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Grünkohl: Gemüse mit Kultstatus
Die Ernte eines Gemüses mit Kultstatus ist in Schleswig-Holstein in vollem Gange. Wie die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein mitteilt liegt die Anbaufläche von Grünkohl bei knapp 30 ha in Schleswig-Holstein, wo sich die Bestände nach einem ausgeglichenen Witterungsverlauf nun durchwegs gut präsentieren.
Hier wird der Grünkohl in Streulage in kleinen Einheiten von zumeist unter 1 ha angebaut, schwerpunktmäßig für die Vermarktung über Wochenmärkte, Hofläden und den regionalen Einzelhandel. Auf dem Frischmarkt konzentrieren sich Nachfrage und Ernte am stärksten auf die Wochen vor Weihnachten, da der Grünkohl nach landläufiger Meinung erst nach dem ersten Frost richtig gut schmeckt. Das stimmt aber nicht mehr für die heute erwerbsmäßig angebauten Sorten, bei denen es sich überwiegend um F1-Hybriden handelt. Die älteren samenfesten Sorten, wie zum Beispiel die als besonders schmackhaft geltende "Lerchenzungen", sind dagegen eher im Hobby-Segment zu finden.
Im Anbau ist der Grünkohl im Vergleich zu anderen Kohlarten relativ anspruchslos. Er kann auch auf ärmeren Standorten mit gewissen Abstrichen erfolgreich angebaut werden. Wegen der schnellen Entwicklung und der erst spät im Jahr einsetzenden Nachfrage lässt er sich gut nach früh räumenden Kulturen pflanzen. Grundsätzlich kann noch etwa bis März geerntet werden, denn die Kultur verträgt je nach Sorte und Schneebedeckung Temperaturen bis zu -15 °C. Bei Kahlfrösten im Wechsel mit milden Perioden besteht jedoch die Gefahr der Fäulnis.
Bundesweit werden jährlich rund 20.000 t Grünkohl geerntet; dahinter steht eine Anbaufläche von knapp 1.100 ha. Davon entfallen etwa rund 530 ha auf Nordrhein-Westfalen und rund 450 ha auf Niedersachsen, vor allem auf den Raum Südoldenburg, daher auch der Begriff "Oldenburger Palme". In diesen Gebieten läuft die Ernte bereits seit August, da die Ware teilweise zu Konserven verarbeitet wird. Wegen einiger Wetterkapriolen während des Anbaus wird hier eine unterdurchschnittliche Ernte erwartet.
Die traditionell deftigen Grünkohlgerichte gelten nicht unbedingt als Inbegriff gesunder Küche, doch mit seinen wertgebenden Inhaltsstoffen macht der Grünkohl Einiges wett: Das norddeutsche "Kultgemüse" punktet mit deutlich überdurchschnittlichen Gehalten an Provitamin A, den Vitaminen C und B2, den Mineralstoffen Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor sowie Ballaststoffen und verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen. (LWKSH)

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