Schleswig Holstein: Schöne Bäume zu fairen Preisen

Kammerpräsident Claus Heller hat gemeinsam mit Axel-Werner Graf von Bülow (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Weihnachtsbaumproduzenten) am Vormittag auf Gut Sierhagen aktuelle Trends und Neues rund um den immergrünen Baum bekanntgegeben.

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Kammerpräsident Claus Heller hat gemeinsam mit Axel-Werner Graf von Bülow (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Weihnachtsbaumproduzenten) am Vormittag auf Gut Sierhagen aktuelle Trends und Neues rund um den immergrünen Baum bekanntgegeben: In 6 Wochen feiern die meisten Menschen Weihnachten zu Hause und das in ungebrochener Tradition mit einem Weihnachtsbaum. Weihnachten ohne Weihnachtsbaum? Hierzulande und in vielen Regionen weltweit undenkbar, wie schon vor über 500 Jahren. An der Tradition des Weihnachtsbaumes erfreuen sich Millionen Menschen genauso wie an dem jährlich wiederkehrenden Zeremoniell des Aussuchens und Schmückens eines Weihnachtsbaums oder des Selbstschlagens, denn der Duft eines natürlichen Baumes im Haus ist für die meisten Menschen zu Weihnachten unverzichtbar. So werden auch in diesem Jahr wieder knapp 30 Mio. Bäume in Wohnstuben, Büros, Kirchen und auf Plätzen aufgestellt.

Darüber freuen sich die rund 200 schleswig-holsteinischen Erzeuger. Diese kultivieren auf einer Fläche von gut 2.500 ha festliche Bäume aller Art und decken gemeinsam mit ihren Kollegen aus anderen Bundesländern rund 80% des inländischen Bedarfs. Anders als noch vor zirka 20 Jahren wachsen heute die Weihnachtsbäume nicht mehr schwerpunktmäßig im Wald, sondern überwiegend auf landwirtschaftlichen Sonderkulturen, auf denen sie speziell angebaut und gepflegt werden. Die Weihnachtbaumproduktion ist heute ein intensiver Sonderbereich der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, bei dem in vielen Betrieben auch Kontinuität gesetzt wird. Ein Baum braucht je nach Art bis zu 12 Jahre, bis er eine ausreichende Wuchshöhe für den Verkauf erreicht hat. Dabei wachsen Fichten etwas schneller als Nordmanntannen.

Stabile Preise
Die Preise für Weihnachtsbäume bleiben auch im zweiten Jahr in Folge konstant. Lediglich die sehr knappen großen Bäume über 2,50 m Größe könnten leicht im Preis steigen. Die Witterungsbedingungen für Weihnachtbäume in Schleswig-Holstein waren im Verlauf des Jahres 2012 gut. Das trockene Frühjahr hat den vermarktungsfähigen Bäumen nicht geschadet, der regenreiche Sommer hat sie gefördert. Von den zum Teil erheblichen Frostschäden in der Mitte und im Süden Deutschlands blieb der Norden erfreulicherweise verschont, was sich für die Kunden sowohl im Hinblick auf Qualität und Preise positiv auswirkt.

Die Nachfrage von süddeutschen Händlern in Norddeutschland ist zwar groß, wird aber für den Endverbraucher in Norddeutschland nicht zu steigenden Preisen führen. Diese liegen je nach Kaufort und Stand für Nordmanntannen in hervorragender Qualität zwischen 17 und 21€ pro laufenden Meter.

Ökofaktor Baum
Durch die Weihnachtsbäume werden bundesweit jährlich rund 300.000 t Kohlendioxid gebunden, 90.000 t Kohlenstoff in Nadeln und Holz eingebaut und ca. 250.000 t Sauerstoff freigesetzt. Damit braucht kein Verbraucher seinen Weihnachtbaum mit einem schlechten Gefühl zu kaufen.

Heimische Bäume bedeuten außerdem:
Sicherung von Arbeitsplätzen und Existenzen in der Region, kein unnötiger Energieverbrauch durch kurze Transportwege, Frische und Haltbarkeit durch späte Erntezeit.

Untersuchung auf Rückstände
Pressemitteilungen des Jahres 2011, denen zufolge auf verschiedenen Endverkaufsständen Weihnachtsbäume gekauft wurden und deren Nadeln auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht wurden, führten zur Verunsicherung sowohl bei Produzenten wie auch bei Kunden. Die Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Weihnachtsbaumproduzenten hat daher in diesem Jahr in ihrem Vorstand darüber beraten, zukünftig regelmäßig stichprobenweise Nadelproben in verkaufsfähigen Quartieren zu ziehen und durch unabhängige Rückstandsanalysen in Laboren untersuchen zu lassen. Gespräche mit Rückstandslaboren sind zwischenzeitlich geführt. Sie bieten Untersuchungspakete an, mit denen auf mehrere 100 Wirkstoffe gleichzeitig untersucht wird, wie dies aus der Lebensmittelüberwachung bekannt ist. Die Probenahme erfolgt nach einer einheitlichen gemeinsam festgelegten Vorgehensweise durch Personal der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein oder der Labore. Die Orte der Probenahme werden durch den Probennehmer vorher zufallsmäßig festgelegt.

In diesem Jahr werden mehrere Anbauer aus Schleswig-Holstein freiwillig in ihren Betrieben Proben ziehen und analysieren lassen, um auch dadurch den Verbrauchern zu signalisieren, dass Weihnachtsbäume mindestens genauso unbedenklich produziert werden, wie heimische Lebensmittel.

Der amtliche Pflanzenschutzdienst hat sowohl in den Vorjahren wie auch 2012 bei Weihnachtsbaumproduzenten in Schleswig-Holstein Bodenanalysen durchgeführt und erfreulicherweise keine Anhaltspunkte für unsachgemäße Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gefunden, genau so wenig wie Hinweise auf nicht zugelassene Mittel.

Trotz der Langfristigkeit der Weihnachtsbaumproduktion haben sich in den letzten Jahren Trends abgezeichnet. Zum einen gewinnt die Nordmanntanne immer mehr Liebhaber. Sie ist uneingeschränkt der Trendbaum, schon ca. 80 % der Käufer in Schleswig-Holstein greifen zu ihr. Bundesweit sind es rund 60 %. Es folgen mit 20 % Marktanteil Blaufichte, die restlichen wenigen Prozente verteilen sich auf Fichte und andere Tannenarten sowie auf Kiefer. Ob der in den letzten Jahren leichte Trend zu kleineren und schmaleren Bäumen anhält, bleibt abzuwarten. Unter Umständen war dieser Trend auf die Preissteigerungen der Jahre 2008 bis 2010 zurückzuführen. Nach wie vor suchen die Kunden mit Begeisterung ihren Baum selbst in der Fläche aus und schätzen nicht nur die Frische eines solchen Baumes, sondern besonders auch die emotionalen Aspekte, die sich mit diesem Erlebnis und ihrem Baum ergeben.

Gut Sierhagen
Auf einer Weihnachtsbaumfläche von zirka 145 ha werden in Sierhagen (OH) schon seit Jahrzehnten Weihnachtsbäume und Schnittgrün produziert. Bei der Flächenausstattung baut Sierhagen Weihnachtsbäume sowohl für Großhändler wie auch für den Einzelkunden an. An den beiden Wochenenden vor Heilig Abend findet traditionell ein großer Weihnachtsbaumverkauf für jedermann statt. Sierhagen, der diesjährige Ort für den Auftakt der Weihnachtsbaumsaison 2012, ist nicht nur ein Anbaubetrieb mit Tradition, sondern auf Gut Sierhagen soll in Jahr 1846 auch der erste Weihnachtsbaum in Schleswig-Holstein aufgestellt und geschmückt worden sein. Damit kann dieser Betrieb auf eine fast 170-jährige Weihnachtsbaumtradition zurückblicken.

Tipps zur Behandlung von Weihnachtsbäumen
Weihnachtsbäume sind ein Naturprodukt, die wie Schnittblumen sorgsam behandelt werden wollen, um möglichst lange Freude zu gewähren. Daher sollten sie möglichst frisch in die Wohnung gelangen, was aber nicht heißt, dass der am 24. Dezember geschlagene Weihnachtsbaum der Beste ist. Der Einschlag sollte schon einige Tage vorher erfolgen. Zudem sollte der Baum insbesondere bei sehr kalter Witterung nicht von Minustemperaturen unvermittelt in ein auf über 20 Grad aufgeheiztes Wohnzimmer gebracht werden. Solche Bäume erleiden einen Schock, der dazu beiträgt, die Nadeln früher zu verlieren. Sinnvoller ist es, den Baum über den Weg einer Garage, eines Carports oder auch einer überdachten Terrasse an die wärmere Zeit im Hause zu gewöhnen. Beim Händler gekaufte Bäume sollten zu Hause möglichst rasch dem Netz entnommen werden.

Ein Eimer mit feuchtem Sand oder ein moderner Weihnachtsbaumständer mit Wasserbehälter tragen ebenso zur längeren Frische des Weihnachtsbaumes bei. Sinnvoll ist es zudem, die nach dem Einschlag trocken gewordene Schnittstelle durch Entfernen einer dünnen Scheibe anzuschneiden, ähnlich wie dies von Rosen bekannt ist. Bei Berücksichtigung dieser kleinen Tipps werden die Kunden über die Weihnachtfeiertage und auch über den Jahreswechsel hinaus ungetrübte Freude mit ihrem in Schleswig-Holstein produziertem Weihnachtsbaum haben. (LWK)

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