 auch „Frucht des Jahres“, gewählt von der Initiative International Fruit Day, der alljährlich am 1. Juli begangen werden soll.

So waren neben Brandenburgs Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde, dem Präsident des Landesgartenbauverbands Jörg Kirstein, Potsdam-Mittelmark-Landrat Wolfgang Blasig, dem Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth auch Udo Funch vom Bund Deutscher Heidelbeeranbauer e.V. und der holländische Beerenexperte Theo de Kok, Professor an der Uni Maastricht, Ehrengäste der Saisoneröffnung.

In der Hauptstadtregion geht es in den kommenden Wochen auch darum, möglichst viele Berliner und Brandenburger in die Kulturen zu locken. Viele heimische Gartenbaubetriebe sind auch bei der Beerenernte von der der Selbstpflücke beziehungsweise der Direktvermarktung abhängig.

Mit der Heidelbeerernte startet nun auch die Beerensaison. Kaum eine andere Frucht, hat in den letzten zehn Jahren so eine Karriere hingelegt wie die Heidelbeere. Der Konsum steigt weltweit, besonders in Nordamerika und in Europa. In Europa hat sich der Anbau von 2005 mit 4.000 ha und 2012 auf 10.000 ha im Jahr 2012 mehr als verdoppelt.

2014 war die Kulturheidelbeere mit einer Erntemenge von 12.100 t weiterhin die in Deutschland meistgeerntete Strauchbeere. Ihr Anteil an der gesamten deutschen Erntemenge an Strauchbeeren lag bei 34%. Die Erntemenge von Kulturheidelbeeren stieg im Vergleich zum Jahr 2013 um knapp 18% bei einer annähernd gleichbleibenden Anbaufläche von 2.100 ha. Mit knapp 9.100 t wurden in Niedersachsen 75% aller in Deutschland geernteten Kulturheidelbeeren angebaut.

2014 wurden in Deutschland auf einer Anbaufläche von gut 7.700 ha insgesamt rund 35.600 t Strauchbeeren geerntet. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Erntemengenzuwachs um 9%, wobei die Anbaufläche lediglich um 6% gestiegen ist. Nach den Kulturheidelbeeren waren die Schwarzen Johannisbeeren mit 6.800 t (plus 0,1%), die Roten und Weißen Johannisbeeren mit gut 6.000 Tonnen (plus 3,9%) sowie die Himbeeren im Freiland mit 4.200 t (minus 2,5%) die bedeutendsten Anbaukulturen in Deutschland.

Die größten Strauchbeerenanbauflächen befanden sich in Niedersachsen (1.800 ha), gefolgt von Baden-Württemberg (1.700 ha), Bayern (1.100 ha) und Brandenburg (644 ha). In diesen vier Bundesländern lagen 67% der gesamten deutschen Strauchbeerenanbaufläche.

In den Betrieben mit vollständig ökologischer Erzeugung wurden im Jahr 2014 mit 3.700 t rund 11% der deutschen Strauchbeerenernte produziert. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Erntemengenzuwachs 21%.

In Brandenburg ist die Kulturheidelbeere mit rund 118 ha Anbaufläche und einem Ertrag von insgesamt 815 Tonnen die zweitwichtigste Strauchbeerenart. Produzenten von Kulturheidelbeeren haben 2014 etwa 69 Dezitonnen pro Hektar erzielt. Damit wurde der höchste Hektarertrag seit der ersten Erhebung im Jahr 2005 erreicht. Landesweit bauen 18 Betriebe die Kulturheidelbeeren an. Die Hauptanbauregionen sind Potsdam-Mittelmark, Prignitz sowie die Landkreise um Berlin.

Am 1. Januar 1990 haben Jörg Buschmann und Ernst-August Winkelmann ihren Spargel- und Erlebnishof in Klaistow gegründet. Seitdem ist der Betrieb kontinuierlich gewachsen und hat sich insbesondere als größter Spargelproduzent im Land etabliert. Das Unternehmen verfügt aber auch über Kulturheidelbeerplantagen, davon 70 ha in Klaistow.

Professor de Kok hat sich in Klaistow übrigens zum Thema „Die gesunde Blaue! Gesundheitsfördernde Eigenschaften von Heidelbeeren“ zu Wort gemeldet. Heidelbeeren gibt es frisch zur Sommerzeit von Sibirien bis Nordamerika, wo sie heimisch sind. Obwohl sie anspruchslos auf mageren Böden in Sträuchern gedeihen, weisen sie Vitamin C (21 Milligramm), Kalzium, Phosphor und Eisen auf. Allein verzehrt unterstützen sie die Verdauung, wirken entzündungshemmend, stärken das Immunsystem und helfen bei Maßnahmen zur Gewichtsabnahme. Das Blau der Heidelbeeren ist der Pflanzenfarbstoff Anthozyan, der die Pflanzenzellen und auch die menschlichen Zellen schützt. Sie sind wegen der hochwirksamen Biostoffe, die rasch ins Blut gelangen, gut gegen Stress.

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