- Startseite
- Schwimmteiche: Natürlich attraktiv
Schwimmteiche: Natürlich attraktiv
Schwimmteiche, die auf den Einsatz von Chemikalien zur Wasserreinigung verzichten, werden immer beliebter. Dies ist für den Menschen ebenso gesund wie für die Umwelt und für viele Badende ein klarer Pluspunkt. Die Therme im bayerischen Obernsees und das Hotel Sillberghaus Almbad & Lodge in den Bayerischen Alpen zeigen, wie das naturnahe Badevergnügen die Attraktivität einer Wellness-Landschaft steigert und einen Mehrwert für das Marketing solcher Unternehmen schaffen kann.
Der heiße Sommer hat es bewiesen: Deutsche lieben das Baden. Überwall wurden gewissenhaft Bahnen gezogen, es wurde geplanscht und trotz der Hitze auch sauniert. Was daran neu ist? Die Bäderlandschaft wandelt sich. Schwimmteiche erfreuen sich steigender Bekanntheit und Beliebtheit, berichtet die Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer e.V. (DGfnB). Der klassische Schwimmteich sieht optisch nicht viel anders aus als ein natürlicher Teich, ist hygienisch einwandfrei und das weiche, aufbereitete Wasser bietet den Badenden ein natürliches Badeerlebnis. Ein Schwimmteich verfügt über vergleichsweise wenig Technik, denn er reinigt sich teilweise selbst. Wasserpflanzen, Mikroorganismen, Zooplankton und vor allem Nährstoff speichernde Pflanzen und Boden- Substrate sorgen auf natürliche Weise für ungetrübtes Badevergnügen auf Chemie wird verzichtet. "Wir Naturbadbauer haben den Leitsatz: Nutze die Kraft der Natur zur Reinigung und nicht die der Chemie", so Wendelin Jehle, Präsident der DGfnB. Grund für die wachsende Begeisterung für Schwimmteiche ist, dass eine umweltbewusste und ökologische Lebensweise vielen Deutschen immer wichtiger wird. Natürlichkeit ist Trend. Eine daraus resultierende Konsequenz: Wellness-Angebote ohne Chlor und Chemikalien erhöhen die Attraktivität von Saunalandschaften und von Hotels. Dies zeigen auch die zwei folgenden Beispiele:
Die Therme Obernsees bei Bayreuth
Zuerst Sauna, dann abkühlen - aber natürlich!
Eben noch eine grüne Wiese, jetzt eine einladende Badelandschaft mit einem verlockend glitzernden Schwimmteich. Knapp drei Monate dauerte der Umbau bevor im Mai 2013 die Therme Obernsees, 20 Kilometer entfernt von Bayreuth, wiedereröffnet und sich deutlich von der Konkurrenz unterscheidet: Betriebsleiter Uli Gesell hat sich für einen Schwimmteich als attraktive Ergänzung zu seinem Saunaangebot entschieden. "Von unseren Badegästen haben wir bisher ausschließlich positive Rückmeldung erhalten", freut sich Gesell, der seine Anlage auch noch um eine Hopfen-Sauna, eine Aufguss-Sauna und eine große Liegefläche erweitern ließ. Insgesamt wurden circa zwei Millionen Euro investiert, die sich von Anbeginn lohnten: Vom klassischen Sommerloch für Saunabetriebe spürten die Inhaber im Sommer 2013 nichts. Mit der Erweiterung verzeichnet die Therme eine deutlich stärkere Auslastung.
Die Kosten für den Bau bzw. den Umbau einer vorhandenen Wasserstelle in einen Schwimmteich sind ähnlich wie bei einem konventionellen Schwimmbad. Es verursacht in der Regel allerdings geringere Unterhaltungskosten in der Folgezeit. "Bei der Neuanlage eines Schwimmteichs ist mit durchschnittlich 500 Euro pro m² Wasserfläche zu rechnen", kalkuliert Claus Schmitt von der WasserWerkstatt. Sein Planungsbüro für Badegewässer und Freiraumplanung in Bamberg baut im Jahr zwei bis drei Schwimmteiche und hat die Erweiterung der Therme Obernsees geplant und umgesetzt. Für die 320m² Gesamtwasserfläche des Saunasees in der Therme wurden rund 200.000 Euro veranschlagt.
"Ursprünglicher geht saunieren kaum! Um sich abzukühlen, springen die Gäste ganz nach finnischer Manier direkt ins natürliche Nass. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet und das ganz ohne chemische Zusätze, denn ein Schwimmteich ist ein selbstständiges, pflegeleichtes Ökosystem", so Claus Schmitt. Neben der einfachen Pflege und den glasklaren Vorteilen in ökologischer Hinsicht, sprechen auch Marketing-Argumente für einen Schwimmteich im Vergleich zum herkömmlichen Pool. Ein natürliches Badegewässer kann konkret für die Werbung als Alleinstellungsmerkmal genutzt werden, kann zur Aufnahme in Reiseführern als besonderer Tipp führen und darf natürlich ein Grund für höhere Eintrittsgelder und somit Mehreinnahmen sein.
Almbad Sillberghaus & Lodge
Baden im Gebirgsquellwasser? Dies ermöglicht auf über 1.100 Metern Höhe das Almbad Sillberghaus inmitten der Bayerischen Alpen. Das alte Almfreibad des Sillberghauses, 75 Kilometer südlich von München, wurde 2010 durch die Firma Kaffl aus Bad Aibling umgebaut. Durch die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten eines Naturpools konnte der Umbau mit naturnahen Materialien aus der Region, wie zum Beispiel der Holzart Fischbachauer Bummerl oder Lärchenholz, stilsicher in die Umgebung eingebettet werden. Die olivgrüne Folie sorgt dafür, dass das Wasser hellgrün schimmert und spiegelt den natürlichen Charakter des Bades wider. Der 75 m² große Naturpool gilt als öffentliches Bad, da Hotelgäste das Bad benutzen können. Es untersteht somit denselben Auflagen wie jede andere öffentliche Anlage. Der Naturpool wurde in eine Schwimmzone und einen Aufbereitungsbereich geteilt. Durch ein kombiniertes Filter- und Pumpensystem wird der Wassertransport zwischen den verschiedenen Zonen gewährleistet und der biologische Selbstreinigungsprozess unterstützt. Die externe, 10 m² große Filterzone reinigt das Wasser ohne chemische Zusätze und erzielt, wie in den Bergseen drum herum, glasklares Wasser, das zum Baden nach dem Wandern oder nach dem Saunieren einlädt. Durch das Zwei-Kreislaufsystem, bei dem Filterbeschickung und Skimmerkreislauf unabhängig arbeiten, lässt sich der Pool energiesparend und somit umweltfreundlich betreiben. "Die Entscheidung für eine Schwimmmöglichkeit ohne Chemie unterstützt unsere Marketing-Positionierung. Wir bemühen uns stetig, so naturnah und nachhaltig zu arbeiten wie möglich. Selbstverständlich immer unter der Prämisse, dass es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Fest steht, unsere Gäste sind begeistert vom Baden im Gebirgsquellwasser. Natürlichkeit und ein ökologischer Ansatz bekommen eindeutig Sympathie-Punkte von den Gästen", freut sich der erfolgreiche Inhaber des Almbad-Unternehmens Peter Kirchhaber.
Schwimmteiche beziehungsweise Naturpools ohne Chlor erhöhen die Attraktivität demgemäß nicht nur, weil sie gegenüber konventionellen Bädern ökologischer sind: Sie schwimmen auch ganz vorne mit, wenn es um ökonomische Fragen geht. (DGfnB)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.