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Bonduelle: Umsatz- und Gewinnwachstum stärker als geplant
Am 26. September 2014 beriet der Bonduelle-Aufsichtsrat unter Vorsitz von Isabelle Danjou über die vom Vorstand vorgelegten und vom Abschlussprüfer der Gesellschaft bestätigten Zahlen des gesetzlichen Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses.
Bonduelle-Präsident Christophe Bonduelle sagte zu den Zahlen: „Das abgelaufene Geschäftsjahr stellt trotz nachteiliger Wechselkurseinflüsse und der Kartellstrafe der Europäischen Kommission einen wichtigen Schritt zur Verwirklichung unserer Vision „VegeGo!“ für das Jahr 2025 dar. Um Wechselkurseffekte bereinigt, haben wir Umsatz und Betriebsgewinn außerordentlich stark steigern können, und auch unsere Finanzstruktur hat sich deutlich verbessert. Für das Geschäftsjahr 2014/2015 erwarten wir einen weiteren Gewinnzuwachs. Aufgrund unserer gesunden Finanzlage können wir weitere Möglichkeiten zur Expansion wie beispielsweise derzeit im westlichen Nordamerika in Betracht ziehen.“
Jahresumsatz deutlich erhöht, Zielmarke übertroffen
Im Geschäftsjahr 2013/2014 (1. Juli 2013 bis 30. Juni 2014) belief sich der Konzernumsatz auf 1.921,1 Mio. Euro, das entspricht einer Steigerung um 1,3% gegenüber dem Vorjahr (1.896,1 Mio. Euro). Nach Bereinigung um Wechselkurseinflüsse (minus 3,7% entsprechend 66,2 Mio. Euro) - der Konzern erwirtschaftet 35,1% seines Umsatzes in Auslandswährung – und Anpassung des Konsolidierungskreises (minus 0,5%) verzeichnete der Konzern ein organisches Wachstum in Höhe von 5,5% (Vorjahr: 1,9%). Dieser kräftige Erlöszuwachs bestätigt die Richtigkeit der Internationalisierungsstrategie des Konzerns. In Europa gelang die Rückkehr in die Pluszone (2,3% gegenüber minus 0,8%* im Vorjahr), und außerhalb Europas setzte sich das kräftige Wachstum fort (plus 12,4%* gegenüber 8,6%* im Vorjahr). Dementsprechend liegen die wechselkursbereinigten Umsatzerlöse deutlich oberhalb der avisierten Zielmarken.
Region Europa
In der Region Europa (Anteil am Gesamtumsatz: 66,7%) stiegen die Erlöse um 1,5% (wechselkursbereinigt um 2,3%)*. Die Märkte neigten in den meisten europäischen Ländern weiter zur Schwäche. Das Umsatz- und Marktanteilswachstum des Konzerns verdankte sich daher Innovationen bei Markenkonserven (Bonduelle „Vapeur“ und Cassegrain-Sortiment), aber auch bei Tiefkühlerzeugnissen (Produktgruppe „Vapeur“) und verzehrfertiger Frischware aus dem Kühlregal.
Das Geschäftsfeld Tiefkühlprodukte verzeichnete zwar erfreuliche Zuwächse im Einzelhandel, litt jedoch unter einem insgesamt sehr schwachen Gastronomiegeschäft. Das Geschäftsfeld Frischprodukte konnte die Umsatzeinbußen aus dem Vorjahr (minus 1,7%) mit einem Zuwachs von 1,5%* nahezu ausgleichen. Dazu trug insbesondere das vierte Quartal mit einem Plus in Höhe von 5,6% bei. Der Erlöszuwachs war einerseits auf die Absatzerfolge bei Feinkostgemüse, andererseits auf die Marktentwicklung des gesamten Produktsortiments in Frankreich, die beginnende Markterholung in Italien und den guten Absatz von Frischsalatprodukten der Marke Bonduelle in Frankreich zurückzuführen.
Region Außereuropa
Die Region Außereuropa (Anteil am Gesamtumsatz: 33,3%) verzeichnete trotz deutlich spürbarer Wechselkurseinflüsse erneut ein herausragendes Jahr. Der Umsatz erhöhte sich wechselkursbereinigt um 12,4% (Vorjahr: 8,6%).
Der osteuropäische Markt (ohne die Ukraine) präsentierte sich nach wie vor sehr robust. Dank eines überaus engagierten Außendienstes, der Ausweitung des Direktverkaufs an Großkunden und der Eröffnung von Logistikzentren vor Ort konnte der Konzern seinen Marktanteil in Osteuropa vor allem mit den Marken Bonduelle und Globus weiter erhöhen. Auf dem nordamerikanischen Markt hatten kräftige Absatzzuwächse sowohl bei Konserven als auch bei Tiefkühlkost in Kanada und Absatzsteigerungen bei Tiefkühlkost in den USA ein starkes Erlöswachstum zur Folge. Zudem konnten die Produktionsprozesse des im Jahr 2012 erworbenen Werks für Tiefkühlkost optimiert werden.
In Brasilien setzt der Konzern seine Expansion fort. Die Produktionsanlagen sind nahezu ausgelastet.
Wechselkursbereinigtes Betriebsergebnis ohne Sondereinflüsse auf Rekordhoch
Bonduelle erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Betriebsgewinn in Höhe von 102,7 Mio. Euro. Unter Anwendung der für das Vorjahr zugrunde gelegten Wechselkurse entsprach dies 109,3 Mio. Euro und damit einem Zuwachs in Höhe von 3,5% gegenüber dem Vorjahr (105,6 Mio. Euro). Das angekündigte Ziel von wechselkursbereinigt 106 bis 107 Mio. Euro wurde folglich übertroffen.
Die Ergebnisentwicklung ist zurückzuführen auf:
- eine weitgehend stabile Ertragskraft in Europa mit einer Gewinnspanne (ohne Sondereinflüsse) in Höhe von 3,5% gegenüber 3,8% im Vorjahr;
- eine vergleichsweise stabile Gewinnspanne (ohne Sondereinflüsse) außerhalb Europas (33,3% des Gesamtumsatzes) in Höhe von 9,1%, was knapp 60% des Konzerngewinns ohne Sondereinflüsse entspricht.
Die positiven Zahlen verdanken sich einer exzellenten Steuerung aller Kräfte in Vertrieb, Marketing und Verwaltung sowie der erstklassigen Arbeit in der Produktion zur Begrenzung der nachteiligen Folgen der Ernteausfälle im Sommer 2013 in vielen Gebieten. Der dynamische Aufschwung in der Region Außereuropa und deren Ertragsvorsprung gegenüber der Region Europa sprechen dafür, die auf inneres und äußeres Wachstums setzende Expansionsstrategie in der Region Außereuropa fortzuführen.
Jahresüberschuss aufgrund von Sondereinflüssen rückläufig
Die Nettobelastung durch Einmaleffekte beläuft sich auf 36,1 Mio. Euro. Dieser Betrag beinhaltet die von der Europäischen Kommission verhängte Strafe wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens auf dem Absatzmarkt für Champignonkonserven im europäischen Einzelhandel in Höhe von 32,4 Mio. Euro einschließlich Verfahrenskosten. Der Konzern hat gegen den Verkäufer von France Champignon Klage wegen Vorspiegelung falscher Tatsachen eingeleitet. Nach Abzug dieser Einmaleffekte beläuft sich der Betriebsgewinn für das Berichtsjahr auf 66,6 Mio. Euro (Vorjahr: 103,0 Mio. Euro).
Die Nettofinanzaufwendungen blieben mit 27,4 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Der Kreditkostenrückgang um 3,4 Mio. Euro wurde durch Wechselkurseffekte (minus 0,5 Mio. Euro gegenüber plus 2,5 Mio. Euro im Vorjahr) ausgeglichen. Berücksichtigt man die Geschäftsergebnisse der unter Anwendung der Equity-Methode konsolidierten Unternehmen (hier hat sich mit minus 1,4 Mio. eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von minus 3 Mio. Euro ergeben) und den Ertragsteueraufwand in Höhe von 22,6 Mio. Euro - die von der Europäischen Kommission verhängte Strafzahlung ist steuerlich nicht abzugsfähig –, so belaufen sich der Jahresüberschuss und der Anteil des Bonduelle-Konzerns am Jahresüberschuss auf 15,2 Mio. Euro.
Trotz des infolge von Einmaleffekten rückläufigen Jahresüberschusses wird der Vorstand mit Blick auf die für das Geschäftsjahr 2014/2015 erwartete Steigerung des Betriebsgewinns ohne Sondereinflüsse der Ordentlichen Hauptversammlung am 4. Dezember 2014 wie im Vorjahr die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,375 Euro je Aktie vorschlagen.
Stärkung der Konzernfinanzstruktur
Am 30. Juni 2014 wies die Bonduelle-Gruppe eine Nettoverschuldung in Höhe von 524,6 Mio. Euro aus, was einem Rückgang um 67,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr entsprach (30. Juni 2013: 591,9 Mio. Euro). Durch mehrere Maßnahmen im Bereich des eingesetzten Kapitals konnte der freie Cashflow vor Akquisitionen von 18,4 Mio. Euro im Vorjahr auf 73,9 Mio. Euro im Berichtsjahr gesteigert werden. Infolgedessen belaufen sich der Verschuldungsgrad auf 104,1% (89,9% nach Anpassung des Wertes der eigenen Aktien**) und das Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA1 ohne Sondereinflüsse auf 2,95 (2,74 nach Anpassung des Wertes der eigenen Aktien**).
Darin zeigt sich, dass der Konzern nach den drei im Jahr 2012 getätigten Akquisitionen imstande ist, nennenswerte, wiederkehrende und gesicherte Kapitalströme zu erwirtschaften und zügig zu soliden Finanzkennziffern zurückzukehren.
Auch durch die Vereinbarung neuer Bedingungen für die revolvierende Kreditfazilität im Juli 2014 haben sich die Finanzierungsmöglichkeiten des Konzerns weiter verbessert. Die durchschnittliche Laufzeit seiner Finanzverbindlichkeiten verlängerte sich auf 4,9 Jahre. Die Finanzstruktur des Konzerns erlaubt es daher, neue Wachstumsprojekte ins Auge zu fassen.
Wachstumsprojekt in Nordamerika auf den Weg gebracht
Über die Geschäftseinheit Bonduelle Americas hat die Bonduelle-Gruppe am 26. September 2014 mit dem kanadischen Handelsunternehmen Sobeys einen Vertrag über den Erwerb eines Werks für Tiefkühlkost geschlossen. Die Produktionsstätte befindet sich in Lethbridge (Provinz Alberta) im Westen Kanadas an der Grenze zur USA. Sie weist einen erstklassigen Zustand auf und verfügt über eine Kapazität von 15.000 Tonnen. Für Bonduelle ist es die erste Produktionsstätte im westlichen Nordamerika überhaupt. Mit dem neuen Standort wird der Konzern seine Präsenz in Kanada stärken und seine Expansion in der gesamten Region vorantreiben können.
Gleichzeitig mit dem preisgünstigen Kauf des Werks schlossen Sobeys und Bonduelle einen langfristigen Exklusivvertrag über die Lieferung mehrerer Produktlinien in Kanada. Die Zusammenarbeit sichert langfristig die Versorgung mit kanadischem Gemüse von Erzeugern in den Provinzen Alberta, Quebec und Ontario.
Unter Berücksichtigung der laufenden Prüfung der wirtschaftlichen und finanziellen Belange dürfte die Übernahme noch vor dem 1. November 2014 vollzogen werden.
Ausblick
Auch das Geschäftsjahr 2014/2015 dürfte von einem schwachen Konsumklima sowie von großer Unsicherheit über die konjunkturelle und die geopolitische Entwicklung geprägt sein. Der Brand im Werk Tecumseh (Kanada) im Juli dieses Jahres hat zwar erhebliche Schäden verursacht, konnte jedoch auf das Tiefkühllager eingegrenzt werden und hat die Produktion daher glücklicherweise nicht beeinträchtigt.
Dank der inneren Stärke seines Geschäftsmodells in Verbindung mit den Erweiterungsinvestitionen der vergangenen Jahre und zufriedenstellenden Ernten in vielen Gebieten erwartet der Bonduelle-Konzern auch im neuen Geschäftsjahr einen steigenden Betriebsgewinn (ohne Sondereinflüsse). Im Einklang mit dem Ziel des Projekts „VegeGo!“, spätestens im Jahr 2025 weltweit die Nummer eins für ein gesundes Leben durch verarbeitetes Gemüse zu sein, und den übrigen Konzernzielen dürfte das Konzernbetriebsergebnis (bei unverändertem Konsolidierungskreis und unveränderten Wechselkursen) um 3 bis 6% auf eine Spanne von 106 Mio. Euro bis 109 Mio. Euro steigen. (bonduelle)
* bei unverändertem Konsolidierungskreis und unveränderten Wechselkursen
** auf Grundlage des Aktienkurses am 30. Juni 2014 (21,41 Euro)

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