BOG: Gute Obst- und Gemüsenernte erwartet

Der milde Winter und die schon sehr früh beginnenden warmen Tage haben der Vegetation in 2014 einen großen Vorsprung im Vergleich zu den anderen Jahren gebracht. War die Witterung im letzten Jahr noch um durchschnittlich 14 Tage im Verzug, so liegen wir in diesem Jahr rund drei Wochen früher.

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Der milde Winter und die schon sehr früh beginnenden warmen Tage haben der Vegetation in 2014 einen großen Vorsprung im Vergleich zu den anderen Jahren gebracht. War die Witterung im letzten Jahr noch um durchschnittlich 14 Tage im Verzug, so liegen wir in diesem Jahr rund drei Wochen früher. Spargel, Erdbeeren, Salate und Co. hatten einen selten frühen Saisonstart. Das Wetter im Frühjahr und beginnenden Sommer war ausgeglichen und sorgte für ein gleichmäßiges Wachstum und auch für eine gleichmäßige Marktbeschickung. Der Juni war in vielen Regionen Deutschlands etwas zu kalt, aber vor allem zu trocken. Starkregen dann aber im Juli im Süden und Südwesten haben die Ergebnisse regional doch noch negativ beeinträchtigt. Dagegen waren Hagelereignisse in Sonderkulturen bisher eher begrenzt.

Als Damoklesschwert schwebt aber für die Zukunft der Mindestlohn über dem gesamten arbeitsintensiven Sonderkulturbereich. Bei Obst, Gemüse, Hopfen, Tabak und Wein steht ab 2015 zu befürchten, dass kostengünstiger erzeugte Produkte aus süd-, mittel- und osteuropäischen Ländern deutsche Erzeugnisse im Lebensmittelhandel verdrängen werden. Allein die Lohnkosten machen in vielen Sonderkulturen 60 bis 80% der Produktionskosten aus, womit die Einführung des Mindestlohns zu Kostensteigerungen von 10 bis 30% führt. Ob dies am Markt zu realisieren sein wird und ob der deutsche Verbraucher den deutschen Erzeugnissen diese höhere Präferenz einräumen wird, wird sich in 2015 dann zeigen müssen. Unter den jetzigen Konstellationen gehen wir aber bereits für 2015 von deutlich niedrigeren Produktionen in Deutschland, mit der Begleiterscheinung von Betriebsschließun-gen und Arbeitsplatzverlusten, aus.

Obst
In Deutschland werden mit 1.036.000 Tonnen Äpfeln 29% mehr erwartet als im Vorjahr mit 804.000 Tonnen. Damit liegen wir bei Äpfeln bei einer guten Normalernte. Die Blüh-bedingungen im Frühjahr waren gut und der Vegetationsbeginn war auch für die Äpfel in diesem Jahr sehr früh. In Deutschland ist derzeit von einem früheren Erntebeginn von drei Wochen auszugehen. Die Frühapfelernte hat bereits begonnen. Hagelschäden waren in diesem Jahr sehr begrenzt. Nach Regionen ist in Deutschland von rund 334.000 Tonnen an der Niederelbe (plus 84% gegenüber Vorjahr), 294.000 Tonnen am Bodensee (21% mehr als im Vorjahr) sowie von 98.000 Tonnen in Sachsen und Sachsen-Anhalt und 41.000 Tonnen im Rheinland auszugehen.

Weit über die Hälfte der europäischen Apfelernte stammt aus Polen, Italien und Frankreich. In der Europäischen Union wird die diesjährige Apfelernte für die 28 Mitgliedsstaaten auf 11.893.000 Tonnen geschätzt. Damit wird die Ernte in der Europäischen Union um 9% höher ausfallen als im letzten Jahr mit 10.909.000 Tonnen.

Die Birnenernte wird in Deutschland auf 30.000 Tonnen und damit um 12% niedriger als im Vorjahr mit 34.000 Tonnen geschätzt. In der Europäischen Union wird die Erntemenge an Birnen mit 2.272.000 Tonnen um 2,5% das Vorjahresergebnis mit 2.330.000 Tonnen verfehlen.

Insgesamt wird in Deutschland bei Süßkirschen in diesem Jahr mit rund 43.500 Tonnen eine deutlich größere Ernte als im Vorjahr erwartet. 2013 betrug die Ernte lediglich 25.000 Tonnen bei einer durchschnittlichen Ernte in den vorausgegangenen drei Jahren von 33.000 Tonnen. Allerdings bereitete in diesem Jahr ein neu eingeführter Schädling, die Kirschessigfliege, den Bauern größere Probleme. Die Bekämpfung der aus Südostasien stammenden und von dort eingeschleppten Fliege ist schwierig. Betroffen ist neben den Kirschen auch das gesamte Beerenobstsortiment. In Deutschland wurde die Kirschessigfliege erstmals 2011 nachgewiesen. Die mit Fliegen bzw. Maden befallenen Früchte werden ungenießbar und schmecken – wie der Name der Fliege schon sagt - dann nach Essig.

Die Sauerkirschenernte 2014 dürfte um 20.000 Tonnen liegen. Nach den beiden schwachen Jahren in 2012 und 2013 konnte hier eine bessere Marktversorgung erreicht werden. Das schlechte Vorjahresergebnis mit 15.625 t wird somit um 28% überschritten, liegt aber immer noch unter dem langjährigen Durchschnitt.

Auch bei Pflaumen sind die Ernteerwartungen mengenmäßig sehr erfreulich, die Preise sind entsprechend niedrig. Bei Pflaumen dürfte eine der größten Ernten überhaupt heranreifen.

Insgesamt ist 2014 mit einer Erntemenge von 55.000 Tonnen zu rechnen, nach einer Erntemenge von knapp 50.000 Tonnen in 2013. Bei Mirabellen wird eine Erntemenge von rund 6.000 Tonnen erwartet.

Die diesjährige Erdbeerernte dürfte bei gut 160.000 Tonnen liegen nach der durchschnittlichen Ernte in 2013 mit knapp 150.000 Tonnen. Aufgrund des ausgeglichenen Wetters war die Abreife kontinuierlich und gleichmäßig. Während die ganz frühen Erdbeeren noch gute Preise erzielten, war die Preistendenz für die restliche Saison wesentlich schwächer. Auch in 2014 waren die Preisentwicklungen vor allem in den späteren Gebieten und auch bei den späteren Sorten nicht für alle Erzeuger zufriedenstellend.

Das Beerenobst wird in diesem Jahr das Vorjahrsergebnis wahrscheinlich etwas übertreffen. Dabei ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr bei Himbeeren ein leichtes Plus, bei Johannisbeeren ein leichtes Minus und bei Heidelbeeren wird es dagegen wie im Vorjahr eine eher große Ernte geben. Derzeit ist davon auszugehen, dass die Ernte 2014 von Johannisbeeren um 12.000 Tonnen liegen dürfte, bei Himbeeren um 5.000 Tonnen. Die Heidelbeerernte dürfte gut 10.000 Tonnen erreichen.

Gemüse
Die Erntesaison 2014 begann bei fast allen Kulturen im ersten Halbjahr rund drei Wochen früher als im Durchschnitt. Deutsches Gemüse war und ist damit länger am Markt – mit Ausnahme der Dauerkultur Spargel. Durch den sehr frühen Saisonbeginn bereits um den 1. April endete die Spargelsaison für viele Betriebe bereits vor dem traditionellen Ende, dem Johannitag am 24. Juni. Dies liegt darin begründet, dass die Spargelwurzeln nur eine begrenzte Zeit das schmackhafte Sprossengemüse produzieren und danach dann wieder Kraft tankten müssen für die nächste Saison.

Die Spargelernte 2014 dürfte um 115.000 Tonnen gelegen haben und damit etwa um 12% höher als im Vorjahr mit 103.000 Tonnen. 2014 war eine frühe und ausgeglichene Spargelsaison mit einer gleichmäßigen Marktversorgung. Es war wohl auch eine der bisher größten Ernten.

Die Anbaufläche von Zwiebeln wurde im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland erneut geringfügig ausgedehnt. Bei etwas höheren Erträgen ist mit einer Ernte von rund gut 500.000 Tonnen auszugehen, nach 406.000 Tonnen im Jahre 2013.

Bei Möhren wurde die Fläche wahrscheinlich nicht ausgedehnt, die Erträge sind normal. Allerdings wurde früh mit der Ernte begonnen und auf Zuwachs verzichtet, deshalb waren die Erträge der ersten Sätze geringer. Die gesamte Erntemenge dürfte sich mit 580.000 Tonnen kaum von den Ergebnissen der letzten beiden Jahre unterscheiden.

Bei Salaten haben wir in 2014 im Vergleich zu früheren Jahren bisher einen vergleichsweise ausgeglichenen Marktverlauf gehabt. Die Saison 2014 begann aufgrund der Witterung allerdings sehr früh und damit werden die Salate in diesem Jahr so lange wie selten zuvor am Markt sein. Der Absatz ist kontinuierlich. Die Preise liegen am unteren Rand des langjährigen Mittelwertes.

Im Unterglasanbau waren die Preise für Salatgurken und Tomaten in der Frühsaison durchschnittlich, in der Hauptsaison für Salatgurken aber meist nicht zufriedenstellend. Bei Tomaten gab es ab Mitte Juli dagegen Preisdruck.

Die Blumenkohlsaison zeichnet sich bislang durch eine sehr gleichmäßige Preisgestaltung aus, die für Blumenkohl sonst eher untypisch ist. Mengenschwankungen schlugen weniger als sonst üblich auf den Preis durch, das Preisniveau liegt in etwa auf der Linie des langjährigen Mittelwertes. Brokkoli war im Juli knapp und teuer, inzwischen hat sich die Lage aber wieder normalisiert. Sorgen bereiten in diesem Jahr von der Preisseite wieder die Radies. (Quelle: Bundesausschuss Obst und Gemüse)

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