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Mony: "Lippenbekenntnisse reichen nicht aus"
Hamburg - Vertreter von Politik und aus dem Umweltbereich sowie Branchenexperten diskutierten auf dem European Urban Green Congress am (30.Mai 2013 in Hamburg über Strategien für eine grüne Zukunft der Städte. Der Kongress, der anlässlich des 50. Bestehens des europäischen Verbandes des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (ELCA) stattfand, machte insbesondere den Nutzen und Mehrwert von Stadtgrün deutlich. ELCA-Präsident Emmanuel Mony warf den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung vor, das Potenzial von urbanem Grün für eine nachhaltige Stadtentwicklung völlig zu verkennen. „Stadtgrün ist ein von der Politik vergessenes Thema, das auf der politischen Agenda fehlt“, erklärte Mony in seiner Eröffnungsrede.
„Mehr in Grün investieren statt Asphalt und Beton“
„Investitionen in Asphalt und Beton mögen bisweilen unausweichlich sein, aber Asphalt und Beton atmen nicht. Grün dagegen sorgt für Leben. Das haben die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung längst vergessen und verkennen den Nutzen und Mehrwert von städtischem Grün. Bei Investitionsentscheidungen muss Stadtgrün in Zukunft wieder eine Rolle spielen. Es hilft den Städten ökologische, ökonomische und soziale Herausforderungen zu bewältigen. Darüber müssen sich die Verantwortlichen wieder bewusst werden, “ erläuterte Mony weiter. Das Prinzip der Nachhaltigkeit müsse dabei sowohl für wachsende als auch für schrumpfende Städte angewendet werden. Beide Phänomene laufen parallel nebeneinander. Urbanes Grün sorgt in beiden Fällen für eine erhöhte Lebensqualität.
Positive Signale aus der Politik
Besonders erfreut zeigte sich der ELCA-Präsident über das kürzlich veröffentlichte Bekenntnis der EU-Kommission, das sich mit klaren Handlungsempfehlungen Richtung Europäisches Parlament, den Rat und die zuständigen Ausschüsse wendet. So heißt es in dem EU-Papier wörtlich: „Der Nutzen der Natur ist für die menschliche Gesellschaft unverzichtbar. Viele dieser Nutzen, häufig auch Ökosystemdienstleistungen genannt, werden jedoch in Anspruch genommen , als ob sie unbegrenzt vorhanden wären und wie Gratisgeschenke behandelt, deren wirklicher Wert nicht gebührend geschätzt wird (…) Europa verschleißt somit weiterhin sein Naturkapital und schwächt seine Widerstandskraft gegenüber Umweltbelastungen.“
Mony nannte die Mitteilung der EU-Kommission „einen ersten Schritt in die richtige Richtung und ein klares Signal “. Die Politik forderte er auf, „diesen Weg konsequent weiter zu verfolgen“. Die einzelnen Staaten müssen sich dies zu Herzen nehmen und gemeinsam mit allen relevanten Gremien nach Wegen zur Umsetzung suchen. Die ELCA fühlt sich durch die Kommission in ihrem Bestreben, urbanes Grün stärker in den Fokus einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu integrieren, bestätigt. „Wir als ELCA werden uns gerne in den Prozess einbringen und unseren Beitrag dazu leisten“, erklärte Mony in Richtung EU.
Forschung im Fokus
Einen verstärkten Fokus wird die ELCA künftig auf den Bereich einer umweltorientierten Forschung in den Bereichen Bau und Vegetation legen. „Nur mit fundierten Forschungsergebnissen können wir das große Potenzial von Stadtgrün belegen“, so Mony. Auch die sozialen Nutzenaspekte von Stadtgrün sollen intensiver erforscht werden. Die ELCA machte dazu den Anfang und befragte gemeinsam mit forsa europaweit Bürger zu ihrem Nutzungsverhalten und ihrer Zufriedenheit mit Parks und öffentlichen Grünflächen in zehn europäischen Großstädten. Die Ergebnisse wurden im ersten “European Urban Green Ranking“ zusammengefasst und auf dem Kongress präsentiert. (Elca)

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