Interpoma 2014: Fokus auf Überproduktion und russische Sanktionen

Zwischen Donnerstag, dem 20. und Samstag, dem 22. November 2014, kehrt die alle zwei Jahre stattfindende Interpoma – die weltweit einzige Veranstaltung, die ausschließlich dem Anbau, der Konservierung und der Vermarktung von Äpfeln vorbehalten ist – an das Messegelände von Bozen (Südtirol, Italien) zurück.

Anzeige

Zwischen Donnerstag, dem 20. und Samstag, dem 22. November 2014, kehrt die alle zwei Jahre stattfindende Interpoma – die weltweit einzige Veranstaltung, die ausschließlich dem Anbau, der Konservierung und der Vermarktung von Äpfeln vorbehalten ist – an das Messegelände von Bozen (Südtirol, Italien) zurück. In diesem Jahr bietet dieser Event eine besonders wichtige Plattform, um über neue Handelsstrategien und die neue Situation zu diskutieren, die angesichts der bei der Prognosfruit 2014 angekündigten Überproduktion in ganz Europa sowie des russischen Importverbots eingetreten ist.

Im Jahr 2014 wird Deutschland eines jener europäischen Länder sein, die ihre Apfelproduktion beträchtlich erhöhen, und zwar von 804.000 Tonnen im Jahr 2013 auf über 1,03 Mio. Tonnen – eine Steigerung von 29% gegenüber dem Vorjahr und von 14% gegenüber dem Durchschnittswert der letzten drei Jahre. Dies wurde bei der 38. Ausgabe der Prognosfruit bekannt – der von der WAPA (World Apple and Pear Associacion) organisierten, jährlich stattfindenden Konferenz, die zwischen 6. und 8. August dieses Jahres in Istanbul stattfand und bei der die Schätzungen hinsichtlich der internationalen Apfelproduktion präsentiert wurden.

Auch auf europäischer Ebene verzeichnet man ein Jahr der Überproduktion. Alles in allem wird geschätzt, dass im Jahr 2014 mit einer gesamteuropäischen Produktion von 11,9 Mio. Tonnen – um 9% mehr als im Jahr 2013 und um 12% mehr als der Durchschnittswert der letzten drei Jahre – ein neuer Rekord für die letzten zehn Jahre aufgestellt wird. Selbst die Rekordjahre 2008 und 2009 werden dabei übertroffen. In Polen, einem der größten europäischen Produzenten, wird mit 3.540.000 Tonnen eine Produktionssteigerung von 370.000 Tonnen gegenüber dem Jahr 2013 prognostiziert. Ein ähnlicher Trend zeichnet sich in Italien ab, wo mit 2.388.000 Tonnen gerechnet wird (266.000 Tonnen mehr als im Jahr 2013). Die einzige Ausnahme unter den großen Produzenten ist Frankreich, dessen Produktion 2014 von 1,57 Millionen Tonnen im Jahr 2013 um 6% auf 1,48 Mio. Tonnen zurückgehen wird.

In puncto Sorten zeichnet sich im Allgemeinen ein Wachstum ab – sowohl bei traditionellen als auch bei neuen Züchtungen. Golden Delicious verzeichnet einen Anstieg um 2% (2,58 Millionen Tonnen), Gala von 7%(1,29 Mio. Tonnen), Idared von 4% (1,09 Millionen Tonnen) und Jonagold von 12% (562.000 Tonnen). Von großer Bedeutung für die nächste Saison werden auch die Apfelbestände der Produktion 2013 sein, die in vielen europäischen Ländern gestiegen sind. Im Juni 2014 sah sich Italien im Vergleich zum Vorjahr beispielsweise einer Steigerung des Bestandes von 74% konfrontiert (236.941 Tonnen – europäischer Rekord). In Frankreich waren es sogar 248% (141.762 Tonnen) und in Polen 100% (112.000 Tonnen).

Die neunte Ausgabe der Interpoma – der internationalen Messe, die dem Anbau, der Konservierung und der Vermarktung von Äpfeln vorbehalten ist – ist angesichts dieser Situation besonders heikel. Auch in diesem Jahr startet im Laufe der Veranstaltung der alle zwei Jahre stattfindende internationale Kongress „La mela nel mondo“ (Der Apfel in der Welt), bei dem in diesem Jahr am Tag der Eröffnung die neuen Marktströme und die Entwicklungen von Angebot und Nachfrage in der Apfelbranche analysiert werden.

Kurt Werth, Experte für Obstanbau und Verantwortlicher für die Organisation des Kongresses „La mela nel mondo“, erklärte: „Die Saison 2014 ist in ganz Europa äußerst komplex, und zwar aus drei wesentlichen Gründen: die Überproduktion von Äpfeln, die – ausgenommen Frankreich und kleinere Länder – ein gemeinsamer Nenner sein wird; der beträchtliche Vorrat aus der Produktion 2013; und die russischen Sanktionen gegen europäische Länder. Diese Sanktionen betreffen nicht nur Polen, das überwiegend nach Russland exportierte, sondern können sich auch auf andere Länder auswirken, zumal nun versucht wird, die polnische Überproduktion in andere Handelswege umzuleiten. Unter den Branchenvertretern dominiert zurzeit die Befürchtung solcher Szenarien, die innerhalb weniger Monate eintreten könnten. Ein Faktor, der dazu beitragen könnte, einer solchen Situation Herr zu werden, ist wahrscheinlich die Qualität sowie möglicherweise die sofortige Reduzierung weniger kostbarer Sorten seitens der Industrie.“

Im Jahr 2012 lockte die Interpoma über 16.000 Branchenvertreter aus über 60 Ländern – eine Steigerung von 13,5% gegenüber dem Jahr 2010 – und 364 Aussteller aus 17 Ländern zu den Ständen des Bozener Messegeländes. Die nächste Ausgabe dieser Veranstaltung, die zahlreiche Neuheiten und Hintergrundinformationen für alle Branchenvertreter verspricht, findet von 20. bis 22. November 2014 in den Pavillons des Bozener Messegeländes statt. 

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.