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NRW: Landschaftsgärtner feiern Jubiläum im Landtag
"Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt". Mit dem passenden chinesischen Sprichwort begrüßte Landtagspräsidentin Carina Gödecke alle Gäste, die an diesem Tag gleichzeitig auch Gastgeber im Landtag NRW waren: Unter dem Motto "50 Jahre Verband GaLaBau NRW - 50 Jahre Grün für Menschen" hatte der "Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW e.V." (VGL) zu einem ganz besonderen Geburtstag in den Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags am Rheinufer eingeladen. Mehr als 400 Gäste waren am 11. März dabei, als das Jubiläum vom frühen Nachmittag bis zum Abend mit einem umfangreichen Programm gefeiert wurde.
Vor der Festveranstaltung stand am Vormittag zunächst die Mitgliederversammlung auf dem Programm. "Ihr Parlamentarischer Abend ist für uns ein ganz besonderer Ausklang des Plenartages", lobte Carina Gödecke das gute Miteinander zwischen Landschaftsgärtnern und Landtagspolitik, bevor sie das Wort und den Plenarsaal an Hans Christian Leonhards übergab. Der Präsident des VGL NRW unterstrich seinen Dank für die Bereitstellung der besonderen Location mit Gastgeschenken, die die Geschäftsstelle in Oberhausen für alle Ehrengäste dieses Tages vorbereitet hatte: Einen Blumenkorb, einen Gutschein für eine Baumpflanzung und den passenden Spaten, der auch den "ersten Spatenstich" für die nächsten 50 Jahre Verbandsgeschichte markieren sollte.
Positive Bilanz für 2013
Bei einem Rückblick auf das zurückliegende Jahr konnte Hans Christian Leonhards ein positives Bild zeichnen. Die ungünstige Witterung der ersten Monate hatte die Landschaftsgärtner zwar vor die bekannten Probleme gestellt, wegen der guten Konjunktur konnte trotzdem eine ausgeglichene Jahresbilanz gezogen werden. Die Investitionsbereitschaft war gut, der größte Schub kam 2013 erneut aus dem privaten Bereich. Weil die wirtschaftliche Entwicklung zufriedenstellend war, lag der Focus auf einem anderen Thema: Die Werbung des qualifizierten Branchennachwuchses, die der VGL NRW auch mit neuen Initiativen in Angriff nahm. Aufwändig, aber sehr erfolgreich gestaltete sich die Vermittlung von Praktikanten aus Spanien an GaLaBau-Betriebe in NRW. Bei Werbung und Öffentlichkeitsarbeit setzt der VGL nun auch auf einen Newsletter, mit dem regelmäßig 15.000 Auftraggeber angesprochen werden.
Peter Knappmann verabschiedet
Zumindest in einem Punkt waren die nachfolgenden Tagesordnungspunkte weit mehr als nur reine Routinesache: Neben den einstimmigen Entlastungen und den ebenso einhelligen Wiederwahlen von Arnd Meyers (Krefeld) und Reinhard Schulze Tertilt (Everswinkel) zu Beisitzern des Präsidiums stand die Verabschiedung von Peter Knappmann als Vizepräsident des VGL NRW an. Nach zweimaliger Wiederwahl trat der Essener GaLaBau-Unternehmer, der den Verband in 21 Jahren engagierter Präsidiumsarbeit entscheidend mitgeprägt hat, nicht mehr an. Besonders bei seinem Schwerpunktthema Wirtschaftspolitik war Peter Knappmann mit Herzblut dabei, nahm in unzähligen Gesprächen mit Entscheidern aus Politik, Wirtschaft und anderen Einrichtungen oft kein Blatt vor den Mund und brachte die Belange des GaLaBaus gerade dadurch immer ein Stück weiter. "Wir haben Peter Knappman viel zu verdanken", so Hans Christian Leonhards.
Der Nachfolger von Peter Knappmann kommt ebenfalls aus der Ruhrmetropole Essen. Thomas Banzhaf ist seit 2010 Präsidiumsmitglied und war zuvor viele Jahre im Vorstand des Bezirksverbandes Ruhrgroßstädte aktiv. Er wurde einstimmig zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Den freien Platz im Präsidium als Beisitzer übernahm Benjamin Küsters. Der gelernte Landschaftsgärtner arbeitet in der Geschäftsführung des Gartenhofes Küsters in Neuss und war in seiner Hochschulzeit bereits ehrenamtlich für den Verband aktiv.
Jubiläumsprogramm am Nachmittag
"Ich sehe hier viele Landschaftsgärtner", so Moderatorin Steffi Neu mit (gespielter) Verwunderung. "Sollten die bei diesem schönen Wetter nicht draußen arbeiten" Sie sollten natürlich nicht, denn für diesen Nachmittag hatte man sich frei genommen. Insgesamt 420 Gäste, Mitglieder des VGL NRW, Vertreter der Politik, der Wirtschaft, der Verbände und vieler anderer Einrichtungen waren zur Festveranstaltung nach der Mitgliederversammlung in den Plenarsaal des Landtages gekommen. In seiner Begrüßungsrede kündigte Hans Christian Leonhards nicht nur einen informativen und unterhaltsamen Nachmittag, sondern ein ganzes Jahr voller landschaftsgärtnerischer Aktivitäten an. "Unter das Motto "50 Jahre GaLaBau NRW - 50 Jahre Grün für Menschen" haben wir das ganze Jahr 2014 gestellt," so Leonhards mit Hinweis auf die geplanten Baumpflanzungen in den Bezirksverbänden des VGL, die vielen Veranstaltungen des Verbandes auf der Landesgartenschau in Zülpich und die Einladungen der Mitgliedsbetriebe an Kinder, die beim spielerischen Pflastern, Bauen oder Pflanzen einen ersten positiven Eindruck von der Arbeit des Landschaftsgärtners bekommen sollen. Seinen persönlichen positiven Eindruck vom GaLaBau in NRW brachte Horst Becker, Parlamentarischer Staatssekretär im Umweltministerium, in der nachfolgenden Festrede zum Ausdruck. Nur in wenigen Branchen sei die Schnittmenge zwischen Ökologie und Ökonomie so groß. Der Begriff des "gesunden Wachstums" müsse hier immer aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden: Aus dem des Landschaftsgärtners als Garant für eine naturnahe Weiterentwicklung des Lebensumfeldes, und dem des Landschaftsgärtners als Unternehmer. Ohne ein gesundes Wachstum im ökonomischen Sinne kann eine Branche kaum das leisten, was in ökologischer und sozialer Hinsicht erstrebenswert und erreichbar sei.
Die Visitenkarte der Stadt
Was in Hinblick auf das attraktive Lebensumfeld erreicht worden ist, stand dann nach einer kurzen Pause auf dem Prüfstand. Bei der Podiumsdiskussion unter dem Titel "50 Jahre Grün für Menschen - Bedeutung des attraktiven Lebensumfeldes" beleuchtete BGL-Präsident August Forster gemeinsam mit Frank Sundermann (SPD-MdL), Holger Ellerbrock (FDP-MdL), Heiner Bruns (Sprecher NRW der Gartenamtsleiterkonferenz) und Dr. Karl-Heinz Kerstjens (Leiter des Gartenbauzentrums Essen) verschiedene Blickwinkel zum Thema.
"Grün ist die Visitenkarte der Stadt", stellte Holger Ellerbrock fest. Leider werde zu oft vergessen, dass die Anlagen auch eine entsprechende Pflege benötigen. Eine "therapeutische Wirkung" bescheinigte Dr. Karl-Heinz Kerstjens den Grünanlagen. Und Frank Sundermann ist sicher: "Grün macht glücklicher und ist deshalb auch für soziale Brennpunkte besonders wichtig." Dass die Bedeutung eines grünen Umfeldes speziell im städtischen Bereich groß ist, steht für August Forster außer Frage. "Wir müssen das Grün insbesondere in den Städten intensivieren", so der BGL-Präsident. Der Garten-und Landschaftsbau könne hier viel leisten, brauche dazu aber klare und für alle Beteiligten gleiche Wettbewerbsbedingungen.
Stechpalmen für die Opposition
Die Gleichbehandlung, die das Kabarett "Bullemänner" in der Pause zwischen den Podiumsdiskussionen propagierten, dürfte da schon etwas leichter zu realisieren sein. Die beiden Akteure lieferten den trockensten Humor seit der Erfindung des Pulverlöschers und plädierten dafür, die einzelnen Fraktionen im Landtag durch bestimmte Pflanzen kenntlich zu machen: Die FDP etwa durch Vergissmeinnicht oder die gesamte Opposition durch Stechpalmen. Auch mit ihrem weiteren Programm hatten die Bullemänner die Lacher im Landtag ganz auf ihrer Seite. Zukunft grünes NRW Das zweite Podiumsgespräch, das von Moderatorin Steffi Neu direkt im Anschluss eingeläutet wurde, stand unter dem Thema "Zukunft grünes NRW - handeln statt reden". VGL-Präsident Hans Christian Leonhards , Hendrik Wüst (CDU-MdL), Norwich Rüße (MdL der Grünen), Hans-Jörg Rohwedder (MdL der Piraten), Landschaftsarchitekt Ernst Herbstreit und Alexander Rychter (Direktor im Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland-Westfalen e.V.) diskutierten über das, was in Sachen Grün künftig machbar sein kann. Dass auch hier viel Handlungsbedarf besteht, wurde schnell deutlich. "Es wurden viele Leuchttürme gebaut, aber in deren Schatten gibt es noch zu viel Qualitätslosigkeit", so Ernst Herbstreit. Während prestigeträchtige Projekte glänzen, lässt die Alltagsumgebung noch viel zu wünschen übrig. Dabei ginge es nicht darum, alles neu zu bauen, sondern Vorhandenes zu pflegen und nötigenfalls wiederherzurichten.
Im Rahmen der Diskussion machte Hans Christian Leonhards vier Kernforderungen des Verbandes an die Politik deutlich: Die Schaffung einer eigenen Haushaltsposition für Grünmaßnahmen im Stadtbauetat, eine erneute Förderung für Dachbegrünungsmaßnahmen in NRW, die Verankerung von Schulgärten im Lehrplan von Grundschulen und die Weiterführung der Landesgartenschauen über das Jahr 2023 hinaus. "Dabei kann es nicht immer nur um Geld gehen. Wichtiger ist das Bewusstsein, wie wichtig das Grün für den Menschen ist."
Höchste Auszeichnung des Berufsstandes - Verleihung der Ernst-Schröder Medaille
Dass mitunter auch der Mensch wichtig für das Grün sein kann, wurde noch vor dem musikalisch-kulinarischen Ausklang des Jubiläums im Foyer des Landtages deutlich: Im Plenarsaal zeichnete der VGL NRW Eckard Uhlenberg für seine besonderen Verdienste um den GaLaBau und hier insbesondere um die Fortführung der Landesgartenschaun mit der Ernst-Schröder-Medaille aus. Die Medaille erinnert an den Krefelder Politiker, der von 1948 bis 1968 Präsident des Zentralverbandes Gartenbau war. Sie wurde seit 1975 insgesamt zwölfmal verliehen. "Eckhard Uhlenberg ist mit Leib und Seele Landwirt, Naturschützer und Parlamentarier", so Armin Laschet, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, bei der Laudatio für seinen Parteikollegen. "Und er ist der erste Westfale, der diese Auszeichnung erhält."
Der ehemalige Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Landtagspräsident und heutiger Vizepräsident des Landtages hat sich stets für eine nachhaltige Entwicklung der Umwelt eingesetzt. Armin Laschet: "Durch seine politische Arbeit hat Eckard Uhlenberg bewiesen, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze sein müssen."

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