Badische Obst- und Gemüsesaison 2012: Rekordumsatz

Die badischen Erzeugergenossenschaften in Bruchsal, Oberkirch, Vogtsburg und auf der Insel Reichenau sowie deren Vertriebsgesellschaften erzielten bei der Vermarktung von 96.200 Tonnen Obst und Gemüse einen neuerlichen Rekordumsatz von 146,1 Mio. Euro.

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Die badischen Erzeugergenossenschaften in Bruchsal, Oberkirch, Vogtsburg und auf der Insel Reichenau sowie deren Vertriebsgesellschaften erzielten bei der Vermarktung von 96.200 Tonnen Obst und Gemüse einen neuerlichen Rekordumsatz von 146,1 Mio. Euro. "In den Obstanlagen hatten die Mitgliedsbetriebe unserer Erzeugermärkte große Ernteausfälle. Die Anlieferungen bei Gemüse stiegen um 5%. Einen großen Anteil daran hatte das Paprika-Projekt der Reichenauer Gärtnersiedlung Bodensee-Hegau. Bei zugleich höheren Erlösen für Gemüse ergab sich eine Steigerung des Gesamtumsatzes.", stellten der neue Vorsitzende des Marktkontors Obst und Gemüse Baden e. V., Dr. Roman Glaser, und Geschäftsführer Bernhard Ritter bei der Pressekonferenz zur Jahresmitgliederversammlung am 27. März in der Akademie des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes in Karlsruhe-Rüppurr fest. Dr. Glaser und Ritter präsentierten die Obst- und Gemüse-Umsatzergebnisse des Geschäftsjahres 2012 der vier badischen Vermarktungsstandorte.

Die Umsätze enthalten die Geschäftszahlen sowohl der Erzeugermärkte als auch von deren Vertriebsgesellschaften. Diese Vertriebsgesellschaften vermarkten sowohl die Produkte der Erzeugermärkte als auch Fremdware. In der Gesamtsumme sind aufgrund der Verkäufe der Erzeugermärkte an die Vertriebsgesellschaften damit Umsätze doppelt enthalten.

Unter Ausklammerung der internen Umsätze sowie von Nebenerlösen hat die genossenschaftliche Gruppe der Obst- und Gemüsevermarkter einen Gesamtumsatz von 146,1 Mio. Euro gegenüber 144,6 Mio. Euro im Vorjahr erzielt.

Obstanbau leidet unter Wetterextremen
Die regionalen Auswirkungen des Klimawandels mit Hagelschlägen, Frühjahrsfrösten und extremen Wetterschwankungen haben in 2012 vor allem im Obstanbau zu Ernteausfällen geführt. Nach 2008 war Steinobst auch in 2012 Mangelware. Innerhalb von fünf Jahren wurde damit bereits zum zweiten Mal in diesem Jahrhundert eine viel zu geringe Menge erfasst. Die Wetterextreme haben auch bei den Erdbeeren zu einer Ertragsreduzierung geführt und zugleich die Haltbarkeit beeinträchtigt. Für die Kernobstvermarktung standen aus der Ernte 2011 ausreichende Lagermengen zur Verfügung, die Preise standen unter Druck. Hagelschläge im August beeinträchtigten die Apfelernte 2012. Für die Frühjahrsvermarktung in 2013 wird aufgrund des geringen Lagerbestandes trotz guter Preise mit Umsatzeinbußen gerechnet.

Ausgeglichener Markt sorgt für stabile Preise bei Gemüse
Mit ausreichend Sonnenschein begann die Spargelernte in der zweiten Märzhälfte. Verhaltene Temperaturen haben zu einer kontinuierlichen Marktversorgung mit insgesamt geringerer Menge geführt. Durch das Fehlen von Angebotsspitzen ergab sich im Gegensatz zum Vorjahr eine entspanntere Preissituation. Die Reichenauer Gärtner haben mit ihrer Investition in eine moderne Gewächshausanlage auf Paprikaanbau gesetzt. Die erstmalige Ernte 2012 übertraf die angepeilte Zielmarke und katapultierte das Fruchtgemüse auf den zweiten Platz im badischen Gemüsesortiment. Das rückläufige Produktionsvolumen bei Gurken wurde durch bessere Preise kompensiert.

Bio-Sortiment mit leicht steigenden Anteilen
Während bei badischem Obst das Bio-Sortiment von nachrangiger Bedeutung ist, lässt sich bei bestimmten Gemüsesorten ein Aufwärtstrend erkennen. Mit einem neuen Gewächshausprojekt eines genossenschaftlichen Gemüsegärtners der Insel Reichenau zum Anbau von "Bioland"- Gurken wird diesem Trend Rechnung getragen. Neben den Gurken setzen die badischen Gemüsegärtner insbesondere bei Salaten, Tomaten und Fenchel auf Bio.

Steigender Aufwand für die Erzeuger von Obst und Gemüse
Erzeuger, die ihre Zukunft im Obst- und Gemüseanbau sehen, müssen immer mehr in ihre Produktion investieren. Aufgrund der Wetterkapriolen setzen immer mehr Produzenten zur Qualitätssicherung und zur Vermeidung von Ernteausfällen auf den geschützten Anbau, sei es durch Hagelschutznetze, Überdachungen, Folientunnel oder Gewächshäuser. Zusätzlich steigen die Kosten für Betriebsmittel, für Energie oder auch die Prämien für Ernteversicherungen. Die erheblichen Mengen- und Marktpreisschwankungen verstärken den Strukturwandel in der Obst- und Gemüseregion Baden sowohl im Hinblick auf eine zunehmende Spezialisierung der Erzeuger als auch in Bezug auf die Betriebsgrößen.

Politik muss für stabile Rahmenbedingungen sorgen
In der Diskussion um die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik erwarten unsere Obst- und Gemüsegenossenschaften verlässliche Rahmenbedingungen in Bezug auf die Förderpolitik, um die Wirtschaftlichkeit des Obst- und Gemüseanbaus in Baden weiterhin sicher zu stellen. (ogbaden)

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