- Startseite
- Baden: Erzeugergenossenschaften mit Umsa...
Baden: Erzeugergenossenschaften mit Umsatzzuwachs
Die badischen Erzeugergenossenschaften in Bruchsal, Oberkirch, Vogtsburg und auf der Insel Reichenau sowie deren Vertriebsgesellschaften erzielten bei der Vermarktung von 104.000 Tonnen Obst und Gemüse einen weiteren Umsatzzuwachs auf 151,6 Mio. Euro. "Das letzte Frühjahr hatte die wenigsten Sonnenstunden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dies traf unsere Anbauregion und unsere Erzeugerbetriebe nach der insgesamt geringen Erntemenge des Vorjahres besonders schwer. Unser Motto lautet schließlich "Mehr Sonne. Mehr Geschmack!" Es ist erfreulich, dass unsere genossenschaftlichen Obst- und Gemüse-Erzeugermärkte den Gesamtumsatz wiederum steigern konnten. Auf Erzeugerseite sind jedoch aufgrund des kalten Wetters bis Ende Mai deutlich höhere Energiekosten entstanden", stellte der Vorsitzende des Marktkontors Obst und Gemüse Baden e. V., Dr. Roman Glaser, bei der Pressekonferenz zur Jahresmitgliederversammlung am 28. März in der Akademie des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes in Karlsruhe-Rüppurr fest.
Ohne Sonne keine Verfrühung
Die Saison 2013 hat deutlich gezeigt, wie sehr der geschützte Anbau unter Tunnelfolien und in Gewächshäusern und der Freilandanbau von Sonnen und Wetter abhängt. Obwohl der Boden bis März gefroren war, traten Frostschäden nur vereinzelt auf. Die Sonneneinstrahlung war zu gering und konnte den Boden auch im geschützten Anbau nicht ausreichend erwärmen. Die Spargelernte begann in den badischen Sonnentunneln vergleichsweise spät am 24. März. Die Erntemenge stieg in den darauffolgenden Tagen und Wochen nur langsam an. Bei guten Vermarktungspreisen fehlte die Menge.
Kaltes Wetter und Regen zur Obstblüte beeinträchtigten den Bienen- und Insektenflug. Die Ernteschätzungen bei Kirschen, Zwetschgen und Äpfeln fielen daher auch verhalten aus. Die für Mitte Mai erhoffte Haupternte bei Erdbeeren verschob sich auf Ende Mai.
Mit der Ernteverzögerung und gleichzeitigem Erntestart in den anderen deutschen Anbaugebieten stand die Vermarktung der Hauptumsatzträger Spargel und Erdbeeren unter Preisdruck. Die beiden badischen "Umsatz- Schwergewichte" konnten daher nicht zur Umsatzsteigerung beitragen.
Kleine Apfelernte sorgt für gute Preise
Bereits im Vorjahr fiel die europäische Apfelernte unterdurchschnittlich aus. Die Frühjahrsvermarktung 2013 verlief aus Sicht der Erzeugermärkte, die Ware anbieten konnten, zufriedenstellend.
Die deutsche Apfelernte in 2013 mit nur rund 800.000 Tonnen bedeutete Rekordtief. Die Verbraucherpreise schnellten im Lebensmitteleinzelhandel von 1,99 Euro/kg auf 2,49 Euro/kg. Damit verlief auch die Herbstvermarktung erfreulich. Aufgrund der kleinen Vorräte erwarten die Erzeugermärkte für die Frühjahrsvermarktung 2014 weiterhin feste Preise.
Gute Nachfrage nach heimischer Paprika
Die Reichenauer Gärtner waren auch in der zweiten Paprikasaison in der modernen Gewächshausanlage im Hegau erfolgreich. Bei gleicher Absatzmenge konnten die Erlöse um 15% gesteigert werden. Ähnlichen Erfolg wünscht sich die Reichenau-Gemüse eG auch beim neuen Bio-Gewächshaus für Bioland-Tomaten und Bioland-Gurken, das am 14. Februar 2014 in Aach eröffnet wurde.
Aufgrund fehlender Kostendeckung wurde in 2013 der Gurkenanbau zugunsten von Tomaten eingeschränkt. Dieser Trend soll sich auch in 2014 fortsetzen. Die badischen Gemüse-Erzeugermärkte rechnen daher in der diesjährigen Saison mit einem großen Tomaten-Angebot.
Impulse durch regionale Kennzeichnung
Im Februar wurden auf der wichtigsten Obst- und Gemüse-Fachmesse, der Fruit Logistica in Berlin, die ersten Produkte unter dem von der ehemaligen Ministerin Ilse Aigner initiierten Regionalfenster vorgestellt. Die badischen Erzeugermärkte begrüßen eine regionale Kennzeichnung, sehen jedoch im neuen Regionalfenster keinen Mehrwert zum bereits seit 25 Jahren bestehenden Qualitätszeichen Baden-Württemberg. Statt eines Regionalfensters wünschen sich die Erzeugermärkte von der Politik eine stärkere Unterstützung bei der Sicherstellung eines wirtschaftlichen Obstund Gemüse-Anbaus in Baden-Württemberg.

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.