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Landgard: Verspielt Vertrauen der Gärtner
In der deutschen Gärtnerschaft rumort es. Das genossenschaftlich organisierte Vermarktungsunternehmen Landgard hat in den letzten Jahren viel Vertrauen verspielt. Unter dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Henning Schmitt wurde das Unternehmen in eine schwere Krise gesteuert. Nun versucht der neue Vorstand um Gerold Kaltenbach gemeinsam mit den neu besetzten Gremien das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.
Doch nun verliert die Genossenschaft scheinbar auch das letzte Vertrauen und die Unterstützung der eigenen Mitglieder. Immer mehr Gärtner gehen mit Leserbriefen an die Öffentlichkeit und weisen auf Missstände in ihrer Genossenschaft hin. Andere Betriebe handeln oder haben längst reagiert und der Genossenschaft den Rücken zugekehrt. Aus vielen genossenschaftstreuen Mitgliedern sind mittlerweile sogenannte B-Lieferanten geworden.
Offenbar hat eine deutliche Frachtpreiserhöhung im Landgard-Rundverkehr „das Fass zum Überlaufen gebracht“. Zum Jahreswechsel 2012/2013 will Landgard im sogenannten Rundverkehr die Frachtpreise deutlich anheben. Der Rundverkehr ist eine Landgard-Dienstleistung. Über den Rundverkehr ist der Transport der Pflanzen aus den Gartenbaubetrieben in die Landgard-Abholmärkte und andere Landgard-Niederlassungen geregelt. Der Landgard-Rundverkehr beauftragt die Landgard-eigene Transporttochter Fresh Logistics System GmbH und andere Speditionen mit dem Transport der Gärtnerware.
„Unsere Frachtkosten im Rundverkehr würden in 2013 bei gleichem Umfang um 59% steigen“, sagt Lars Dehne von der Dehne Topfpflanzen GmbH & Co. KG. Dehne ist einer der wichtigsten Lieferanten der Landgard Blumen & Pflanzen GmbH und vermarktet als A-Lieferant über 80% seiner Produktion über Landgard. „In anderen Betrieben liegt diese Preissteigerung sogar bei deutlich über 60%. Zusammen mit anderen Gärtnern aus der Region arbeiten wir momentan an einer Alternativlösung mit eigenen LKW und/oder Fremdspeditionen. Sollten wir bis zum Jahreswechsel keine Lösung haben, werden rund 10 bis 15 Gärtnereien und Baumschulen im Januar die Belieferung der Landgard Cash&Carry Märkte stoppen.“, so Dehne. Die Gärtner fühlten sich von Landgard allein gelassen. (HR)

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