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Niedersachsen: Halbzeit der Spargelernte ist erreicht
Die 40 Landwirte, die unter dem Logo „Nienburger Spargel“ ihr Gemüse anbieten, sind zufrieden. Deshalb ist auch Herbert Schriever zufrieden. Er vermarktet den Spargel von gut 1.000 ha Fläche für die Raiffeisen Warengenossenschaft Niedersachsen Mitte eG. „Die Anbauer können den Bedarf der Kunden gut decken, und der Preis der Ware in der Handelsklasse A liegt 0,40 bis 0,50 Euro über dem des Vorjahres“, erklärt er. In den unteren Handelsklassen könnten die Verbraucher sehr gute Ware zu günstigeren Preisen kaufen, beispielsweise den immer beliebteren Jumbo-Spargel. „Zu Beginn der Ernte im April war es relativ kühl, deshalb haben bisher vor allem diejenigen profitiert, die Spargel im Folientunnel anbauen“, erklärt Schriever. 2014 lag zwischen der Ernte im Tunnel und unter Folie nur eine Woche. In diesem Jahr war der Zeitraum bedeutend länger. Deshalb wurden für den Spargel aus dem Folientunnel über einen längeren Zeitraum höhere Preise erzielt.
Nils Kraushaar von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sieht Vor- und Nachteile im späten Erntebeginn. Zum einen wirkt sich kühles Wetter und eine späte und langsame Ernte positiv auf die Preise aus. „Eine richtige Hitzewelle dämpft den Spargelhunger, die Menschen grillen lieber. Außerdem sorgt Wärme schnell für ein großes Angebot, dann sinken die Erlöse“, erklärt der Anbauberater. Zum anderen sei es aber schwierig, bis zum offiziellen Saisonende am 24. Juni auch die späten Spargelsorten mit vollem Ertrag zu ernten. „Im Gegensatz zu den Anbauern profitieren die Pflanzen aber davon. Sie können Kraft für die nächste Ernte sammeln“, erklärt Kraushaar. Verglichen mit dem frühen Erntebeginn im Vorjahr und analog zur Witterung wurden bisher aber 20 bis 30% weniger geerntet. Diesen Rückstand werden die Anbauer allenfalls ansatzweise wieder aufholen können.
Bundesweit wird auf 22% der gesamten Freilandfläche für Gemüse Spargel angebaut, das entspricht immerhin mehr als 25.00 ha. Spargel ist damit weiterhin das bedeutendste Gemüse im Freilandanbau. Niedersachsen mit 5.200 ha, Brandenburg mit 4.200 und Nordrhein-Westfalen mit 4.100 ha führen die Statistik an. Im vergangenen Jahr wurde der deutsche Spargelanbau um 5% ausgeweitet. Die Erntemenge 2014 von über 114.000 t übertraf das Jahr 2013 um 11%. Eine Rekordernte kann nach Angaben des Landvolk-Pressedienstes für 2015 nicht erwartet werden, doch die Branche hofft noch auf steigende Temperaturen und ein solides Ergebnis. (LPD)

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