Munich Re: Juni-Hochwasser war die teuerste Katastrophe des Jahres

Die teuerste Naturkatastrophe des Jahres gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Schäden war das Hochwasser in Südost- und Ostdeutschland sowie angrenzenden Staaten Anfang Juni.

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Die teuerste Naturkatastrophe des Jahres gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Schäden war das Hochwasser in Südost- und Ostdeutschland sowie angrenzenden Staaten Anfang Juni. Die Gesamtschäden lagen bei 11,7 Mrd. Euro, die versicherten Schäden bei 2,3 Mrd. Euro.

Ausgelöst wurde das Hochwasser durch eine so genannte Trogwetterlage, bei der ein starkes Tiefdruckgebiet feuchtwarme Luft vom Mittelmeer über das Schwarze Meer in weitem Bogen um die Alpen bis nach Deutschland führte. Das Zusammentreffen mit kalten Luftmassen führte zu tagelangen starken Regenfällen auf bereits durchnässte Böden. Stellenweise betrugen die Niederschläge 400 Liter pro Quadratmeter innerhalb weniger Tage. An zahlreichen Flüssen erreichte das anschließende Hochwasser Rekordwerte, so etwa in Passau am Zusammenfluss von Donau, Ilz und Inn, wo das Hochwasser den höchsten Stand seit 1501 erreichte. In anderen Bereichen des Landes, so an der Donau bei Deggendorf in Bayern und an der Elbe bei Stendal in Sachsen-Anhalt, brachen Deiche, so dass sich Fluten kilometerweit ins Flachland ergossen.

Die historische Altstadt von Dresden blieb anders als bei der Elbe-Flut von 2002 vom Hochwasser weitgehend verschont, da die Schutzvorkehrungen verstärkt worden waren. Der vielerorts bessere Schutz verschärfte indes flussabwärts die Lage, wo das Wasser vielfach noch höher stieg als beim Jahrhunderthochwasser 2002. Damals hatte der Gesamtschaden europaweit 16,8 Mrd. Euro betragen, davon waren 3,4 Mrd. Euro versichert.

"Das Hochwasser 2013 hat gezeigt, wie Hochwasserschutz funktionieren kann. Schließlich ließen die Rahmenbedingungen wie Dauer und Menge der Niederschläge noch ein gravierenderes Hochwasser als 2002 erwarten", so Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung von Munich Re. "Dennoch wurde auch deutlich, dass Hochwasserschutz den gesamten Flusslauf umfassen muss und nicht nur aus Eindeichen bestehen kann. Gewässer brauchen Platz, damit sie bei Hochwasser ausufern können, so dass es bei Schutzvorkehrungen am Oberlauf nicht die Anwohner am Unterlauf umso härter trifft. Hier sind für das ganze Einzugsgebiet eines Flusses umfassende und daher oftmals international koordinierte Anstrengungen nötig."

Auch bei einigen anderen Wetterkatastrophen in Mitteleuropa hat sich Vorsorge bewährt: Der Herbststurm "Christian" verlief ebenso glimpflich wie der Wintersturm "Xaver", obwohl beide über Großbritannien, die Benelux-Staaten, Norddeutschland und Dänemark hinwegfegten und Windgeschwindigkeiten von teilweise über 150 km/h erreichten. Der Wintersturm "Xaver" löste zudem eine Sturmflut aus, die in Hamburg das Wasser die Elbe hinauftrieb und mit 6,09 Metern über Normal den zweithöchsten Pegel seit Beginn der Messungen erreichte - deutlich höher als bei der Hochwasserkatastrophe von 1962 mit 347 Toten. Da Hamburg seit damals aber mehr als 2 Mrd. Euro in Schutzmaßnahmen investiert hatte, richtete die Sturmflut keine größeren Schäden an. Insgesamt hat Hamburg durch den Hochwasserschutz nach einer Analyse von Munich Re seit der Flut von 1962 Schäden in der Größenordnung von 20 Mrd. Euro vermeiden können. In Folge von "Xaver" und "Christian" entstanden europaweit Gesamtschäden in jeweils niedriger einstelliger Milliardenhöhe.

Hagelstürme in Deutschland brachten höchste versicherte Schäden
Das weltweit teuerste Ereignis für die Versicherungswirtschaft waren Hagelstürme einer Unwetterfront, die zwischen 27. und 28. Juli einzelne Regionen in Nord- und Südwestdeutschland trafen. Diese Unwetterfront brachte der Assekuranz zugleich das teuerste Hagelereignis in der Geschichte Deutschlands. In Baden-Württemberg waren Gebiete um Pforzheim und die Region nordöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart betroffen, im Norden traf es eine Linie nordöstlich des Ruhrgebietes bis Wolfsburg. Stellenweise waren die Hagelkörner größer als Tennisbälle. Eines der gefundenen Hagelkörner hatte einen Durchmesser von 14 Zentimetern ein Rekord für Deutschland.

Die Eisklumpen zerstörten zahllose Autos, Häuserfassaden, Dächer und Solaranlagen. Besondere Schäden verursachte der Hagel auch an Häusern mit Wärmedämmung, bei denen der Außenputz teilweise zerstört wurde. Insgesamt betrug der Schaden durch schwere Hagelstürme im Juli und August in Deutschland rund 3,9 Mrd. Euro, davon waren 3,1 Mrd. Euro versichert. Allein auf die schwersten Hagelstürme Ende Juli entfielen davon 3,6 Mrd. Euro des Gesamtschadens beziehungsweise 2,8 Mrd. Euro des versicherten Schadens. (Munich Re)

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