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Ludwigsburg: 100 Jahre Gärtnerei Hoffmeister
Der Familienbetrieb Hoffmeister feierte das 100-jährige Jubiläum am 30. März mit einem Tag der offenen Tür. "Es ist ein freudiger Anlass, die Gärtnerei Hoffmeister wird hundert Jahre alt. Wir haben entschieden, unser Firmenjubiläum mit unseren Kunden, Mitarbeitern und der Familie zu feiern und uns hiermit für die Treue allseits zu bedanken", erklärte Seniorchef Günter Hoffmeister vergangenen Sonntag zur Eröffnung der Jubiläumsfeier.
Das Unternehmen Hoffmeister Schnittblumen ist am Rande von Ludwigsburg zu Hause. Bewirtschaftet wird eine Gesamtfläche von 65.000 m² in Freiland und unter Glas. Ein besonderes Augenmerk gilt der Produktion von Gerbera und Rosen. Das breite Angebot an Schnittblumen wird zum Großteil an Fachkunden vertrieben. Auf Endkunden zielt weiterhin der modernisierte Privatverkauf in der Gärtnerei.
Hartmut Weimann, Präsident des Württembergischen Gärtnereiverbandes e.V. (WGV), beglückwünschte Hoffmeister Schnittblumen im Namen aller Verbandsmitglieder und zollte dem Familienunternehmen mit folgenden Worten seinen größten Respekt: "Hundert Jahre Gärtnerei Hoffmeister sind eine Institution, nicht nur in Baden-Württemberg sondern auch darüber hinaus. Hundert Jahre sind für die Menschheit eine lange Zeit, für die Geschichte jedoch nur eine kleine Etappe. Ich persönlich ziehe den Hut vor der Lebensleistung, die die Familie Hoffmeister in den vier Generationen für die Folgegeneration geschaffen hat. Es gilt, das Erbe nicht nur zu erhalten, sondern zukunftsfähig weiterzuentwickeln." Hartmut Weimann beglückwünschte Adrian Hoffmeister zu seiner Entscheidung, das Familienunternehmen in vierter Generation in die Zukunft zu führen. Mit einem Spaten als Präsent im Gepäck forderte Hartmut Weimann den jungen Unternehmer auf, sich immer wieder freizuschaufeln für stets gute Ideen und neue Perspektiven im unternehmerischen Handeln, für eine familiäre Ausgewogenheit verbunden mit dem Wunsch für ein erfolgreiches Gelingen und gutes Miteinander. Sowohl Präsident Weimann als auch Günter Hoffmeister nutzten den Moment, einen Blick auf die Herausforderungen der Vergangenheit zu werfen.
Günter Hoffmeister beginnt die Zeitreise mit der Gründung des Unternehmens 1914, zur Zeit des ersten Weltkrieges, als die schwere Last der Reparationen, die durch den Versailler Friedensvertrag in großem Umfang die Wirtschaft belastete, einem unternehmerischen Neustart alle Kraft abforderte. Es folgt der zweite Weltkrieg, in dem die Gärtnerei 1944 durch einen Luftangriff einen Totalschaden erlitt. Die Zeit erzählt auch von einem Wiederaufbau, von Gastarbeitern vieler Nationalitäten, die durch die Arbeit bei Hoffmeister im Schwabenland eine neue Heimat fanden und sie erzählt von Rationalisierungsmaßnahmen. Sie berichtet nicht nur von der Betriebsvergrößerung mit Gebäuden, umweltschonenden Gewächshäusern und Freiland zur Bewirtschaftung, sondern auch von neuen Vertriebswegen. Bereits vor dem zweiten Weltkrieg verkaufte man im Sommer die Ware auf dem Schillerplatz in Stuttgart, im Winter auf der Empore der Markthalle, später zog der Blumengroßmarkt nach Wangen um. Ein wichtiges Standbein ist seit den 50er Jahren der Fahrverkauf. Mit dem Regio-Schnitt-Münchingen im Landgard-Abholmarkt schuf man einen weiteren Standort, um frische Qualität aus heimischer Produktion zu bieten. Begann der Urgroßvater August Hoffmeister mit dem Gemüse- und Obstanbau, konzentriert man sich seit der dritten Generation ausschließlich auf die Erzeugung von Schnittblumen, vor allem Gerbera und Rosen.
Adrian Hoffmeister, Geschäftsführer in vierter Generation, richtete Worte des Dankes und der Wertschätzung an Familie, Mitarbeiter und Kunden. Er bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und werde das Unternehmen im Sinne der Familie erfolgreich in die Zukunft führen.
Mit Blick auf die Vergangenheit sprach Präsident Weimann von epochalen Zeitsprüngen, die die Geschwindigkeit der Geschichte in hundert Jahren aufzeigt und die Bedeutung in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und demografischer Hinsicht klar macht. Vier Generationen haben durch all diese Wirrnisse der Zeit geführt und immer auch Raum für das ehrenamtliche Engagement der Familie für die Anliegen des Berufsstandes im Berufsverband WGV zugelassen. (WGV)

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