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Schweiz: Agronomen sind gesucht
Agronomen und Lebensmittelingenieure sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Bei den hoch qualifizierten herrscht gar ein Nachwuchsmangel.
Eine am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Arbeitsmarktstudie zeigt, dass ein großer Teil der Firmen aus der Agro-Food-Branche mit Rekrutierungsschwierigkeiten zu kämpfen hat. Dies besonders, wenn hoch qualifizierte Agronomen der ETH gesucht werden. 60% der Firmen gaben an, sich bei der Suche zumindest schwer getan zu haben und 15% konnten die Stelle schließlich nicht entsprechend besetzen. "Es ist heute für die Branche schwierig, hoch qualifizierte, promovierte Leute zu finden. Wir befinden uns da in einer Krise", sagt Fritz Schneider, Leiter Agronomie an der Hochschule HAFL in Zollikofen. Es zeige sich auch, dass gerade im Bereich der Forschung Stellen nur noch durch Ausländer besetzt werden, so Michel Roux, Geschäftsführer der SVIAL, dem Berufsverband der Agronomen und Lebensmittelingenieure, an der Medienkonferenz zur Studie. "Nicht weil man keine anstellen will, sondern weil sie schlicht nicht vorhanden sind", ergänzte Roux.
Wieder mehr Agronomen
In den nächsten Jahren gehen zudem große Jahrgänge aus der Agronomie in Pension. Herauszufinden, ob und wie diese entstehende Lücke gefüllt werden kann, war eines der Ziele der Studie.
Hoffnung macht den Verantwortlichen, dass die Anzahl Agronomie-Studenten an der ETH nach Jahren wieder steigt. Während 2009 noch gerade 27 Personen das Studium aufnahmen, ist die Zahl auf 62 im Jahr 2012 gestiegen. Zudem betreffen die Rekrutierungsprobleme andere Bereiche der Agro-Food-Branche weniger oder gar nicht. Lebensmitteltechnologen aus Fachhochschulen etwa sind zwar auch gefragt, Stellen können aber ohne Probleme besetzt werden. Etwas schwieriger, aber im normalen Rahmen für Hochschulabsolventen, zeigt sich die Lage bei der Suche nach Agronomen FH und Lebensmittel-Ingenieuren mit universitärer Ausbildung.
Leichte Jobsuche
Was der Branche Kopfzerbrechen bereitet, bringt den Studenten Vorteile. Sie sind auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Besonders Agronomen können schon kürzeste Zeit nach Studienabschluss in den Berufsalltag eintreten. Ein Jahr nach Studienabschluss beträgt deren Erwerbslosenquote null. Bei den Lebensmittelwissenschaften sieht die Quote mit 1,7% ebenfalls deutlich besser aus als bei Hochschulabgängern aus anderen Fachrichtungen.
Als positiv wertet Studien-Projektleiter Robert Lehmann auch die Zukunftsaussichten der Absolventen. Die Studie stellt fest, dass insbesondere im Bereich der Lebensmittelingenieure der Stellentrend weiter nach oben zeigt, ebenso bei den Agronomen, dort allerdings in deutlich geringerem Ausmaß. Studienautor Thomas Oesch vom Büro Bass relativiert aber, dass mit dem vorhandenen Material keine Gesamtprognose für die Branche abgegeben werden kann, weil sich Firmen, bei denen es zuletzt schlecht lief, wohl nicht an der Umfrage beteiligt haben. Es lasse sich aber ein Vergleich zu Mitarbeitern der befragten Firmen aus anderen Fachbereichen ziehen und da zeige sich für die Lebensmittelingenieure eine höhere Dynamik.
Gute Qualität
Für die Hochschulen wichtig dürfte die Feststellung sein, dass die Ausbildungsqualität von der Wirtschaft geschätzt wird. Die Firmen attestieren, dass sie mit 92% der eingestellten ETH-Agronomen und 91% der Lebensmittelingenieure ETH oder FH zufrieden sind. Vor allem in ihrem Fachwissen scheinen die Absolventen sattelfest zu sein. Besser könnten nach Ansicht der Firmen die Kompetenzen in Management, Kommunikation und Teamarbeit sein. Eine Erkenntnis, die in die Ausbildungen der verschiedenen Institute einfließen soll, wie an der Medienkonferenz bekräftigt wurde. Für künftige Studenten dürfte sich noch ein weiterer Grund für eine Agro-Food-Studium ergeben: Der Einstiegslohn ist im Vergleich zu anderen Studienrichtungen hoch. (lid.ch)

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